Motorcycle Diaries – zweitausend Kilometer durch Laos

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Unsere Motorradtagebücher – the Motorcycle Diaries – zweitausend Kilometer durch Laos.

Hitze, Sand und Nudelsuppe.

Wir hatten Malaysia und Thailand in klapprigen Bussen, großen oder kleinen, alten oder neuen durchquert.
Die Mal Einheimische und allerlei Transportgut transportierten oder Touristen, die sich mal freuten, uns dabei zu haben und mal nicht.
Wir hatten Züge genommen, Nachtzüge, Schnellzüge, erste Klasse, letzte Klasse.
Waren mit Schnellbooten und Kuttern gefahren.
Mit TukTuks und…irgendwie haben wir uns immer von irgendjemandem transportieren lassen und haben unser gesamtes Reiseglück in die Hände eines Anderen gegeben.
Davon hatten wir die Schnauze voll, klar, für einen Pauschaltouristen mag das die komfortabelste Lösung sein, da man ja auch nur eine sehr begrenzte Zeit zur Verfügung hat, um ein Land zu erkunden. Man mag nicht viel Zeit mit Streckenplanung verbringen. Keine Zeit mit Bürokratie verschwenden und einfach eine hop on hop off Tour buchen.
Schnell und einfach soll es sein.

Aber wir hatten Zeit und unser Abenteuerdurst war noch lange lange nicht gestillt.
Wir hatten manch eine abenteuerliche Fahrt hinter uns gebracht, aber wir wollten es endlich wider in die eigenen Hände nehmen.

Wir überquerten die Grenze von Thailand nach Laos über die „Freundschaftsbrücke Nr. 4“, wurden mit einem Bus aus Chiang Rai angeliefert, brachten die Formalitäten hinter uns, wurden im Zwischengrenzgebiet von einem „Busunternehmen“ transportiert und sprangen, nachdem wir auf Laotischer Seite durch die Pforten liefen auf ein TukukBusKnatterkistending zu …nunja. Wieder gefangen in der Massenabfertigung der Touristenindustrie eines
Entwicklungslandes.
Unser Ziel war Luang Prabang, zwei Tagesreisen mit einem Boot über den mächtigen, und mächtig schmutzigen Mekong.

Hier wollten wir uns endlich emanzipieren und eine klare Trennung zwischen uns und den Urlaubern ziehen.
Wir wollten unser eigenes Gefährt unter dem Arsch …ein Motorrad.

Luang Prabang eignet sich hervorragend, um dieses Projekt in Angriff zu nehmen, da hier auch der Endpunkt für viele Backpacker liegt, die ihre Motorbikes, klapprige 125er „Win“ der Marke Honda für eine handvoll Dollar feil bieten.
Die Motorräder sind simpel gestrickt, haben 9PS, stammen aus chinesischer Lizenzproduktion und haben ein aufregendes Leben hinter sich – beziehungsweise vor sich.

Unser Start erfolgte also in Luang Prabang, Laos.
Eine wundervolle Stadt, in der sich herrliche, aus französischer Besatzungszeit befindliche Wohnhäuser zwischen Tempeln und Urwald reihen.
Da Tina vorher noch nie ein motorgetriebenes Zweirad fuhr, beschlossen wir für sie ein Roller mit Automatikschaltung zu erjagen.
Zu zweit auf einem Bike, mit all unserem Gepäck?
Nein, das war uns irgendwie nichts.
Wir checkten Facebook Gruppen, Internetforen, hielten die Augen offen und musterten jedes in Frage kommende Vehicel am Straßenrand , ob es nicht etwa zu verkaufen wäre.
Tatsächlich hatten wir am dritten Tag unserer Suche Glück.
Wir fanden, im Doppelpack, eine Honda Win (für mich) und einen Yamaha Nouovo (für Tina), die zwei Kumpels aus den Staaten verkauften.
Gepäckträgerumbau für Backpacks und Werkzeug für kleinere Kleinigkeiten, sowie Helme, Hängematten und ein Seil inklusive.
Eine kurze Probefahrt von mir, eine kurze Verhandlung, die Einigung auf 500US$ und der Gang zu zwei Geldautomaten und einem Wechselbüdchen später hatten wir den Deal abgeschlossen und waren in Besitz zweier Maschinchen.
Zuvor hatten wir schon Eins von einem französischen Pärchen angesehen, aber erstens hat die komplette Elektrik nicht funktioniert („ach hier blinkt eh keiner“) und das Ding hat wahnsinnig geklappert („das macht die schon immer so“) und zweitens hat uns allein der Fakt, dass dieses Gerät von einem französischen Halter kommt nicht warmwerden lassen. Irgendwie haben wir nie gute Erfahrungen gemacht mit Allem, an dem ein Franzose beteiligt war…hört sich komisch und in diesen Zeiten fragwürdig und ein bisschen nach 1914 an, aber …was soll ich sagen.
Wir waren froh den „Doppelschlag“ bei den beiden Amis gelandet zu haben.

