Einreise mit dem Motorrad von Laos über Vietnam nach Kambodscha

Eingetragen bei: Kambodscha, Südostasien | 6

Grenzübergänge oder die Themen “Einreise” / “Ausreise” sind bei uns besonders beliebt, da wir immer wieder verstörende Geschichten hören und auch selber erleben (Thailand, Laos) vor allem in Südostasien – vor allem von Motorradfahrern.

Von anderen Travellern hatten wir gehört, dass wir mit unseren Honda Win nicht direkt von Laos nach Kambodscha einreisen können. Es heißt, dass die Grenzbeamten in Laos dich zwar durchlassen, aber die (oder ein bestimmter) kambodianischer Grenzbeamte nicht. Seine Begündung: Er möchte keine vietnamesischen Maschinen in seinem Land. Wir wollten das nicht austesten und haben beschlossen, unsere Einreise über einen Umweg durchführen: Von Laos über Vietnam nach Kambodscha.

1. Einreise mit dem Motorrad von Südlaos ins zentrale Hochland von Vietnam

Grenzübergänge: Phou Keua (Laos) – Bo Y (Vietnam)
Städte: Paksé/ Attapeu (Laos) – Pleiku/ Pleikan/ Quy Nhon (Vietnam)
Auf der Strasse 11 schlengelten wir uns von Paksé hoch auf kühle Bolaven-Plateu und weiter nach Attapeu. Wir schliefen in Attapeu für 60.000kip und fuhren am nächsten Tag früh los: viele Berge hoch, viele Berge runter und genossen noch einmal die herrliche Landschaft von Laos und die frische Luft in den Bergen – Kein Dorf weit und breit. Plant für den Grenzübergang von Attapeu nach Pleiku/ Plei Kan / Quy Nhon mit dem Motorrad einen ganzen Tag ein.

Die Ausreise aus Laos gestaltete sich sehr einfach. Nach dem “Used”-Stempel auf unserem Laos-Visum rollten wir 5m zum vietnamesischen Grenzübergang. Der Grenzbeamte grinste schon als er uns sah und deutete Hotze gleich mit Handzeichen, dass er gerne Hotzes Bart anfassen würde! Na klar! Köpfchen durchs Fenster und der Grenzbeamte freute sich wie ein kleiner Junge, der Zuckerwatte essen darf.

Der Grenzbeamte schaute sich unsere Pässe an und winkte uns durch. Super einfach und sehr komisch! ABER: Sind wir jetzt in Vietnam ohne Stempel eingereist? Wir wussten zwar, dass es bis 30.06.2016 für Deutsche möglich ist 15 Tage ohne Visum einzureisen, aber wie wissen denn die Vietnamesen, wann wir eingereist sind und wieder ausreisen?! Etwas unsicher fuhren wir weiter und sahen bald ein großes Gebäude. Einen Einreise-Stempel muss es schon irgendwo geben, oder? Also ab ins Gebäude und siehe da! StempelStemplStempel.

Gut zu wissen für die Einreise via Landweg:
Solltet ihr länger als 15Tage (vorläufig gültig bis 30.06.2016) in Vietnam bleiben wollt, dann müsst ihr euch eurer Visum vor Einreise besorgen.
Solltet ihr von Vietnam nach Laos einreisen und ein Visa-on-Arrival für Laos beantragen, dann bedenkt bitte, dass es an dieser Grenze KEINEN ATM gibt, sondern nur Exchange-Büros!

2. Einreise mit dem Motorrad von Zentralvietnam nach Kambodscha

Grenzübergang: O’Yadav – Le Tanh
Grenzstädte: Duc/ Pleiku (Vietnam) – Ban lung (Kambodscha)
Wir schliefen in Pleiku und fuhren dann die QL40/14 weiterüber Duc. Wir fuhren zu erst die 14c runter, da diese Strecke auf maps.me als kürzere empfohlen wurde, aber sahen nach 11km, dass es sich um eine dirt road handelt. Nach dem Ho Chi Minh Trail hatten wir heute keinen Bock mehr auf Dirt Road. Also umgedreht und 11km zurückfahren, um dann die QL40/ 14 Richtung Pleiku/Duc nehmen.Vietnamesicher Tee und Kaffee

Wir stoppten in Pleiku, um unseren ersten vietnamesichen Kaffee zu uns zu nehmen und uns in den Geschmack zu verlieben!

Gegen 16Uhr erreichten wir die vietnamesische Grenze Le Tanh, um dort festzustellen, dass es kein ATM gibt. Unser Plan war eigentlich, dass Visum für Kambodscha vor Ort, an der Grenze, zu bezahlen!

