Fluggastrechte – dein Anspruch wenn der Flieger zu spät kommt.

Auf unserem Weg nach Peru waren wir wieder einmal froh wohl erfahrene Reisende geworden zu sein und unsere Rechte, besonders unsere Fluggastrechte, sehr wohl zu kennen.

Als wir in Frankfurt eincheckten, hieß es, es gäbe wohl Probleme – genaueres wisse man noch nicht. Je länger unsere Airline, Air Europa, noch nichts genaueres verkünden ließ, desto nervöser wurden wir. Unser Flug sollte die Route Frankfurt – Madrid – Lima nehmen, doch unser Flieger nach Madrid kam einfach nicht.

Als es offensichtlich wurde, dass wir den Anschlussflug in Madrid selbst dann nicht bekommen würden, wenn wir jetzt sofort in das
Flugzeug steigen würden, ließ sich auch das Personal am Schalter zu der Aussage hinreissen, es gäbe wohl technische Probleme
und der Flieger nach Madrid fiele ganz aus.

Gedanklich sondierten wir jetzt schon unsere Ansprüche, die uns nach geltender Fluggastrechte zustanden – zum Glück waren uns diese gut bekannt.

Unsere Freude war natürlich enorm. Nicht. …nun gut, ein Absturz wäre ärgerlicher gewesen.

Man bot uns folgende drei Möglichkeiten an – mit dem nächsten Flieger nach Madrid, dort in einem von Air Europa bezahlten Hotel und Verpflegung und am nächsten Tag dann weiter (24h Verspätung), oder wieder nach Hause zu fahren und den Flieger nach Madrid am nächsten Abend zu nehmen (24h Verspätung) oder den Flug zu stornieren.

Von Entschädigungen finanzieller Natur wie sie die europäischen Fluggastrechte vorsehen, wollte hier keiner etwas wissen.

Da wir um unsere Rechte wussten, stiegen wir in den Flieger, flogen nach Madrid, nächtigten dort und flogen am darauffolgenden Tag weiter.

So weit so gut, Air Europa hoffte natürlich es würde Gras über die Sache wachsen – so wie es wohl alle Fluggesellschaften tun.
Das tat es aber nicht, denn wir wissen;

Bei Verspätungen über drei Stunden steht dem Passagier eine Entschädigung gemäß der europäischen Fluggastrechte zu.

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Dieser Finanzielle Ausgleich richtet sich nach Flugentfernung des Ziels und der Verspätung.
Eine Entschädigung hervorgerufen durch höhere Gewalt wird ncht entschädigt.
Wer also im Schneesturm festsitzt oder aufgrund eines Streiks nicht abfliegen kann, hat Pech.

Bei allem was die Airline direkt zu verantworten hat, z.B. Überbuchung, technische Probleme etc. steht euch eine Entschädigung zu!

Der Umfang der Ansprüche ist in Wikipedia wie folgt beschrieben:
(zum Gesamten Artikel auf Wikipedia gelangt ihr mit diesem Link https://de.wikipedia.org/wiki/Fluggastrechte)

Bei Nichtbeförderung – zum Beispiel wegen Überbuchung – hat der Passagier Anspruch auf:

Erstattung des Ticketpreises (Stornierung ohne Abzug) oder
frühestmöglicher kostenloser Rückflug zum Abflugort oder
frühestmögliche Beförderung zum Zielort oder
Beförderung zum Zielort zum Wunschtermin (sofern Plätze frei sind)

Darüber hinaus hat die Fluggesellschaft eine pauschale Entschädigung als Ausgleichsleistung (Art. 7 VO (EG) Nr. 261/2004)[2] zu zahlen:

250 € für eine Flugstrecke kürzer gleich 1500 km
400 € für eine weitere Strecke innerhalb der EU oder kleiner gleich 3500 km
600 € bei Flugstrecken länger als 3500 km (nicht sofern Ab- und Ankunftsort innerhalb der EU; dafür gilt Punkt 2: > 1500 km innerhalb der EU = 400 €).

Wird ein Alternativflug angeboten, der nicht später als 2/3/4 Stunden (je nach oben genannter Entfernung) gegenüber dem geplanten Flug am Ziel eintrifft, stehen die Ausgleichsleistungen nur zu 50 % zu.

Menschen mit eingeschränkter Mobilität und deren Begleitpersonen sowie Kinder ohne Begleitung haben ein Vorrecht auf freiwerdende Plätze.

So viel zum Thema Fluggastrechte – aber nur darum zu wissen hilft einem noch nicht auch dazu zu kommen.

Es gibt nun folgende Möglichkeiten sein Recht auch durchzusetzen:

1.: Nehmt Kontakt mit der Airline auf und macht euer Recht unter Nennung der entsprechenden Paragraphen geltend und begründet diese. Natürlich will euch die Airline nicht bezahlen und versucht euch abzuwimmeln – wie in unserem Fall. Wir wussten um technische Probleme, Air Europa versuchte es mit „höherer Gewalt“ Natürlich wollte AE nicht bezahlen – der Flug hatte uns 615€ gekostet – die Entschädigung sollte 600€ sein. Kein gutes Geschäft für AE.
Wir nahmen uns aufgrund perönlicher Beziehungen direkt einen Anwalt und forderten unser Recht etwas nachdrücklicher – wass dann auch zum Erfolg führte (DANKE für deine Hilfe!).

2.: Nehmt Kontakt zu einem sogenannten Sofortentschädiger auf. Ihr verkauft diesem die Rechte aus eurem Anspruch und erhaltet sofort einen Anteil der euch zustehenden Entschädigung und müsst euch um nichts weiter kümmern. Alles weitere macht dann der Dienstleister.
Über Google findet ihr euren Weg zu den Anbietern, einer davon ist zum Beispiel compensation2go.

3.: Inkasso Portale zur Durchsetzung eurer Fluggastrechte, die ihr ebenfalls im Internet ausfindig machen könnt, setzen eure Interessen gegenüber der Airline durch und zahlen, abzüglich einer Provision, nachdem die Airline beglichen hat.

4.: Wendet euch an die Schlichtungsstelle des öffentlichen Personenverkehrs – die SÖP. Diese wird versuchen einen Mittelweg zwischen euch und der Airline durchzusetzen. Eine volle Entschädigung wird hierbei oftmals nicht erwirkt.

5.: Wer Lust hat, kann seine Interessen selbst beim Amtsgericht durchdrücken, denn ein Anwaltszwang gibt es bei solcherart Verfahren nicht.

Laut Wikipedia verfallen pro Jahr 520 – 720 Millionen €, weil sie nicht geltend gemacht werden.

Werft den Haien nicht noch mehr Futter zum Fraß vor – die sind fett genug. 😉

Ich hoffe natürlich nicht, dass ihr euch mal mit so einem Ärger rumschlagen müsst, falls aber doch – werdet ihr mit unseren Tipps sicherlich viel Erfolg dabei haben eure Urlaubskasse wieder etwas aufzufüllen.
Teilt diesen Beitrag um anderen zu helfen ihre Fluggastrechte in Anspruch nehmen zu können.


Wenn ihr wissen wollt wo wir während unseres Sabbaticals waren, könnt ihr euch auch hier über unsere Route informieren.

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