Kauf eines Motorrades in Vietnam, Laos oder Kambodscha

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Der Kauf eines Motorrades in Vietnam, Laos oder Kambodscha ist der wahrgewordene Traum eine Backpackers. Verspricht dieser
die ausgetretenen Pfade des Massentourismus zu verlassen und seine Wege selbst wählen zu können. Und es ist gar nicht mal kompliziert.
Es ist fast so einfach wie einen Roller zu mieten.

Der Kauf eines Motorrades in Vietnam, Laos oder Kambodscha wird zudem durch ein dicht ausgebautes Tankstellen und Werkstattnetz unterstützt; versorgt dieses immerzu mit Sprit und technischer Hilfe.
Wer noch dazu einen Hammer von einem Gabelschlüssel zu unterscheiden weiß, kann sich mit Kleinigkeiten selbst helfen.

Modelle

Der Backpackermarkt wird hauptsächlich durch die wohlbekannte Honda Win dominiert.

Honda Win
Sie sieht aus wie ein „richtiges“ Motorrad kommt mit Motorvarianten von 110 und 100ccm daher und leistet mit ihren ca. 9PS nahezu erstaunliches.
Eine manuelle Viergangschaltung ist Serie, Handbremse für vorne, Fussbreme für das Heck.
E-Starter und Kickstarter, Vergaser, Fussrasten und genug Platz auf der Sitzbank für einen Sozius…simple robuste Bauweise ohne Schnickschnack.

Die meisten haben noch einen gepimpten Gepäckträger für einen Backpack – manchmal auch für zwei.
Der Verbrauch liegt irgendwo bei 2,5 und 3 Litern auf 100 Kilometern.
Mit einer Tankfüllung kommt man so in etwa 250 Kilometer weit.

Keine große Maschine – aber Leistungsstark und Abenteuerfest.

 

Ein Nieschendasein in der Backpackerszene fristet die Honda Wave.

WaveDie Honda Wave ist der VW Käfer Südostasiens und eines der meistverkauften Kleinkrafträder der Welt.
Fast jeder Asiate scheint mindestens eines dieser Mopeds zu besitzen. Vom Aussehen eher einem Roller gleich besticht sie durch hervorragende Fahreigenschaften, die denen der Win gefühlt überlegen sind. Genug Platz für zwei, E- und Kickstarter, 125ccm Motor (mehr Leistung) tieferer Schwerpunkt (wendiger), viergang Halbautomatik Getriebe (perfekt für die Stadt – das Kuppeln entfällt), Knieschutz etc.. Mindestens zwei Schweine oder acht Kästen Bier können transportiert werden und wenn man sich ansieht über welches Terrain die Locals eine Wave prügeln, muss man fast schon von amphibischen Fähigkeiten ausgehen.
Der Tank ist leider etwas klein geraten, 2,5 Liter Inhalt lassen einen maximal 125 Kilometer weit fahren.
Ein kleiner Wehmutstropfen bleibt jedoch – winken die Locals allen Win Fahrern mit fast schon frenetischer Begeisterung zu, bleibt das hier aus.
Man ist ja einer von ihnen…für den ersten Augenblick.

Anschaffungskosten

Der Kauf eines Motorrades in Vietnam, Laos oder Kambodscha auf dem Backpackermarkt verspricht Preise zwischen 200 und 300 US$, je nach Wartungszustand, zusätzlicher Ausstattung etc.. Ist also nicht allzuteuer und wenn man seinen Mopps gut behandelt, kann man ihn eventuell sogar zum gleichen Preis wiederverkaufen.

Zulassung

BluecardDer Kauf eines Motorrades in Vietnam, Laos oder Kambodscha ist in diesen Ländern am sinnvollsten wenn das Motorrad eine vietnamesische Zulassung, die sogenannte Blue Card besitzt. Mit einem Motorrad in Vietnam zugelassen, ist es problemlos möglich in den Ländern Laos und Kambodscha zu reisen und die entsprechenden Grenzen zu überqueren. Grund ist hier wohl die gemeinsame Geschichte in der Vergangenheit, aber auch der hohe Anteil von Vietnamesen in den einzelnen Ländern, denen so die Grenzen offenstehen um in die Heimat zu gelangen.
Die Blue Card entspricht quasi unserem deutschen Fahrzeugbrief.
Wer dieses Papier in den Händen hält, ist Eigentümer des Motorrades.

