Teotihuacan – eine unterschätzte Attraktion in Mexiko

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Teotihuacan ist eine der absoluten Sehenswürdigekeiten, die glücklicher- und unglücklicherweise zur gleichen Zeit (noch) nicht auf dem Schirm des Tourismus steht, während sich zum Beispiel die ägyptischen Pyramiden, Angkor Wat und Chichen Itza – zu Recht – auf dieser Liste befinden.

Keine 50 Kilometer vor diesem wundervollen Mexico City gelegen, befinden sich die Ruinen der Stadt „Teotihuacan“, die schon von den Azteken um 750 nach Christus verlassen aufgefunden wurden. Leider gibt es keinerlei schriftliche Überlieferungen über deren Bewohner, deren sozialen Strukturen, deren Handelswesen oder Glaubensrichtungen. Lediglich Überlieferungen der Sagen, die über die Azteken zu den Spaniern und dann zu „uns“ drangen und natürlich durch die Interpretationen der Fundstücke, die als Überbleibsel einer fernen Zeit in die Hände von Archäologen fielen. Das Mysterium über diese Stadt blieb über all die Zeit erhalten.

Die Straße der Toten
Die Straße der Toten

Der Dschungel verschlang die Stadt irgendwann nachdem diese verlassen wurde und das Andenken an diese geriet weitestgehend in Vergessenheit.
Die Azteken siedelten sich im Bereich des heutigen Mexiko Stadt an, wohin man von seinem Standpunkt auf der Sonnenpyramide aus stehend fast sogar schauen kann. Einzelne Häuser kann man freillich nicht erkennen – dafür aber die Dunstglocke, die alles in einer verspielten Wolke einbettet und für den Ruf als eine DER Städte mit der weltweit schlechtesten Luftqualität zu sein.

Auf ihrem Höhepunkt der Entwicklung um 650 n.Chr. dürfte die Stadt, die bereits über ein Kanal- und Bewässerungssystem verfügte, das Heim von bis zu 200.000 Einwohnern gewesen sein. Das entspricht, laut den statistischen Landesämtern für Statistik, der Größe Kassels in 2015.
Es muss also eine enorme fortschrittliche Einrichtung zur Verwaltung und zur Versorgung der Bewohner gegeben haben. Die infrastrukturelle Entwicklung und Ordnung konnte hier auf keinem Fall dem Zufall überlassen worden sein.

Von den einfacheren Wohnbauten ist nicht mehr viel übrig.

Die Spanier durchsuchten das Gebiet im 1600 Jahrhundert wohl nach dem Zufallsmuster, um auf eventuelle Schätze und Reichtümer zu stoßen.
Eine wirkliche archäologische Erkundung findet erst seit ungefähr dem 1900 Jahrhundert statt.
Seitdem hat man Beeindurckendes wieder an das Tageslicht und in die Erinnerung der Menschen zurückgeholt.

Teotihuacan besteht heute aus einer Reihe freigelegter Häuser, in denen seiner Zeit die Mächtigen der Stadt hausten. Aufgereiht an der „Callza des Muertes“ Straße der Toten – der 4 Kilometer langen Promenade der Stadt, die keine durchgängige Straße war, sondern ein durch Treppen und Plätze unterbrochener Zeremonialweg – finden sich neben dem Tempel und den Häuser auch die Wahrzeichen, die die Macht der einstigen Stadt wiederspiegeln und diesen Ort heute zum Anziehungspunkt einiger Reisender machen.

Am nördlichen Ende der Straße der Toten findet sich die Mondpyramide vorgelagtert eines großen Platzes. Im nördlichen fünftel der Straße gelegen, ist die Sonnenpyramide zu besteigen, 243 teils sehr sehr steile Stufen führen auf die 65 Meter hohe Pyramide, die mit dieser Höhe die Drittgrößte der Welt ist.

Im Süden ist der Tempel des Quetzalcoatl zu bestaunen.