Tinas Helm war viel zu groß, aber es gab weit und breit keinen Helmhändler und so mussten wir mit meinem „Tough Mudder“ Stirnband improvisieren.
Wie leichtsinnig eigentlich.



Nun da wir unsere neuen Wegbegleiter in unsere Gruppe eingeschlossen hatten, konnten wir Pläne für die nächsten Tage und Etappen machen.

Ein ehemaliger Kollege kam gerade von Süden aus nach Laos rein, wir aus Norden – wir verabredeten uns in der Hauptstadt.
Vientiane einige Tage später.
Rund 340 Kilometer, quer durch den laotischen Westen.

Unsere erste Etappe, die wie wir im späteren Verlauf unserer Reise feststellen sollten die Anspruchvollste würde, führte uns durch ein malerisches Panorama.
Zwischen Karsk Bergen führte uns die von Reisfeldern gesäumte Straße.
170 Kilometer hatten wir uns vorgenommen, 170 Kilometer mit Nachtstopp in „Kasi“.
Noch in Autofahrerdistanzen denkend.
170 Kilometer – was ist das schon.
Wie wir merkten, auf einem „Motorrad“ und südostasiatischen Straßenverhältnissen, bei durchschnittlichen 36°C, Serpentinen, Steigungen, Split, Sand, Öl, Hühnern und Schweinen auf der Straße eine richtig krasse Anstrengung.
Aber es war so wunderschön, endlich wieder „alleine“ auf den Straßen unterwegs zu sein.

Es war so großartig dieses Kapitel in unserem Reisebuch, unsere Motorcycle Diaries, angefangen zu haben.

Irgendwann standen wir am Straßenrand, kurze Rast, ein Schluck Wasser, ein Bissen Banane.
Brummt einer dieser typischen, durch zwei Personen besetzten, Motorroller der Marke Honda Wave vorbei.
Die Aufsässigen erkennen natürlich sofort an unserer weissen Haut, dass wir nicht von hier sein können, wir sind „Farangs“, Ausländer.
Unser erster Kontakt mit Laoten in freier Wildbahn… .
Die mit Jogginganzügen Bekleideten riefen uns im Sausewind ein „Sabaideee!“ hinzu – ein Halloooo! … Wir riefen zurück und sahen mit der Verfolgung unserer Augen; die tragen ja Waffen. Der hat ne Kalaschnikov aufm Rücken.
Alter Vadde r…ein Glück sind die weitergebraust.
Jäger waren das nicht.
Mit ner AK macht man einiges, aber keine Wildsau jagen.

Tinas Yamaha machte ein merkwürdiges, rasselndes Geräusch im Teillastbetrieb, welches wohl aus dem Getriebe stammte …wir beschlossen das einfach mal zu ignorieren, solange nichts Ernsthaftes passiert und das Ding fährt.
Meine Win fuhr ganz ordentlich hatte ich das Gefühl.
Sie tropfte etwas, aber bei der Hitze und der Anstrengung war das schon Okay.
Alle paar hundert Kilometer sollte man eh einen Ölwechsel machen …und hey – der kostet schliesslich nur 3 – 4 Euro umgerechnet.

