Hello Mr. President, hello Washington D.C.

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Washington D.C. muss natürlich genauso auf der Liste der Sehenswürdigkeiten stehen wie Chicago, Detroit oder New York City, wenn man auch nur irgendwie in der Nähe ist.
Washington D.C. ist nicht nur die Hauptstadt einer sehr stolzen Nation, die ihren Stolz nur allzugerne in griechisch-römisch angehauchten Protzbauten zu zementieren versucht und selbst noch für ein Monument ein Monument errichtet. Washington D.C. stellt für Amerikaner das Zentrum der Welt dar.

Washington D.C., das D.C. steht im übrigen für „District of Columbia“, ist voll mit Denkmälern, Regierungsgebäuden und den hervorragenden Musseen des Smithsonian Institutes. Und was noch viel hervorragender ist – es ist alles kostenlos!

Man muss wirklich aufpassen, in diesen Museen nicht in der Zeit verloren zu gehen, was aber sehr sehr einfach geht. Denn wann kann man zum Beispiel eine Luther Bibel bewundern oder über die Waldseemüllerkarten von 1500, die in der Libary of Congress ausgestellt sind.

Eigentlich wollten wir nur kurz in das Simthsonian für Luft und Raumfahrt – man hat ja alles schon mal irgendwo gesehen. Und zack – waren 4 Stunden vergangen, weil man sich doch irgendwo zwischen Mondlandefähre und erstem Flugzeug der Gebrüder Wright verloren hatte.

Das Smithsonian für die American Indians, eine architektonische Schönheit, die entfernt an das Guggenheim in braun erinnern mag, führte einen von den Mayas, Inkas, Azteken und deren „unglückliche“ Begegnung mit den Spaniern über das gleiche Schicksal der First Nations im Norden Amerikas bis zu den Verwicklungen in die kolonialen Streitigkeiten zwischen Engländern und Franzosen.
Ja, sogar das Wort Genozid wurde verwendet.
4 Stunden – „weg“.

Washington DC - National Museum of the American Indian

Und so geht es Museum um Museum, hervorragende und kritische Ausstellungen mit tollen Stücken, tollen Geschichten, multimedial und hands on und alles State of the Art und – wieder einmal fragte ich mich, weshalb Museen in Deutschland so öde und langweilig sein müssen – und so teuer.

Hinzu kommen bekannte Denkmäler wie das Abraham Lincoln Denkmal, das Washington Monument, das Capitol, in Teile dessen man sich kostenfrei führen lassen kann, das weisse Haus, welches es zwar nur von Aussen zu bestaunen gibt (höchstens man meldet sich 3 Monate vorher an), aber dafür im White House Visitor Center einen Einblick in das Leben, die Geschichte und einige Anekdoten deren Bewohner bekommt.
Der oberste Gerichtshof in Washington D.C., das Museum für amerikanische Geschichte, das nationale Archiv inkl. Declaration of Independence und ich-hab-keine-Ahnung-was-es-noch-alles-gab und was wir in 5 wirklich voll ausgeplanten Tagen doch irgendwie verpasst haben.

Von der puren Quantität der Angebote zum Eintauchen in die Amerikanische Historie mal abgesehen – die Qualität ist sagenhaft und gar nicht so sehr pathosgeschwängert überpatriotisch wie ich erst befürchtete.

Wer Lust hat zu lernen, über die amerikanische Kultur, warum Amerika so wurde wie es ist, über die First Nations, den Versuch, das besser zu machen was 50 Jahre zuvor in der französischen Revolution zwar proklamiert, aber doch nicht umgesetzt wurde – der ist hier richtig.

Ansonsten ist Washington D.C., Downtown, nach Feierabend und am Wochenende eher ausgestorben.
… wenn man mal von all der Polizei-, FBI-, Secret Service Präsenz absieht.
Es ist eine Verwaltungs- und Businesstadt.
Ähnlich Canberra in Australien.
… nur das einem auffällig häufig Männer mit Bürstenschnitt, Sonnenbrille und schussicherer Weste  entgegenkommen. Wie im TV – nur der Colt am Gürtel oder mit der Maschinenpistole im Anschlag, und die dürften real und keine Hollywoodausschmückung sein.
Aber wo auch sonst, wenn nicht im Militär, der Polizei oder in den unzähligen privaten und staatlichen Sicherheitsdiensten sollen die Amerikaner beschäftigt werden.
Die marode Wirtschaft gibt sonst nicht allzuviel Anlass und wo so etwas schnell hinführen kann, sieht man herrlich in Detroit, da trifft es sich doch hervorragend, ja fast zufällig gut, dass man so viele treue Bürger zum Schutze des Vaterlandes, der Demokratie und der Freiheit (eines jeden Menschens auf der Erde) so herrlich zweckmäßig beschäftigen kann.
Ein Verschwörungstheoretiker würde hier auf schlimme Gedanken kommen können.

Leider ist der öffentliche Nahverkehr für amerikanische Verhältnisse eher teuer und der Parkhausbesuch in der Innenstadt bei etwa 20$ pro Tag angesetzt, aber als Budgetraveller kann man, abgesehen von den kostenfreien Museen, hervorragend an den Übernachtungskosten sparen, solange man ein Zelt oder ein Fahrzeug besitzt, in dem man übernachten kann.
Im Greenbelt Park, ca.10km von Downtown Washington D.C., findet sich ein ganz legaler, wunderschöner Campingplatz für gerade einmal 16$ die Nacht und Platz (max. zwei Fahrzeuge und 8 Personen).

 

 


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