Aber: KEIN ATM – KEINE DOLLARS – KEIN VISUM

Wir hatten genug Dollar für 1 Visum. Einer von uns könnte jetzt schon …jajaja.

Also: Erneut umgedreht (Tag der doppelten Strecke) und 20km zurückfahren, um im Grenzort Duc Dollar zu tauschen. Die erste Bank gab uns nach 15min zu verstehen, dass sie keine Dollar hat und wir zum Goldhändler müssen – der hat viele viele Dollars. Leicht nervös fuhren wir ins Zentrum von Duc und klapperten 2 Goldhändler ab – der erste Goldhändler hatte Dollar und nach 2 min hatte er keine mehr … ich habs nicht verstanden! Also auf zum Nächsten, der auch keine Dollar hatte. Es wurde später und später …
… und endlich hatte ich einen gefunden, der mir 100 US-Dollar tauschte. Schnell zum Geldautomaten gehuscht und die passende Menge an Dong abgehoben und zurück zum Goldhändler. Es fühlte sich irgendwie illegal an, was sicherlich daran lag, dass ich in Deutschland nur zur Bank gehe (bisher ;)). Nach 1 h hatten wir endlich genug Dollar, um am nächsten Tag die Grenze zu passieren.

Tag der Einreise: Von Vietnam nach Kambodscha via O’Yadav – Le Tanh

An der vietnameischen Grenze Le Tanh begrüßten uns die Grenzbeamten wieder sehr freundlich. Wir mussten unser Gepäck abschnallen und durch ein Röntgengerät fahren lassen. Danach ab zum Grenzbeamten und den Ausreisestempel für Vietnam holen. Super einfach! Keine Probleme!

Wir fuhren dann ein paar Meter im staatenlosen Gebiet und erreichten die kambodschanische Grenze O’Yadav. Der Grenzbeamte winkte uns mit unseren Honda Win durch die Grenze und zeigte gleich auf den Parkplatz, wo wir unsere Honda Wins abstellen konnten. Wir gingen zum Grenzerhäuschen und siehe da: Wir hatten ja noch gar kein Visum! Aha! Also zurück durch die “Grenze” und erst einmal ein Visum beantragen. Während wir warteten, wurde uns folgendes bewusst: Unsere Motorräder sind schon in Kambodscha eingereist – wir noch nicht!

Die Einreise nach Kambodscha ging auch ohne weitere Probleme. Wir zahlten zwar 35,-US Dollar (5,- Dollar Bearbeitungsgebühr!!) fürs Visum, obwohl nur 30,-USDollar fürs Touristenvisum üblich sind, aber ist eben Kambodscha! Der Weg von der Grenze Kambodschas bis nach nach Ban lung ist landschaftlich nicht reizvoll – Die großen Flächen wurden größtenteils gerodet.

Beim zweiten Anlauf haben wir es über die Grenze geschafft! Immer diese Grenzübergänge!!!

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Wenn ihr wissen wollt wo wir gerade stecken, könnt ihr euch auch hier über unsere Route informieren.

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6 Antworten

  1. Xaver

    Bin in diesem Jahr mit meinem thailändischen Motorroller in Kambodscha gewesen. Manche Polizisten machen sich nichts aus dem thai-Nummernschild. Einmal haben Polizisten meiner Freundin einen Gesetzestext gezeigt, daß das Fahren mit ausländischem Nummernschild bei Gefängnisstrafe verboten ist. Wie auch immer.

  2. Matthias

    Zuerst einmal vielen Dank für die spannende Story!!
    Wir suchen gerade Informationen für unsere eigene Motoradtour von Vietnam bis Kambodscha. Fraglich ist für uns, ob wir mit vietnamesisches Motorrädern in Kambodscha einreisen und fahren kann, und ob man diese dort auch verkaufen kann?
    Kommt man mit vietnameischen Töffs überhaupt über die Grenze nach Kambodscha?

    Danke für eure Hilfe:-)

