Singapur – on Budget?!

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Singapur ist für uns das Tor nach Asien. Schliesslich macht es von Australien kommend nur Sinn hier einen Stopp einzulegen wenn man die volle „Erbarmungslosigkeit“ Asiens nicht wie ein Brett vor den Kopf geknallt bekommen möchte und noch mit einem Bein im Westen festhängt.

Es gab schon Leute die Singapur „die Schweiz Asiens“ genannt haben – ich denke das ist eher auf die Preise hier in dieser Stadt – oder in diesem Land bezogen die es stellenweise tatsächlich in sich haben. Zumindest Downtown. Aber davon mal abgesehen funktioniert diese Stadt hier, alles läuft wie geschmiert und rattert wie ein (Schweizer) Uhrwerk. Der Public Transport zum Beispiel – der ist Pünktlich und perfekt organisiert. Bei Umstieg von einer in die andere Linie gibt es nie längere Wartezeiten als 2 – 3 Minuten, wenn ein Zug um 17:00 kommen soll, ist der dann auch da. Nicht 17:01, nicht 16:59 – um 17:00. Das ist deutscher als deutsch – das ist Schweizerisch.

Ich weiss nicht was ich von Singapur erwartet habe, vielleicht eine etwas futuristischere Stadt – sowas wie bei „das fünfte Element“ vielleicht.

Wahrscheinlich sogar eine etwas sauberere Stadt – schließlich ist diese Stadt berühmt und berüchtigt als die „sauberste Stadt der Welt“.

No Step furtherKaugummis sind illegal.
Die Einfuhr von Zigaretten muss beim Zoll angezeigt werden.
Essen und Trinken in der U-Bahn wird mit 500 Singapur Dollar bestraft.
Auf Grafittis steht die Prügelstrafe.
Drogenschmuggel wird mit dem Tode geahnded.

Naja, vielleicht habe ich mir Singapur auch einfach nur vorgestellt wie es in 200 Jahren sein wird und bin etwas enttäuscht hier keine fliegenden Auto vorgefunden zu haben, vielleicht habe ich auch einfach nur zu viel fern gesehen, vielleicht habe ich auf dem Flug von Brisbane kommend auch einen „Singapore Sling“ zu viel getrunken.

Singapore SlingDieser großartige Cocktail aus Gin, Kirschlikör, Benedictine etc.
hat bei mir spätestens nach dem leeren des zweiten Becherchens den Eindruck hinterlassen doch keinen dritten mehr im Flugzeug zu bestellen.
Schliesslich wollte ich nicht zu angeheitert am Zoll vorbei – war auch gut so, wir wurden nämlich beide ersteinmal in Separé gebeten bevor wir den Sicherheitsbereich am Flughafen verlassen durften.
Nunja, es kann auch einfach daran liegen, dass wir jetzt „die Ausländer“ sind.
Auf den ersten Blick zu erkennen und in die „ihr gehört hier nicht her“ Schublade zu stecken.
Interessanntes Gefühl mal selbst das Alien zu sein.

 

Hier waren wir nun gelandet. In dieser 5.5 Millionen Einwohner Stadt/Land mit wahnisnniger Architektur die jährlich 11 Millionen Touristen begrüsst, die zu den teuersten Städten der Welt gezählt wird und mit 7.600 Einwohnern pro km² eine doppelt so hohe Bevölkerungsdichte als Berlin aufweist.
Hochhaus an Hochhaus, Wolkenkratzer für Banken, für Wohnraum, für Hotels.
Oben arbeiten oder wohnen die Menschen.
In der Mitte werden die Autos geparkt.
in den unteren Geschossen finden sich Restaurants und Shoppingzentren.
Im Untergrund fährt die Subway.
Hausnummern werden hier meist erst garnicht vergeben.
Man nennt diese Häsuer, diese Wohn- und Arbeitsfabriken gleich „Blocks“.
In manchen müssen, der Größe nach, geschätzt über tausend Menschen wohnen.
Buddhistische Tempel stehen neben denen von Hindus, stehen neben Moscheen, stehen neben christlichen Gebetshäusern und sind für Besucher frei zugänglich.