Knappe vier Stunden und 130 Kilometer später erreichten wir verstaubt und angestrengt die schmucklose Kleinstadt Kasi.
Eine staubige Hauptstraße, ein paar abgehende Nebenstraßen, Bretterbuden, einige Hotels für durchreisende Touristen auf dem Weg in die Partystadt Vang Vieng.
Wir fragten uns herum, versuchten zu handeln, wurden abgewiesen und irgendwann fanden wir dann doch ein Bett.
Wir stellten unsere Bikes unter, duschten und gingen auf die Suche nach etwas Essbarem.

Ein Ritual, das sich in den folgenden Wochen Tag ein Tag aus wiederholen sollte.
Fahren, Guesthäuser suchen, handeln, duschen, Essen suchen, erschöpft ins Bett fallen.
Wie anstrengend das doch war.
Aber auch so intensiv, und so nah an der Natur und an Land und Leuten.
Winkende Kinder, neugierige Blicke.
Aufregend.

Wir besorgten uns auf der Suche nach Essbarem eine laotische Simkarte, um ins Internet zu können (5GB für 5US$) und machten uns weiter auf die Suche nach etwas zu Essen.
Abends etwas zu Essen zu finden, ist gar nicht mal so einfach in Asien.
Suppe geht immer, aber Nudeln oder Reis, meistens in der Früh oder um die Mittagszeit.
Aber wir brauchten was zu Kauen.
Nach einiger Suche hatten wir Glück.
Wir fanden einen Laden mit hervorragenden gebratenen Nudeln und kamen mit der Besitzerin ins Gespräch ,die sehr fasziniert von Deutschland war, sie hatte schon vorher Kontakte geknüpft und kramte ein Fotoalbum heraus, welches ihre Freunde als Andenken hinterlassen hatten.
Die Mädels tauschten auch gleich Facebook Kontakte aus …ja …auch der Herr Zuckerberg hat es sogar bis ins laotische Nichts gepackt.

Wir fielen ins Bett und schliefen den Schlaf der erschöpften Biker.

Am nächsten Tag in unseren Motorcycle Diaries sollte es nach „Vang Vieng“ gehen.
60 Kilometer von Kasi südlich gelegen.
Vang Vieng ist zeitweise der Ballermann Südostasiens gewesen.
Billiger Alkohol und Drogen, Rafting, Jungeltouren, käuflicher Sex, und Partypartyparty zogen Heerscharen ausländischer Backpacker an.
Bis die Regierung 2014 dem Ganzen einen Riegel vorschob und unter starke Beobachtung stellte.
Nun geht nicht mehr ganz so viel in Vang Vieng – kam uns ganz gelegen, wir mögen es nicht mehr ganz so wild, aber neugierig waren wir schon.

Wir waren ziemlich enttäuscht als wir ankamen.
Nicht nur, dass die herrliche Landschaft ab Kasi schlagartig vorrüber war und die Straßenverhältnisse immer schlechter wurden, Vang Vieng war eine sehr schmucklose Stadt. Irgendwie hatte ich mir schon etwas schöneres vorgestellt. Vielleicht wie in Luang Prabang mit liebevoll hergerichteten Mahagonifassaden.
Nö – Bretterbude, Bretterbude, unverputzter Ziegelsteinbau, Wellblechdächer …Staub Staub Staub …wir rasteten einen Moment irgendwo am Ufer des „Nam Song River“, wir waren noch nicht all zu lange unterwegs ud der Kaffee, die Küchlein und die getrockneten Bananen, die wir in Kasi bei unserer Freundin verzehrten, hielten noch etwas vor und so beschlossen wir noch ein paar Kilometer zu machen.
Aus den paar Kilometern, die wir noch fahren wollten, wurde dann tatsächlich der komplette Weg bis nach Vientiane.
210 Kilometer sollten es also an diesem Tag noch werden.
Wenn man mich heute fragt, weshalb ich sooo viele Kilometer fahren wollten …ich könnte es nicht mehr beantworten.

