Teheran – die Hauptstadt

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Teheran die Hauptstadt Irans stellt mich auch hier beim Schreiben des Blogeintrages vor eine Herausforderung.

Wie vor Ort schon selbst frage ich mich; “Wo fange ich an, wo höre ich auf?”.

Es gibt eigentlich nur eine Antwort im Umgang mit der knapp 9 Millionen starken Megacity…”Mittendrin”.

Man würde Jahre brauchen um diese Stadt, um Teheran, in ihrer gesamten Feinheit zu erfassen, von daher muss es ein bisschen hiervon und ein bisschen davon tun.

Teheran - die Hauptstadt
Immer mit Blick auf die Berge

Landen wird man wahrscheinlich, sollte man gerade im Iran ankommen, auf dem Flughafen “Imam Khomeini” (IKA) – 50 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Dieser ist die Tür für internationale Flugverbindungen in das Land – und wieder hinaus.

Backpacking Iran
Welcome

Es gibt noch einen zweiten Flughafen in Teheran, deutlich näher zur Stadtmitte; “Tehran Mehrabad” (THR) dieser ist für regionale, also inneriranische Flüge gedacht.

Zu “THR” können wir nicht viel sagen, da wir im Iran nicht mit dem Flugzeug unterwegs waren.

“IKA” ist sehr gut angebunden.

Es gibt folgende Möglichkeiten um dorthin oder wieder weg zu kommen:

Die Metro: ca. 1,5 Stunden ins City Center – Kosten pro Person ca. 12.000 IRR (Mai 2019)

Taxi: ca. 1 Stunde ins City Center – Kosten pro Cab ca. 1.000.000 IRR (Mai 2019)

Der ÖPNV in Teheran ist sehr gut ausgebaut. Man kommt überall ohne Probleme hin.

Taxen sind vergleichsweise günstig, der Zustand der Wägen durchgehend unterschiedlich, von Hot bis Schrott.
10 Kilometer in der Stadt haben im Schnitt 200.000 IRR gekostet.
Der Fahrstil vieler Taxifahrer ist für den Westeuropäer durchaus gewöhnungsbedürftig.
Zum Glück sind die Straßen meist so vollgepfropft, dass dies ein Rasen verhindert.
Taxis für Überlandfahrten sind durchaus ein probates Mittel der Fortbewegung.
Für 100Kilometer sollte man etwa 10€ einkalkulieren.

Man tut im übrigen gut daran sein Ziel in persischer Sprache geschrieben bei sich zu tragen.

Viele, aber eben nicht jeder spricht englisch (verblüffend viele sogar deutsch).

Die Metro ist vorbildlich ausgebaut, davon kann sich Deutschland ein gutes Stück abschneiden, die Bahnen verkehren im Minutentakt von 05:30 – 23:00 Uhr und bringen einen quasi an jeden Ort in Tehran.

Die Fahrt kostet 12.000 IRR pro Person, egal ob eine Station angefahren wird, oder alle.
Das Geld sollte am besten bereits abgezählt über den Ticketschalter geschoben werden.
Geduldig in einer Schlange stehen ist nicht der Perser liebster Zeitvertreib.

Zur Rushhour kann es in der Bahn etwas “gemütlich” werden und nicht alle Wägen sind Klimatisiert, dennoch unser Lieblingsverkehrsmittel in Theran.
Mit großem Gepäck sollte man nicht reisen…

Für Frauen steht der Woman only Bereich zur Verfügung.

Dieser befindet sich im kenntlich gemachten Bereich, meist am Beginn des Zuges.
Unnötig zu erwähnen – Männer haben hier keinen Zutritt.
Stationen werden in Farsi und in Englisch angekündigt.
Einige Züge verfügen über LED Stationsanzeigen – natürlich zweisprachig.

Wo die Metro endet, greift ein weitverzweigtes Busnetz.
Dieses haben wir allerdings nicht benutzt und können nicht viel dazu sagen.

Der Bahnhof für Überlandzüge befindet sich im südlichen Zentrum.
Von hier kommt man mit modernen Reisezügen in weite Teile der Republik.
Nach Kashan zB in 3,5 Stunden für ca. 250.000 IRR.
Da das Zugnetzt nicht ganz so gut ausgebaut ist wie das der Überlandbusse sollte man seine Tickets im Voraus buchen – Reisepass mitbringen!