Der klassische Plattenbau aus dem Osten wirkt da wie ein Legobaukasten und stinkt im Vergleich voll ab.
Und trotz dieser krassen Bevölkerungsdichte läuft alles geschmiert.
Wenige Straftaten, freundliche, aber zurückhaltende Menschen, hochmodern und traditionell.

Ich hatte das Gefühl in einem digitalen Ameinsenhaufen gelandet zu sein.
Utopisch – irgendwie auch Dystopisch.

Überwältigend, abstoßend, auf seine eigene Art und Weise wunderschön und magisch zugleich.

Aber wir sind auch Backpacker – deswegen auch immer auf ein Schnäppchen aus.

Schwierig in einer der teuersten Städte der Welt mag man denken…ja. Geschenkt gibt es hier (fast) nichts das ist richtig.
Und ja – Downtown im CBD, dem Central Business District ist es sauteuer.
Selbst wenn man noch an die australischen Preise gewöhnt ist.
1 $GD antspricht in etwa einem AU$ und ist damit ca. 40% mehr Wert als 1€ zu unserer Zeit.
Der positive Umrechnungskurs hilft also schonmal etwas.
Aber das kann ja nicht alles sein.

Der Public Transport

…läuft nicht nur wie geschmiert und ist wahnsinnig sauber, hier kann man (könnte man) sich bedenkenlos über den Fußboden rollen ohne schmutzig zu werden, an der Haltestelle Frankfurt Hauptwache würde ich das nichteinmal für Geld machen – Züge und Busse sind auch noch super günstigt.
Der altsozialistische Spruch, nachdem die Bahnhöfe die Paläste des Proletariats sein sollten scheint hier zur Verwirklichung gekommen zu sein, und das in einer turbokapitalistischen Stadt.
Modernste Stationen und für die UBahn Fahrpreise zwischen 1,20$ (Kurzstrecke) und 2,60$ (einmal quer durch die Stadt), für die Busse Fahrpreise ab 0,80$ (abgezählt bereithalten).
Da gibt es wirklich nichts zu meckern.
Wer es noch günstiger haben möchte kauft sich eine Fahrkarte für 10$ die dann den ganzen Tag gilt.
Und wer es noch günstiger möchte kauft sich einen Touristenpass für 20$ der drei Tage gültig ist (+10$ Pfand die bei Kartenrückgabe erstattet werden).

Der Transport ist also garnichtmal soooo teuer – was von Vorteil ist wenn man die Stadt ausgiebig erkunden möchte.

Wer nach Malaysia mit dem Zug weiterreisen möchte muss bis zum Checkpoint Woodlands fahren um sich dort ein Ticket für den Zug kaufen zu können.
Wer gerne mit dem Bus reist kann seine Tickets im „Golden Mile Komplex“ kaufen („Lavender Station“) – Wer die Anbieter vergleicht und nach Möglichkeit
Feiertage wie zum Beispiel das „Chinese new Year“ meidet kann auch hier ein Schnäppchen machen und für etwa 20$ entweder per Zug oder Bus nach „Kuala Lumpur“ kommen.

Das knurren im Bauch

Stadtbesichtigungen und UBahn Fahrten machen Hunger. Ist einfach so. Irgendwann knurrt der Magen und will gestopft werden.
Keine Wahl.
Wir wollten eigentlich direkt in Chinatown etwas günstiges und gutes „schiessen“ – so wie wir es aus der Vergangenheit gewohnt waren.
Nur, Chinatown scheint ein fester Bestandteil des Singapurianischen Tourismusprogrammes zu sein.
Ja 15$ für ein Essen mittlerer Kategorie ist Standard (wenn man gerade aus Australien kommt) aber das muss (MUSS) doch noch billiger gehen?!
Also – Eat where the Locals eat!
Überall in den Straßen- oder Unteren Ebenen der großen Blocks gibt es „Foodcourts“.
Essensstände die alles erdenkliche der asiatischen Küche verkaufen.
Hauptgerichte zwischen 2 und 4 $ und Nachspeisen zwischen 1 und 2 Dollar sind hier ohne Probleme zu finden.
Damit man über die Hygiene bescheid weiss gibt es ein A B C Rating für die Gastronomen.
A und B sind wohl als bedenkenlos zertifiziert. C … Naja – ist ja gekocht.
Und ohne kann bedeuten, dass es keine Zertifizierung gibt oder, dass der Koche einfach hätte Friseur bleiben sollen (nichts gegen Friseure – ihr wisst schon 😉 ).