Ein angeschlossenes Museum erläutert Geschichten zu Riten, der Stadtentwicklung, den Göttern und Fundstücken so fern es möglich ist, aber in sehr guter Ausstattung und Aufmachung.

Neben diesen wundervollen Impressionen mesoamerikanischer Hochkultur kommt man ebenfalls in den Genuss der vortouristischen Ausschlachtung einer Sehenswürdigkeit.
Trotz der Aufnahme 1987 in das UNESCO Weltkulturerbe scheinen sich sehr wenige Toruisten nach Teotihuacan zu verirren, was aus mehreren Gesichtspunkten heraus sehr schön ist.

Man findet dort keine Horden an Menschen und die Souvenierverkäufer verlangen verträgliche Preise und machen auch nicht durch übertriebenes Aufdringen von sich reden. Ebenfalls ist der Eintritt, im Vergleich mit Chichen Itza, dem Uluru in Australien oder gar Angkor Wat in Kambodscha ein echtes Schnäppchen und die Anreise so herrlich einfach und nicht von der mexikanischen Bevölkerung isoliert, weil man in Touristenbombern umherkutschiert wird.

auf der Sonnenpyramide
auf der Sonnenpyramide

Die Anreise nach Teotihuacan

Die Fahrkarten gibt es im nördlichen Busbahnhof „Autobuses del Norte“ zu kaufen, der an die gleichnamige Metrostation angeschlossen ist.
Kosten für die Metro: 10 Pesos (Hin- und Rückfahrt), von egal wo in Mexico City
Kosten für das Busticket: 92 Pesos (Hin- und Rückfahrt), die Fahrt dauert ungefähr 40 Minuten, Abfahrt etwa alle 15 Minuten, Schalter 8
Kosten für den Eintritt: 65 Pesos

(Preise 2016)

Wer einen Führer oder eine Karte möchte, kann sich das vor Ort noch dazu kaufen, angeboten wird viel, allerdings unterrichten Tafeln zumindest rudimentär über Sinn und Zweck der Gebäude. Nehmt euch definitiv etwas zu trinken und zu essen mit. Allerlei Andenken kann man dort zwar käuflich erwerben, Versorgung, die das Thema Essen und Trinken betrifft, ist in Teotihuacan allerdings eher etwas kurz geraten – soll heissen: Gibt es nur am Museum neben
der Sonnenpyramide.

Wer die Chance hat, sich dieses 1.400 Jahre alte Spektakel der Baukunst in Teotihuacan mit den eigenen Augen ansehen zu können, sollte es auf keinen Fall verpassen!

Sehr lesenswert zum Thema Teotihuacan ist auch der entsprechende Artikel auf Wikipedia.

By the way…generell sollte man Mexico City auf gar keinen Fall verpassen, definitiv ein – wenn nicht sogar DAS Highlight unserer Reise was Städte anbetrifft.

 


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2 Antworten

  1. Hallöchen,
    cooler Bericht, Danke:) Ich hätte mal ne Frage: und zwar hab ich gelesen , dass man von Mexiko-Stadt aus mit den Öffentlichen für 121 Pesos (inklusive Eintritt) rechnen kann. Hältst Du das für realistisch oder kostet das dann doch mehr?

    • Hallo Kristina, das kann ich dir nicht sagen. Was wir bezahlt haben haben wir ja en Detail aufgelistet. Im Grunde geht es hier dann ja um einen Unterschied von ~40 Peso, also ca 2€. Aber ich kann dazu wirklich nichts weiter sagen. Ausser, dass der von uns gewählte Weg wirklich perfekt und reibungslos funktionierte und auch alles andere als der vom Mainstream Touristen gewählte Weg war…
      Wie dem aber auch sei, Du solltest dir das aber in jedem Fall ansehen. Wirklich ein toller genuss. Weitaus besser als Chichen Itza – weil ruhiger 😉

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