Der Busbahnhof befindet sich im Süden von hier kommt man überall hin.
Mit dem Bus nach Kashan in etwa 3,5 Stunden für 250.000 IRR – Snack und Liegesessel inklusive.
Busse fahren wenn diese voll sind. Einfach hinkommen, “Einweiser” weisen den richtigen Bus zu, am Schalter bezahlen und im Bus Platz nehmen bis dieser abfährt.

Bei unserer allerersten Fahrt sollten wir direkt beim Fahrer bezahlen – dieser hat uns natürlich zu viel berechnet und kein Ticket ausgestellt, dies ist uns erst später bewusst geworden als der Kontrolleur ein Ticket sehen wollte und der Busfahrer in dann von uns abgezogen hat. Im gesamten machte das vielleicht 2 oder 3 Euro aus, halb so wild für uns und keiner Diskussion wert. Wer auf diese Spielchen keine Lust hat sollte darauf achten, dass er ein Ticket am Schalter kauft und auf ein Ticket bestehen.

Grundsätzlich sind alle Menschen denen wir begegnet sind, sehr sehr höflich, freundlich und hilfsbereit. Jeder hilft einem bei Fragen weiter – mit Hand und Fuß wenn es sein muss.    

Selbst das Buspersonal das uns eben noch zu viel berechnet hatte, hat uns in Kashan noch im Bus herumgefahren, zum Tee eingeladen, Selfies gemacht (Lieblingssport im Iran) und sich sehr sehr über unseren Iranbesuch gefreut.

ESSEEEENNN!!!

Wer kennt es nicht? Dieses Gefühl der Leere in einem das dringlichst gefüllt werden muss.

Keine Sorge: In Teheran gibt es alles was das Herz begehrt, ausser vielleicht westliche Fast Food Ketten wie McD und BK etc.

Aber wer braucht die schon?

Es gibt Burger, Pizza, Coke, Fritten und die gesamtheit der köstlichen persischen Speisekarte von oben nach unten durch.

Bei der Suche hat uns entweder unser Auge geholfen wenn wir an kleinen Ständen waren oder Trip advisor und Google.

Einen einzigen Restauranttipp haben wir aber tatsächlich für euch den man auf keinen Fall missen sollte:

Das Alak Restaurant im 6. District – hier gibt es neben bester Atmosphäre im Innen- oder Aussenbereich auch das beste Dizi das wir in drei Wochen Iran gegessen hatten. Stylische Atmosphäre, nettes Personal, leckeres Essen. Ein perfekter Abend!
Dizi für 2 mit Getränken und Tee danach, etwa 1Mio. IRR.

Süssmäulern seien die zahlreichen Konditoreien empfohlen – hier bekommt jeder seinen Zuckerschock!

Kaffee ist selten gut, und oftmals teuer – Tee gibt es dafür im zuckersüssen Überfluss.

Auf Coca-Cola, Nestlè und Co muss man nirgendwo verzichten – trotz Sanktionen. Der Kapitalismus sucht sich eben seinen Weg.

Ja, schon klar – was gibt es in Teheran zu sehen?

Alles ist so sehenswert, also mal von üblich zu unüblich im Stechschritt.

Das Revolutionsdenkmal, den Freiheitsturm, kann man sich ansehen (250.000 IRR), den Borj-e Milad – den größten Turm im Iran sicherlich auch (ab 250.000 IRR), den Golestanpalast sollte man sich ganz sicher ansehen (ab 400.000 IRR) hier gibt es viel staunenswertes. Den großen Basar,  Bazaar-borg, wenn man schon mal in der Nähe ist auch. Wenn man diese 4 Punkte abgearbeitet hat, dann hat man sicherlich auch DIE Hauptspots erschlagen.

 

Aber natürlich gibt es noch viel mehr:

Man könnte zum Beispiel mit dem Sessellift von Tajrish aus mit der Tochal Telecabin auf den Hausberg fahren.

Und man sollte den sehr viel kleineren und untouristischeren Bazar in Tajrish besuchen um dort entspannt zu schnuppern und zu schauen.