Für wenige Dollar ist also auch der Magen mit den verschiednesten kostlichkeiten aus den Küchen der Tamilen, Chinesen, Malayen, Indonesier und und und zu füllen sodass man auch damit Tage verbringen könnte.

Die Skyline

Natürlich ist dieses wahnsinnige Gefühl, so klein und verloren zwischen all diesen wunderschön funkelnden Wolkenkratzern zu stehen und ein nächtlicher Spaziergang am Hafen entlang der Esplanade vorbei an den auf dem Wasser treibenden und funkelnden Schiffen nicht nur kostenlos sondern auch unbezahlbar.

Kultur

Buddas ToothMuseen sind allesamt kostenpflichtig, anders als wir es noch in Australien gewohnt waren, allerdings kann man die Tempel in Chinatown, zum Beispiel „Buddas Tooth“ kostenfrei besuchen und der Spaziergang durch Chinatown an sich ist schon ein kleines Kuriosiätenkabinett. Und wessen Neugier von Chinatown noch nicht befriedigt wurde schaut am besten gleich  nochmal in „Little India“ vorbei. Das Essen ist günstiger und auch hier kann man kostenfrei in die Tempel und mit etwas Glück auch eine der täglichen Prozessionen miterleben.

„Gardens at the Bay“ ist ein unbedingtes muss!

Kommt während des Tages und schlendert durch die großangelegte Parkanlage und schaut euch die verschiedenen Stile der Gärten an. Den malaysischen Garten zum Beispiel, oder den chinesichen.

Und auf jeden Fall die „Super Trees“ – merkt euch die „Super Trees“ und kommt am Abend wieder zurück.
Um 19:45 jeden Abend und um 20:45 findet hier eine spektakuläre Licht- und Musikshow statt die sich so wunderschön in die Skyline einfügt – und ds for free!

Leider findet ungefähr zur gleichen Zeit, dann aber wieder um 21:15 im Hafenbecken hinter dem „Marina Bay Sands“ eine Lasershow statt die ebenfalls spektakulär ist.

Man muss sich also entscheiden was man zuerst machen möchte…beides ist gut besucht.

Ja, alles andere kostet Geld soweit wir es während unserem kurzen Besuch erfahren haben…

…der Ausflug auf die Rooftop Bar ist nicht immer mit dem Getränkepreis abgetan, der Eintritt zum Dach des „Marina Bay Sands“ Hotels kostet 22$ pro Person + Getränke. Die Getränke in einer Bar können es zudem so sehr in sich haben, dass man die Diskussion um den jährlichen Maßpreisanstieg auf dem Oktoberfest als lächerlich abtut (0,4l Bier ~10$ / LePark) oder der „Singapore Sling“ im Raffle Hotel – dem Erfinder dieses Cocktails für 30$, die meisten Attraktionen in Singapur kosten und kosten und kosten.

Allerdings ist das pure erleben Singapurs schon so eine freakige Besonderheit das man bei einem zwei oder drei Tages- Budegtaufenthalt auch ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen auf die absoluten overpriced Touristenfallen verzichten kann.

Go where the locals are – Immer ein guter Tipp, gerade in Singapur.

Und schlafen muss man ja auch noch irgendwo!

Hotels in allen Preisklssen findet man zuhauf in Singapur, wir haben über bookig.com das ** „Fragrance Ruby“ einen Katzensprung Ausserhalb des Stadtzentrums (10 Min mit der Tram in die Stadt 10 Min zur Station) gefunden. Drei Nächte waren um die 80€. Für Singapur also ein absolutes Schnäppchen und sauber obendrein.


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