    • hotze

      Moin und Servus!
      Solange du ein Vietnamesisches Motorrad, bzw ein in Vietnam zugelassenes Motorrad hast, sollte das kein Problem sein.
      Wir haben unsere Bikes in Laos gekauft (eins in Luang Prabang, eines in Vientiane), sind durch Laos, Vietnam und Kambodscha gefahren
      und hatten keinerlei Probleme.
      Kann sein, dass dir jemand am Grenzübergang zusätzlich zu den Visagebühren eine “Service Fee” abknöpft, oder ein Polizist einen Führerschein sehen will – das ist aber unwahrscheinlich, und wenn doch – zahlt man eben die “Fee”. Diskutieren bringt höchstens das Gegenteil.
      Kaufen und Verkaufen läuft eh unter Backpackern oder mit auf Ausländer spezialisierten Händlern…aber da habe ich bisher keine guten Geschichten gehört.
      Ansonsten ist alles unproblematisch, Werkstätten und Tankstellen gibt es an jeder Ecke, auch im Busch…
      Macht euch da mal nicht zu viele Gedanken.
      Nur…der Verkehr kann in Großstädten schon anstrengend sein.
      Aber da findet man sich rein.
      Viel Spaß auf eurer Reise, ist wirklich eine wundervolle Art das Land und die Leute kennen zu lernen.
      Bei Fragen -> jederzeit!
      Gerne auch wenn ihr Lust habt einen Gastartikel über eure Erlebnisse zu schreiben.
      Cheerio
      ~Hotze~

  3. Hagen

    Ende des Jahres fliege ich für 3 Monate nach Asien. Möchte mir eine Honda CRF250L (Enduro) kaufen und habe mich letztes Jahr auch schon entsprechend informiert. Werde das Motorrad folglich auf mich anmelden (Greeenbook). Hat jemand Erfahrung wie es dann aussieht, damit in andere Länder zu reisen? Laos und Kambodscha soll wohl kein Problem sein, wie ich gehört habe. Aber wie sieht es aus, damit weiter nach Vietnam zu fahren? Habe bereits gelesen, dass es sein kann, dass man mit dem Motorrad rein, aber nicht mehr raus kommt. Hat jemand diesbezüglich Erfahrungen? Herzlichen Dank im Voraus. Hagen

    • hotze

      Moin Hagen,
      der Trip hört sich sehr interessant an, das Motorrad ist sicherlich eine gute Wahl, obwohl man mit den kleinen 110ccm Honda Wins Copy Cats und Stollenreifen auch überall hin kommt. Weiter bieten diese den unschlagbaren Vorteil von quasi jedem repariert werden zu können.
      Aber, zu deiner eigentlichen Frage: Du sagst du startest in “Asien” wo denn in diesem sehr großen Asien?
      Erfahrungsgemäß kann man mit einem in Vietnam zugelassenen Motorrad nach Laos und Cambodia ohne Probleme reisen. Niemand, also wirklich niemand wollte etwas dazu wissen.
      Hier gibt es “offene Grenzen” um Grenzgängern das arbeiten im Nachbarland zu erleichtern.
      Nach Thailand geht es ohne Zollformalien nicht.
      Nach China auch nicht.
      Über den Rest kann ich zumindest nichts sagen – finde die Frage aber sehr interessant und würde mich freuen wenn es hierzu noch etwas Input gibt!

      Gute Reise!!
      ~hotze~

  4. Hagen

    Werde das Motorrad voraussichtlich in Chiang Mai kaufen. Eine gut erhaltene CRF kostet gebraucht 80-90 TBH.
    Auch diese ist sehr verbreitet in Asien und Ersatzteile sind folglich gut verfügbar. Letztes Jahr ist mir im Dschungel westlich an der Grenze zu Myanmar 40 km von der nächsten asphaltierten Strasse bei einer gemieten CRF die Kupplung kaputt gegangen. Wurde mit einem kleinen Schlepper und ungefederten Hänger ins nächste Dorf tansportiert. Von dort aus mit einem Jeep bis an die asphaltierte Straße. Dann auf ein Sammeltaxi geladen und über eine weitere Station 300 km nach Mae Sot. Dort Kiste ausgeladen und gefragt, was das kostet. Er müsse erst fragen, sagte der Mechaniker. War kurz weg, mir eine Cola holen. Als ich wieder kam, wurde gerade die Kupplung durch einen Fahrradfahrer geliefert. 2 Std. später war die Kiste gegen 16 Uhr repariert. Am Morgen davor stand ich noch im Jungel.

    Bin auf meinem Trip auch kurz 2x schwarz nach nach Myanmar. 1x hat uns eine Straßensperre in Myanmar aufgegriffen und zurück geschickt. Möchte aber keinen ermuntern, das auch zu machen. Ich spreche Thai und kann mich immer vor Ort erkundigen. Die Lage kann sich in Asien bekanntlich täglich ändern.

    Bin was meine Touren angeht flexibel. Muss erst mal das Motorrad kaufen und dann auf meinen Namen anmelden. Habe zwar 3 Monate Zeit, weiß aber noch nicht, wie lange ich auf das Nummernschild warten muss. Denn ich werde das Motorrad in Khon Kaen anmelden, weil ich mich dort ebenfalls anmelden werde. So was kann auch mal 3 Monate dauern. Notfalls muss ich mein Vorhaben verschieben. Motorrad bleibt in Thailand.

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