Es müssen keine weiteren Zulassungsformalitäten vorgenommen, keine Steuern oder Versicherungsgebühren entrichtet werden. Der Kauf eines Motorrades in Vietnam, Laos oder Kambodscha ist behördlich gesehen erschreckend einfach.
Es werden selten Verkehrskontrollen vorgenommen und auch an den Grenzen sind wir nicht einmal nach den Papieren gefragt worden, kauft ihr jedoch ein Motorrad ohne Papiere (weils so schön billig ist), oder verliert ihr eure kann das rein theoretisch bei einer Kontrolle zu Probleme führen.

Der (Ver-) Kauf eines Motorrades in Vietnam, Laos oder Kambodscha

Wollt ihr ein Bike in Laos kaufen oder verkaufen solltet ihr euch die Seite findinlao.com mal ansehen. In Vietnam wird craiglist genutzt und in Kambodscha khmeradz24. Hier wird allerlei angeboten.
Ansonsten gibt es noch die ein oder andere Facebookgruppe, in der ihr natürlich auch inserieren oder suchen könnt.
Ganz old fashioned könnt ihr Hostels und Guesthouses abklappern, um Inserate aufzuhängen oder zu sichten.
Trefft euch, besichtigt es und bei Gefallen kauft ihr es. Die Währung ist in der Regel US$. Vergesst die Blue Card nicht. Hotspots sind alle größeren Städte, in denen sich Backpacker tummeln.
Wer lieber ein gebrauchtes Bike von einem Händler kauft, wird hier in den größeren vietnamesischen Städten wie z.B. Ho Chi Minh City oder Hanoi fündig.

Probefahrt

Wichtig ist vor jedem Kauf die Probefahrt. Unabhängig ob der Kauf eines Motorrades in Vietnam, Laos oder Kambodscha oder in Deutschland stattfindet, nehmt euch ein bisschen Zeit mit und sucht euch eine ruhige Ecke aus. Also bloß nicht, vor allem nicht bei der ersten Fahrt, während der Rush Hour durch Hanoi oder Phnom Phen, oder eine andere Großsstadt.
Wenn ihr noch nie Schalter gefahren seid, keine Angst – man lernt das sehr schnell. Riskiert aber nichts wenn ihr euch nicht wohl fühlt.
Wenn ihr noch nie Moped gefahren seid, leiht euch vorher einen halbautomatik Roller für ein paar Tage um zu sehen wie euch das liegt.

Fahrt das Moped ruhig mal 15 Minuten bis Motor und Öl richtig warm geworden sind, schaltet euch durch alle Gänge und achtet darauf wie sich diese schalten lassen, ob die Kupplung sauber trennt.
Ein Defekt am Getriebe ist der Aufwändigste und damit der Teuerste. Aber auch der Seltenste.
Beschleunigt mal bis 50, 60 km/h wenn möglich und hört auf den Motor.
Rasselt was? Klappert was?
(Ein bisschen was wird immer klappern, die Frage ist: Kommt es aus dem Motor? Ist es ungewöhnlich?)
Wenn ihr etwas hört was ihr nicht identifizieren könnt, fahrt kurz bei einer Werkstatt vorbei und fragt.
Testet Bremsen und Licht, Blinker, Hupe.
Die letztgenannten drei funktionieren nur bei laufendem Motor, da sie direkt vom Generator versorgt werden.
Drückt die Federgabeln runter und lasst sie hochschnallzen, die Dämpfer müssen funktionieren, wenn es durch die Federn nur wild hüpft, kann das gefährlich werden, weil die Bodenhaftung darunter leidet.
Schaut euch den Motor an. Ist da Öl? Ein bisschen ist okay. Jede Sekunde ein Tropfen nicht.
Schaut euch die Kette an – ist da Öl? Das ist gut, eine ungeschmierte, blanke Kette hat einen hohen Verschleiss und geht früher oder später kaputt, seht ihr eventuell schon (starke) Verschleisspuren an Kette und Ritzel?
Achtet auf die Kettenspannung. Die Kette muss gespannt sein, braucht aber etwas Luft um sich bewegen und arbeiten zu können, zu viel ist schlecht, zu wenig ebenfalls.
Die Kette sollte soweit durchgedrückt werden können, dass sie nicht den Rahmen berührt.
Dreht auch mal den Ölkontrollstab heraus, um zu sehen ob noch Öl in der Maschine ist, und wie viel.
Wie verhält sich der Motor im Leerlauf? Geht er sofort aus? Oder dreht er zu hoch? Das ist meistens eine reine Standgaseinstellung.

