George Town auf Penang in Malaysia

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Gorge Town auf der Insel Penang in Malaysia hat mit 250 Jahren Alter eine verhältnismäßig junge Geschichte, die einmal mehr auf den Expansionsdrang der Briten zurück geht.
Penang, gegenüber von Butterworth, prosperierte während der “1.Globalisierung” und profitierte von der Nähe zu China und Indien und deren Gewürzen, welche die ungeteilte Aufmerksamkeit der Briten zu erhaschen verstand.

Die Briten gingen irgendwann und “tauschten” ihren Platz mit den Japaner.
Dies allerdings nicht ganz friedlich.
Die 40er und 50er Jahre des neunzehnten Jahrhunderts waren eine wilde Zeit, auch auf diesem Teil der Erde.
Dann kamen die Alliierten.
Jedes Mal vielen Bomben, jedes Mal blieben beschädigte Häuser als Narben im Stadtbild zurück.

Die mehrheitlich chinesische Bevölkerung von Penang lebte mit dem was da war. In den beschädigten Häusern wurden Schwalben angesiedelt, gelten ihre Eier doch als Delikatesse.

Und so verfiel die Altstadt von George Town zusehends bis sich eines Tages eine Bürgerinitiative zur Wahrung des Kulturerbes gründete und sich mit Unterstützung der Stadtverwaltung, um den Titel des Weltkulturerbes bewarb. Nach viel viel Arbeit an der Bausubstanz und guter Werbung vom Stadtmarketings, um die Aufmerksamkeit von Touristen und Einheimischen auf George Town zu lenken, wurde dieser Titel 2008 zugesprochen.
Allerdings, auch wenn viel aufgeräumt und geschafft wurde …da ist noch Einiges an Potential.

Nachdem man erkannte, welcher (€-)Schatz sich in den Straßen und Häuserzeilen von George Town verbirgt, wird mit viel Mühe daran gearbeitet, die Glanzlichter der Stadt herauszustellen, um diese dann in Touristen-Ringgit umzuwandeln.

Wer in Penang unterwegs ist, hat eine reichhaltige Auswahl an Schönheiten.

Die Häuser von George Town

Stehen in Reih und Glied nebeneinander; wer die Augen offen hält, wird das ein oder andere Kleinod aus der Vergangenheit entdecken können, welches britische, japanische oder chinesische Einflüsse deutlich erkennen lassen wird.

Streetfood

Überall in der Altstadt reihen sich Essenstände aneinander. Es gibt kaum etwas, das es nicht gibt, die Auswahl ist riesig.
Alles wird angeboten, an Ständen oder in Restaurants, von Fleich aller Art bis zu Sea Food.
Kulinarisch Interessierte finden hier einen hervorragenden Anlaufpunkt.
Wie immer gilt: geh dorthin, wo die Einheimischen zu finden sind. Wir haben an der Kreuzung Cintra Street/ Lembuh Kimberly sehr gut gegessen.

Streetart

Eine schöne Altstadt alleine reicht noch nicht. Wie wäre es mit etwas Schmuck?
Überall gibt es kleine und große Grafitties zu entdecken, die Farbe in den Alltag bringen und schmiedeeiserne Installationen, die die Geschichte des Viertels erzählen und dem Besucher so, neben einem augenfälligen Erlebnis auch gleichzeitig einen Einblick in die Stadtgeschichte gewähren.
Aus irgendeinem, ungeklärten Grund scheinen sich Katzen einer großen Beliebtheit zu freuen.

Die 3 Jetties

…am Ufer des Meeres auf der Seite des Busbahnhofes “Jettie” sollten am Abend besucht werden. Mit den farbenprächtigsten Lichtern erleuchtet, strecken sie ihre Finger ins Meer und erlauben in der Hektik des Alltages innezuhalten und frische Meeresluft zu atmen.

Kek Lok Si – der Riesige Tempel

der mit den Buslinien 204, 205 oder 502 vom Busbahnhof der Innenstadt aus zu erreichen ist und stellt ein absolutes Must See dar, wenn man irgendwie in die Nähe kommt.
Bietet er vom Gipfel des Berges, auf welchem er steht, nicht nur eine atemberaubende Aussicht auf George Town, sondern auch ein tatsächlich einzigartiges Erlebnis, das wir so, nicht wieder erlebt hatten.
Der Tempel wird während und nach dem Chinesischen Neujahrsfest mit abertausenden Glühbirnen erleuchtet …ich möchte gar nicht an die Stromrechnung denken …es ist ein herrliches Schauspiel! Wem das noch nicht eindrucksvoll genug ist, findet etwas weiter bergauf eine der größten stehenden Buddhafiguren, die im sonst islamischen Malaysia zu finden ist.
35 Meter stehende Pracht, überdacht mit einer noch höheren Pagode.
Wirklich eindrucksvoll!

Wat Chaiyamangalaram – der ruhende Buddha

ist sehr zentral in George Town zu finden. Eine schöne Tempelanlage bereitet auf die Begegnung mit dem liegenden Buddha vor, dessen Länge über 30 Meter betragen soll.
Eindrucksvoll ist er definitiv – eine respektvoller, ehrfürchtiger Besuch sollte unbedingt eingeplant sein.