am Nam Song river
am Nam Song River

 

Man kommt da so rein, man fährt, fährt, fährt, jeder Meter ist ein eigenes Abenteuer.
Aber irgendwie schafften wir auch diese Etappe.
6 Stunden und 44 Minuten waren wir an diesem Tag unterwegs …SECHS Stunden.
Wahnsinn.
Wir kamen bei Einbruch der Dunkelheit in der Hauptstadt an und waren wie erschlagen.
Die Straßen, die, ungelogen, 500 Meter asphaltiert und die nächsten 500 Meter Schotter waren, hatten uns sehr angestrengt.
Irgendwie knallte ich in ein Schlagloch und hatte einen wahnsinns Achter im Hinterrad und Tinas Nuevo stellte sich als
zu schwer heraus, sie konnte ihren Roller kaum halten, wenn sie stand.

Aber erstmal, bevor wir uns über all das Gedanken machen konnten, brauchten wir einen Schlafplatz.
Wir liefen einige Hotels ab und sahen uns mit Preisen um die 30US$ pro Nacht konfrontiert …das war aber leider nicht das, was wir uns vorstellten und so mussten wir, trotz Anstrengung noch etwas weiter suchen.
Irgendwann fanden wir dann auch etwas für 6US$ und kehrten ein.
Sachen ausbreiten, Duschen, etwas zu essen suchen …dies gestaltete sich zum Glück einfacher.
Schliesslich waren wir in der Hauptstadt.
Mit 200.000 Einwohnern nicht gerade eine pulsierende Metropole, aber zumindest wieder so etwas, das man „Zivilisation“ nennen konnte.
Wir streunerten noch etwas durch die Gassen, über einen dieser typischen Nachtmärkte, auf denen man allerlei Zeug kaufen kann und fanden den wohl besten „Pad Thai“ Stand ganz Südostasiens vor einem dieser kleinen „Supermärkte“.
Wir aßen und schliefen … .




In den folgenden Tagen ließen wir mein Motorrad reparieren (Ölabstreifring war gebrochen und hatte den Zylinder beschädigt und die Felge musste neu gemacht werden), verkauften Tinas Roller und kauften eine zweite Win von einem Kanadier, da diese für Tina einfach leichter waren.
Das Schalten würden wir ihr schon beibringen.
Tinas erste Maschine war ein solides Ding, aber sobald sie stand, konnte sie die Yamaha nicht mehr halten und und stürzte einige Male.
Lustig für die Menschen, die das Spektakel an Tankstellen und Ampel betrachteten. Aber für Tina – überaus gefährlich.
Wir verkauften die Nouovo also an ein deutsches Pärchen, welches auf dem Weg nach Luang Prabang war und bereiteten unseren weiteren Trip vor.

Laotisch-Chaotische Fachwerkstatt
Laotisch-Chaotische Fachwerkstatt

In Vientiane spazierten wir in verschiedene Museen und fanden einen genialen Baguetteladen fürs Frühstück.

Laos, eine demokratische Volksrepublik, bescherte mir das erste Mal seit langem auch wieder einen Kontakt zur deutschen Vergangenheit.

In der Werkstatt lernte ich einen Laoten kennen, der mir beim Dolmetschen half, er sprach gutes Englisch und im Verlaufe des Gesprächs erfuhr ich, dass dieser tatsächlich in den 80ern in der DDR war.
Er war für den Rundfunk in Laos beschäftgt und konnte sogar noch einige Wörter deutsch.
„Staatliche Rundfunkanstalt der deutschen demokratischen Republik“ akzentfrei auswendig gelernt.
Was für eine lustige Begegnung dieser Kerl.

 

In den folgenden Tagen stießen meine Bekannten zu uns und wir verabredeten, die nächsten Tage zusammen in Vientiane einige Unternehmungen zu starten und dann noch gemeinsam etwas weiter zu fahren.