 

Wartung

„Man kann eine Maschine nicht wie einen Menschen behandeln! Eine Maschine braucht Liebe!“
So einfach ist das.
Wer die notwendige Aufmerksamkeit verwehrt, wird bestraft. Dabei bedarf es bei diesen Motorrädern nicht viel, um sie am Laufen zu halten.

Genügend Luft auf den Reifen, nicht zu wenig – dann hat man einen hohen Verschleiss und Verbrauch, nicht zu viel – denn dann federn die Reifen nicht mehr und die Haftung lässt nach. Passt den Druck dem Beladungszustand und der Strecke an. Bei sandiger Strecke etwas weniger als auf den Reifen angegeben, bei Asphalt und normaler Beladung das was in der Regel auf dem Reifen angegeben ist.

Ölwechsel führt regelmäßige Ölwechsel durch. Alle 500 Kilometer ist etwas übertrieben, alle 1000 sind sinnvoll. Checkt aber trotzdem alle paar hunder KM, ob noch genügend Öl im Motor ist.

Kettenspannung und Zustand, checkt diese regelmäßig. Die Kette ist ein hoch belastetes Teil, das ständig geschmiert, gespannt und geliebt werden will.
Nehmt zum nächsten Ölwechsel eine kleine Wasserflasche mit und lasst euch etwas Altöl einfüllen, damit könnt ihr die Kette immer nachschmieren wenn nicht mehr genügend Öl darauf ist.
Ein paar Tropfen täglich ist ein schönes Ritual. Verwendet kein Fett, dieses sammelt den Staub, den Sand, den Schmutz der Straße und schmirgelt es dann in die Kette.
Schlägt die Kette beim Fahren auf den Rahmen wird es Zeit die Spannung zu korrigieren.
Ihr benötigt als Werkzeug am besten einen „Engländer“ und eine Grippzange. Löst den Achsbolzen und zieht das Rad nach hinten bis die gewünschte Spannung erreicht ist. Der Bolzen muss gerade stehen.
Zieht die kleinen Sechskantschrauben nun vorsichtig an und schraub die Achse wieder ordentlich(!) fest.
Ölen.

Werkstattkosten

WerkstattbesuchDas perfekte Bike gibt es nicht, Kompromisse muss man einfach eingehen, unendliche Haltbarkeit leider auch nicht, früher oder später wird etwas kaputt gehen.
Zum Glück ist geschätzt jeder vierte Südostsiate Eigentümer einer Werkstatt und eigentlich muss man im Schnitt nie weiter fahren als ein oder zwei Kilometer bis man zu einem Schrauber in seiner Holzhütte kommt. Einfach auf den Kompressor vor der Tür achten. Dort seid ihr richtig.

Die Preise variieren von Land zu Land etwas. Laos und Vietnam sind relativ günstig, Kambodscha etwas teurer.
Wer eine Reparatur zu erledigen hat, ist in Vietnam, gerade mit der Honda Win, am besten aufgehoben, Expertise und Preise sind hier am besten. Etwas wie den ADAC benötigt man nach dem Kauf eines Motorrades in Vietnam, Laos oder Kambodscha deshalb nicht.

