Die Killing Fields – Choeung Ek

Eingetragen bei: Kambodscha, Südostasien | 0

Die Killing Fields sind einer der Orte an denen die Perversität der Roten Khmer ganz besonders zum Vorschein kommt.
Der einzelene Mensch war nichts mehr wert.
Der Kommunismus, so wie ihn sich die Organisation „Angkar“ unter Pol Pots Leitung vorstellte war alles.
Für abtrünnig Gehaltene waren dem Tode geweiht und weniger Wert als eine Kugel.
Auf den Killing Fields wurde geschlachtet. Geschätzt 200.000 Menschen sahen sich hier mit den letzten Augenblicken ihres Lebens konfrontiert.

Die Killing Fields bestehen aus einer Reihe von geschätzt 300 Stätten, die sich über das gesamte Land Kambodscha erstrecken und heute zum Teil für Besucher geöffent sind,
um die Schrecken der nicht lange zurück liegenden Vergangenheit in Erinnerung zu halten.
Die wohl bekannteste, Choeung Ek, liegt in der Hauptstadt Phnom Phen, auf diesen ehemaligen chinesischen Friedhof und Obstgarten, 17 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, wurden diejenigen gebracht, die ihre „Geständnisse“ im Foltergefängnis S21 unterschrieben hatten – oder diejenigen, die sofort zum Tode verurteilt worden waren.
Die Erde ist von Blut getränkt.

Um Kugeln zu sparen, wurden die Menschen hier nicht erschossen.
Diejenigen, die mitten in der Nacht mit verbundenen Augen von den ankommenden Lastwägen geprügelt und mit Fußfesseln auf das Feld geprügelt wurden, wurden erschlagen.
Die Schädel wurden zertrümmert.
Mit Bambusstöcken, Schaufeln, Hacken, Hämmern und Eisenstangen.
Sie wurden erstochen, enthauptet oder ihre Kehlen durchgeschnitten.
Mit Dolchen, Messern und Äxten – mit den scharfen Kanten der Palmblätter.
Und in Massengräbern verscharrt.

Kleinkinder und Säuglinge wurden an den Füßen gepackt und so lange an einen Baum geschlagen bis sie nicht mehr schrien.
Als Choeung Ek von den Vietnamesen befreit wurde, war der ganze Baum voller Haare, Blut…Gehirnmasse.

Es war ein wahrgewordenen Alptraum.
Es war die Hölle auf Erden.

Wer einmal hier angeliefert wurde, fand nie wieder den Weg hinaus.

Die Leichen wurden in Massengräbern verscharrt.

Noch heute kommen durch Bodenerosion Schädel, Knochen und Kleiderstücke an die Oberfläche und werden von den Angestellten eingesammelt.

Von den Bauten, die hier errichtet wurden, steht keine mehr.
Nach der Befreiung durch die vietnamesische Armee wurden die Hütten von der verarmten Bevölkerung aus Hass und Not abgerissen.
Man benötigte das Material um Wohnraum zu bauen.
Die Werkzege des Todes, die Hacken und Schaufeln fanden wieder zu ihrem ursprünglichen Einsatzzweck auf den Feldern Kambodschas zurück.
Gedenktafeln errinern heute an den Ort der Bauten und deren Funktion.

Das Wort Todeslager in diesem Kontext zu verwenden wäre falsch.
Es ging nicht darum die Menschen zu „lagern“ – höchstens für ein oder zwei Nächte.
So lange bis wieder genügend Kapazität frei wurde, um eine neue Ladung Mensch zu vernichten und zu verscharren.
Die Killing Fields sind eine reine Hinrichtungsstätte.

Die Existenz der Killing Fields war bis zur Befreiung im Ausland unbekannt, die vietnamesischen Soldaten traf ein Schock. Vollig unvorbereitet fanden sie immer mehr dieser Einrichtungen. Die Berichte über diese menschenverachtenden Todesstätten wurden im Ausland als reine Propaganda der Vietnamesen abgetan, die einen Vorwand suchten legitim in Kambodscha einzumarschieren, um ihren marxistischen Sozialismus weiter auszudehnen.

Die Roten Khmer wurden bis in die 80er Jahre durch Staaten wie USA, Großbritannien und Deutschland mit Geld, Ausbildung und Waffen unterstützt, um sich gegen die vietnamesischen Invasoren zur Wehr zu setzen.
Der Autogenozid der Roten Khmer wurde vom Westen geleugnet.
Der Westen sah Vietnam als den wahren Feind.

Ein weiteres, grausames Kapitel der Menschheit.
Ein weiteres Kapitel, in dem unsere westliche Gesellschaft maßgeblich dazu beigetragen hatte, dass es überhaupt erst dazu gekommen ist und überhaupt so lange funktioniert hat.

Es ist wichtig, diesen Stätten der Menschheitsgeschichte einen Besuch abzustatten. Auch wenn es schrecklich weh im Herzen tut das zu sehen.

Die touristischen Choeung Ek – Killing Fields

Ihr besucht eine Stätte der schrecklichsten Abgründe der Menschheit. Circa 17.000 Menschen wurden hier abgeschlachtet.
Mädels: Schultern bedecken, knielange Hosen, nicht Bauchfrei.
Eltern: Überlegt euch, ob ihr eure Kinder mit hinein nehmt – und wenn, wie ihr ihnen erklärt was hier passiert ist. Das hier ist harter Tobak. Ich hatte einige Male Tränen in den Augen.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Geöffnet sind die Killing Fields vor den Toren der Stadt
Montag bis Sonntag 08:00 – 17:00
an Feiertagen können sich Änderungen ergeben.

Der Eintrittspreis beträgt 6US$ pro Person und beinhaltet einen Audioguide, der sehr gut an einzelne Stationen führt und erklärt.

Sangkat Cheung Aek ist mit einem Roller oder einem TukTuk sehr gut zu erreichen und liegt ca. 17 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.

Die Tour über die Killing Fields dauert, wenn an sich den Audioguide in Ruhe anhört, und das angeschlossene Museum besucht in etwa drei Stunden.

Weiterführende Artikel findet ihr hier:

Auf Rollköfferchen

Rote Khmer
Foltergefängnis S21

Auf Wikipedia

Todesstätten der Roten Khmer

Choeung Ek

Auf Youtube

Verschiedene Filme

 

…nie wieder Krieg!


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