Cancun die Ausgeburt der Touristenapocalypse

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Cancun hatte es aus irgendeinem Grunde geschafft uns anzulocken, wir wissen nicht einmal so genau weshalb wir in die Honigfalle der Versprechungen der Touristenjäger gerappt sind. Massentourismus hatte sich für uns noch nie als lohnenswert herausgestellt.

Wahrscheinlich war der einzige Grund weshalb wir in Cancun gestrandet waren tatsächlich Chichen Itza – die alten Mayabauten im Dschungel, rund drei Autobusstunden entfernt vom Stadtzentrum, oder vom Autobusbahnhof in Cancun Downtown.

Cancun liegt direkt am der karibischen Meer, Traumstrände in Muschelkalkweiss, tropische Hitze und türkises, angenehm warmes Meerwasser. Palmen die Kokosnüsse und Bananen tragen, Schildkröten die ihre Eier im Sand vergraben, Leguane und Eidechsen die sich auf den Felsen und im Sand wärmen – tausende Touristen die es ihnen gleich tun.

 

Cancun beach Playa Chac-Mool
Cancun beach Playa Chac-Mool

 

Der gesamte Strand ist zugebaut und fast alles privatisiert, ein Betonbunker reiht sich an den nächsten. Öffentliche Zugänge sucht man fast vergebens. Wer kein Hotel mit Strand und Pool hat fühlt sich hier schnell als Mensch zweiter Klasse.

Unsere Station davor hiess Mexico City, elf Nächte lebten wir mitten im Zentrum der touristischen Altstadt. Die Preise waren hier sicherlich etwas höher als dort wo die Menschen tatsächlich leben, Suvenierverkäufer sprachen einen freundlich aber zurückhaltend an und akzeptierten auch ein “No, gracias.” ohne weiteres.

Nicht so in Cancun, die Preise, aussgenommen in Supermärkten, hatten sich von vorne herein mindesten verdreifacht. Gut, das konnte man absehen.
Den Vogel hat allerdings der Sicherheitsbereich im Flughafen abgeschossen. Man ist ja gewohnt das Dinge teurer sind…aber ein simples Sandwich für 170 Pesos oder ne Coke für 69 (im Convenience Store!! – draussen waren das noch 12 Peso) das ist fast schon kriminell.
Was wir tatsächlich nicht erwarteten und bisher von den durchweg überaus höflichen und zuvorkommenden Mexikanern auch nicht kannten waren die fast schon gemeinen Umgangsformen.
Menschen die einem böses hinterher riefen wenn man den Versuch des Verkaufs einer Ware, einer Speise oder einer Tour ablehnte.
Ähnliches kannten wir aus Südostasien auch schon – allerdings haben die Mexikaner in Cancun sich sogar die Mühe gemacht einen in Englisch zu beschimpfen.
Das war leider kein Einzelfall, mindestens zwei mal pro Tag haben wir so etwas erlebt.
Die Kirsche auf den Shake der Böshaftigkeit hat allerdings der Taxifahrer abgeschossen der uns den Mittelfinger zeigte weil wir nicht mit fahren wollten.

Wir sind tatsächlich sprachlos, haben uns immer Mühe gegeben freundlich zu sein und in Spanisch zu antworten und zu fragen, was wir hier aber erlebt haben war krass.
Und deswegen ist unser Fotoordner auch entsprechend leer geblieben – viel von Chichen Itza haben wir geknippst, aber das wird an anderer Stelle Erwähnung finden.

 

Ich kann sehr wohl verstehen, wenn ich mir viele andere Touristen ansehe, dass diese Menschen kein gutes Bild von uns weissen haben. Schliesslich benehmen “wir” uns wie die Axt im Walde.

“Spring Break”, Drogen, Sextourismus und verschwenderischer Luxus ist für was Cancun für viele weisse steht – umgekehrt scheinen die Cancuner uns für Wesen aus der Hölle zu halten. Ausnahmslos.
Wir dürfen uns darüber auch eigentlich nicht wundern, selbst wenn es dann und wann mal die falschen, sprich uns, trifft.
“Wer nach Cancun fährt ist reich” hat uns ein Suvenierverkäufer in Teotihuacan mal gesagt.

Auch wenn Cancun seine Schöpfung de facto nur der Touristen wegen zu verdanken hat und die dort arbeitenden Mexikaner damit im Umkehrschluss ihr Einkommen, glücklich scheinen sie mit uns nicht zu sein.
Obwohl das alles geduldet wird.
Absurd.

In Cancun gibt es vier Dinge die wir als schön empfanden:
1.: Die Nähe zu Chichen Itza und die Möglichkeit das selbst zu organisieren.
2.: Der Strand – wenn man den Eingang gefunden hatte.
3.: Der wirklich gute und abenteuerliche public Transport.
4.: Das wir den Ort nach wenigen Tagen wieder verlassen haben.

Und während wir uns all diese Pauschalurlauber in unseren wenigen, doch mehr als ausreichenden Tagen in Cancun angeschaut und bewundert haben – bewundert für die Fähigkeit auszunutzen und sich gleichzeitig ausnutzen zu lassen ohne das eine Seite tatsächlich davon profitieren kann, frage ich mich einmal mehr:
“Ist der Tiger im Käfig eingesperrt oder frei in seiner begrenzten Welt?”


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