 

Für einen Schnappschuss eignet sich definitiv das US Mural direkt auf dem Hochhaus neben der Kathedrale und die ehemalige US Botschaft in direkter Nachbarschaft zur Sankt-Sakris Kathedrale, der größten christlichen Kirche im Iran die durch eine Armenische Gemeinde gepriesen wird.

 

Grundsätzlich kann man sagen; der Norden ist eher in der Hand der Upper Class, je weiter südlich desto weiter klafft die Reichtumsschere auseinander.

Ganz speziell kann man sagen – ganz Tehran ist sehenswert. Oftmals sind wir weite Strecken zu Fuß spaziert um sprichwörtlich jeden Stein unter die Lupe nehmen zu können.

Das Revolutionsmuseum “Holy defence Museum” (250.000 IRR) und das Gelände davor sind durchweg sehenswert.

Ganz in der Nähe findet sich auch die “Tabiat Bridge”, eine zweistöckige Fussgängerbrücke die in modernen, geschwungenen Design, zweistöckig die Stadtautobahn überspannt und zum Planetarium führt. Bei Dunkeltheit ist diese beleuchtet und gibt einen wundervollen Blick auf das Panorama mit Bergen, und Skyline dieser herrlichen Stadt preis. Kosten – zero.

 

Und mehr – und mehr – und  so viel mehr!

 

Natürlich strotzt eine Stadt wie Teheran nur so von Hoteloptionen.

Von superbillig bis, auch für unsere Verhältnisse, durchaus luxuriös ist alles drin.

Buchen ist etwas schwierig da unsere gängigen Apps im Iran den Dienst versagt haben – vieles läuft direkt über Whattsapp.

Wir haben uns oft mir Google Maps, Trip Advisor und maps.Me ausgeholfen.

In Teheran haben wir in zwei Hotels übernachtet:

Das Karoon Hotel welches sehr gut angebunden im nördlichen Zentrum liegt. Für etwas um die 20 Euro pro Nacht bekommt man ein sauberes, großzügiges Zimmer. Das Frühstick ist wie immer im Iran inklusive und…so lala.

Das Hotel Bozorg, oder Grand Hotel Teheran, in der Nähe des Karoon aber mindestens zwei Klassen gehobener.
Tolle, gehobenes westliches Level, Zimmer mit kostenfreier Minibar, Swimmingpool (nur für Männer), großartiges Frühstücksbuffet für etwa 50€ die Nacht.

Sicherheit – Sicherheit – Sicherheit

Okay, zugegeben, wir haben uns Nachts nicht im Süden Teherans aufgehalten ABER wir sind nie in irgendeine Situation gekommen in der wir uns unsicher gefühlt hätten. Nicht in einer übervollen Metro, nicht im Bazar, nicht in einem Bahnhof – nirgendwo, in den ganzen drei Wochen nicht.

Ja, man wird vielleicht mal übers Ohr gehauen.

Das gehört wohl dazu. Die Sprachbarriere, das persische Handelssgeschick, die deutsche Zurückhaltung um für 1, 2 Euro einen Aufstand zu proben. Das Kann schon passieren. Aber unsicher? Nein!

Alkohol und Drogen sind (in der Öffentlichkeit) tabu und hochgraig illegal – das bringt schon einmal viel Ruhe in eine Stadt.
Müll wird nicht auf den Boden geworfen.

Zuwiderhandlungen werden drakonisch bestraft.

Des Weiteren sind Iraner nicht nur gastfreundlich, sie freuen sich über Ausländer, sie sind stolz und wollen ihr Land gut präsentieren…das will die Regierung auch. Straftaten gegenüber Touristen werden gleich doppelt bestraft hat uns ein Guide mal erzählt.

Ich erinnere mich an ein Plakat der Polizei, an Touristen gerichtet – “We are always on your side”

Natürlich ist das kein Freibrief, halte dich an Sitten und Gebräuche.

Sei ein guter Tourist – auch Du repräsentierst dein Land.

Zu keiner Zeit gab es Stromausfälle, Probleme mit dem Wasser, der Müllabfuhr oder sonst irgendeinem infrastrukturellen Dienst.

Es war (fast) wie daheim…nur anders.

 

In weiteren Artikeln findest Du Infos zu:


Wenn ihr wissen wollt wo wir während unseres Sabbaticals waren, könnt ihr euch auch hier über unsere Route informieren.

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