Keine Teile verbaut: 0 – 1$ (Luft, Kette schmieren, Kettenspannung korrigieren)
Kleine Teile verbaut: 1 – 5$ (Ölwechsel 2 – 4$, Schlauch 3$)
Größere Teile verbaut: 5 – 10$ (Neuer Bremshebel 5$, neuer Tacho 5$, neues Lampengehäuse vorne 5$)
Große Teile verbaut: 10 – 20$ (Steuerkette zwischen 10 und 15$ neue Felge Hinten 22$, Zylinderlaufbahn und Kolben 25$)
Ein Helm beginnt ab 5$.

Werkzeuge

Mit einer Grundausstattung an Werkzeugen kann euch kaum mehr was passieren – wenn ihr diese zu benutzen wisst.

Basics

Eine Rolle Iso-Tape.
Ein Multitool.
Ein Steckschlüsselsatz.
Einen „Engländer“ und eine Grippzange.

 

…wenn ihr noch ein Multimeter besitzt, seid ihr den Werkstätten weit überlegen.

Verkehrsregeln

Polizei BangkokJa, die gibt es. Ich verstehe sie nur noch nicht.
Der Verkehr schiesst kreuz und quer über die Fahrbahnen, es blinkt und hupt von überall, das Rot der Ampeln scheint nicht für jeden zu gelten und generell macht es auch nichts aus als Geisterfahrer unterwegs zu sein.
Wie viel Zuladung ist erlaubt? So viel wie geht.
Ich glaube es gibt Verkehrsregeln nur in der Theorie, in der Praxis müssen wir von Überlebensregeln sprechen.
Fressen oder fressen werden.
Macht keine Dummheiten, aber wer stehen bleibt und vor Angst zittert ist erledigt.

 

Lasst euch von der Masse mitschwemmen, keiner wird euch absichtlich an- oder überfahren.
Aus zweierlei Gründen:
1.: Will keiner einen Kratzer an seinem Auto oder seinem Roller haben.
2.: Will keiner einen Farang auf dem Gewissen haben. Viel zu viel Bürokratie.

Wenn ihr jedoch einen anfahrt – kann das zu Komplikationen führen.
Die Polizei ist oftmals korrupt und spricht kein Englisch. Glauben geniesst der Staatsmann, die rechtliche Vertretung ist nicht sichergestellt und nicht so wie wir es kennen.
Wen jemand 50$ fordert um euch gehen zu lassen – denkt darüber nach sie nicht lieber zu bezahlen, Recht oder Unrecht.
Laos liegt auf Platz 145 und Kambodscha auf 156 von 174 Ländern im Korruptionsranking. Vietnam auf 119.

Kranken- und Unfallversicherung

Ein Motorrad fährt mit Benzin, nicht mit Führerschein.
Das gilt auch für den Kauf eines Motorrades in Vietnam, Laos oder Kambodscha.
In einer Kontrolle müsst ihr neben dem deutschen, auch den internationalen Führerschein vorweisen können.
Wenn ihr den internationalen Führerschein, der die übersetzte Beglaubigung des deutschen darstellt, nicht habt riskiert ihr ein Bußgeld.
Wenn ihr die gefordete Führerscheinklasse zum Führen eines Fahrzeuges mit 125ccm (oder 100ccm … ) nicht vorweisen könnt riskiert ihr ein Bußgeld (Fahren ohne Fahrerlaubnis).
Habt ihr nur einen deutschen Autoführerschein und keine Klasse A oder A1 – dürft ihr nur 50ccm fahren.
Baut ihr einen Unfall – Schuldig oder nicht. Zahlt keine eurer Versicherungen.
Krankenversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung (bei Mietsachen) – das muss euch bewusst sein.

Alles in allem ist, wenn man mit den Risiken einverstanden ist, der Kauf eines Motorrades in Vietnam, Laos oder Kambodscha eine der besten Entscheidungen die man treffen kann, um diese Länder zu erkunden und auch mal neben der Spur kennen zu lernen.
Wie zum Beispiel wir auf unserem Abenteuer auf dem Ho Chi Minh Pfad in Laos.

 

Geniesst die Fahrten und…SAVE TRAVELS!


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