Burmese Dhammikarama Tempel

Burmese Temple
Burmese Temple

findet sich direkt gegenüber des Wat Chaiyamangalaram und ist ebenfalls einen Besuch wert. Herrlich verzierte Pagoden lassen den direkten Vergleich zwischen den architektonischen Gestaltungen der buddhistischen Glaubensrichtungen zu, der sich durch Stupas und geschwungenen Intarsien und Linien auszeichnet.
Ein wahrer Traum.

 

 

 

 

 

…und natürlich all die Moscheen

die die Staatsreligion, den Islam, repräsentieren und sich hier und da, mal unauffällig mal sehr represäntativ präsentieren.

 

Wir kamen von der Hauptstadt Kuala Lumpur mit dem Zug angefahren, eine tolle, angenehme Fahrt die fast direkt vor dem Fähranleger endete, welche uns für 5 Ringgit über die Straße von Malakka auf die Insel Penang, nach George Town bringen sollte. Alles lief so reibungslos wie wir es selten wieder in Südostasien erleben sollte, man merkte den Entwicklungsstand Malaysias deutlich, wenn man nun im Nachhinein vergleicht.

Fähranleger
Fähranleger

Die Menschen waren unglaublich hilfreich und freundlich, auf der halbstündigen Überfahrt lernten wir einen Chinesen kennen, der seit Jahren hier auf der Insel mit seiner Frau lebte, einmal war er in Deutschland erzählte er, in Frankfurt sogar und verlief sich, wusste nicht mehr weiter und hatte nicht genug Geld einstecken, um dann dorthin zu kommen wohin er musste.
Als er erfuhr, dass wir noch kein wirkliches Ziel für den Tag hatten, gab er uns eine Menge Empfehlungen und wollte uns zum Bus bringen und bot uns alle Hilfe an, die er entbehren konnte.
Wundervoll freundlich, wir bedankten uns sehr dafür und erklärten Abenteurer zu sein, um die er sich nicht kümmern braucht, weil wir unseren Weg schon finden würden und er erklärte, dass er so gerne zurück geben wollte, was ihm einst gegeben wurde und eben auch helfen wollte.
“Das hast du – allein mit deinem Willen dies zu tun.” Fast schon Absolution erteilend lächelten wir mit unserem schweren Gepäck auf dem Rücken und verabschiedeten uns winkend.

Wir zogen in ein altes Holzhaus eines Händlers in der Altstadt, hier war nun ein Hostel eingebracht.
Dunkle, knarzende Treppen führten uns in den ersten Stock des nach Räucherstäbchen riechenden Hauses. Die einzelnen Abteile in denen vormals Lagerräume untergebracht gewesen waren, zumindest nahmen wir das an, waren in mit Schiebetüren zu verschliessende Kabinen unterteilt, in die gerade so das großügige Bett, unsere Rücksäcke und wir passten – zum Glück gab es ein Moskitonetz überm Bett. Zwar mit Löchern versehen, aber immerhin. Man mag es nicht glauben – aber diese Biester fanden tatsächlich die wenigen, kleinen Löcher. Nunja, wir hatten ja eine Handvoll Klammern dabei.
Bei der ständigen, inherenten Bedrohung durch Malaria macht man sich doch schon ständig Gedanken, ob man durch den nächsten Stich nicht einfach sterben wird.
Der Muezzin der nahegelegenen Moschee rief zum Gebet während wir aufstanden, um beim Inder Roti zu frühstücken und einen buddhistischen Tempel zu besuchen – DAS ist Multikulti!

Eines Abends setzte sich auf dem Street Food Market eine malayische Familie zu uns an den Tisch, die hier auf Urlaub war. Die Kleine, die englisch in der Schule hatte, fungierte als Dolmetscher und ehe wir uns versehen konnten, hatten wir allerlei zu probierende Gerichte auf dem Tisch und und wurden durch die Gassen der Stadt geführt. Noch heute sind wir dann und wann über Facebook in Kontakt, das war ein sehr schöner Abend.
Vielleicht haben wir ja mal die Gelegenheit uns erkenntlich zu zeigen …das war nun schon die zweite malaysische Familie, die wir während unserer Reise kennenlernen durften, die eine beim House Sitting in Melbourne die andere hier – und beide waren sooo nett.

Malaysia wird ganz bestimmt wieder einmal besucht werden!

Von George Town sollte es weiter nach Krabi in Thailand gehen, am Busbahnhof im Zentrum gibt es einige Reiseagenturen: wir kauften uns hier ein Ticket und sprangen einige Tage später zu einer waghalsigen Tour mit dem Minibus über die Grenze nach Thailand, rüber nach Krabi und steckten schon wieder in unserem nächsten Abenteuer, nicht nur die Fahrt, bei der wir um unser Leben fürchteten, oder die Pause während derer ich meine Kreditkarte im Automaten habe stecken lassen und diese von einem älteren Herren gerettet bekam – am spannendesden war tatsächlich der Grenzübertritt von Malaysia nach Thailand …aber auch den meisterten wir …auch ohne “Bakschisch”.

 

Benötigt ihr mehr Tipps zur Vorbereitung eures Trips? Dann schaut euch diese Reiseführer mal an:


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