Sechs Tage blieben wir in Vientiane, streunerten herum, besuchten unauffällig die Botschaft Nordkoreas, krabbelten in ein verlassenes Hotel, besorgten Tina einen neuen Helm und fingen fast schon wieder an Wurzeln zu schlagen und fuhren dann am 13.März weiter in Richtung Süden.

Zumindest versuchten wir das …meine Maschine ging immer und immer wieder aus.
Verdammtes Mistviech.

Irgendwann lief sie dann doch halbwegs stabil und es ging weiter.

Das Etappenziel sollte in 150 Kilometern „Po Tak“ heissen.
Ich fuhr immer mal wieder vor, ließ mich zurück fallen, fuhr voraus, ließ mich zurück fallen, eierte rum und vertrieb mir so die Zähe der staubigen Dschungelstraßen.
Irgendwann bemerkte ich, dass ich schon eine längere Zeit meine Begleiter aus dem Auge verloren hatte.
Ich drehte mich also um, um zu sehen was Sache war. Die drei standen am Straßenrand und irgendwie schien es ein Problem zu geben.
Tinas Maschine sprang nicht mehr an …oh man, nicht das noch.
Jeder hatte wohl schon versucht.
Kicker, Schieben, eStarter …nichts.
Ein Blick in den Tank …noch was drin.
Verdammte Scheisse.
Also.
Von Anfang an.
Kicker geht – also auch das Zündschloss, Sprit ist drin …ein Blick über den Choke…
…der Choke war an.
Beim letzten Start muss der wohl berührt worden und angeschaltet worden sein.
Nachdem die Maschine durch den Betrieb heiss wurde, ist sie im wahrsten Sinne des Wortes abgesoffen.
Choke aus. ..Maschine zwei drei mal gekickert und ab dafür.

Irgendwann waren wir in Po Tak angekommen.

Hier gab es nicht viel. Der Weg ist das Ziel …so heisst es doch oder?
In SOA habe ich gelernt was das bedeuten mag.
Ein nettes Zimmerchen, Nudelsuppe, ein Bier und eine gute Nacht.

Am 14.03. fuhren wir weiter in Richtung des Zwischenziels: „Thakhek“ zwei Tage wollten wir hier bleiben.
Wir rasteten in der Mittagshitze, verspeisten eine Nudelsuppe, die ein oder andere Cola, und machten uns weiter.
Im Staube Südostasiens zogen wir in unserer Viererkolonne weiter.
Bis Annika urplötzlich langsamer und langsamer wurde… .
Sie gab Gas, das hörte man wohl, aber es passierte nichts mehr.
Kurzer check – die Kette war gerissen.
So eine Scheisse.
Mal wieder an einem Ort, an dem es nichts gab ausser …nichts.

Ich kramte ein Seil aus meinem Fundus, das wir an meiner Maschine und ihrem Lenker befestigten und ich begann langsam und vorsichtig zu ziehen.
Zum Glück hatte es das Seil auf die Packliste geschafft.
Die Vorhut spionierte nach einer Werkstatt – zum Glück …etwa einen Kilometer weiter.
Mitten im Nichts (natürlich) eine Bretterbude (natürlich) mit den internationalen Zeichen der fachkundigen Werkstatt davor.
Ein Kompressor.
Wir rollten ein.
Etwas Hand und Lautsprache und Deuten auf das betroffene Teil und schnell war klar was zu tun war.
Mit flinken Händen wurde das Hinterrad ausgebaut, die restliche Kette abgezogen, gereinigt, die Kette repariert, aufgezogen, eingebaut und gut.
Wir betrachteten das Spektakel im braunen Sand Laos sitzend, Wasser trinkend und rauchend.
Wir scherzten – Lachen ist international – wie ein Kompressor.
Vielleicht ist lachen sogar der Kompressor der Seele.

Irgendwann kamen wir dann doch an.
Um ein kleines Abenteuer in unseren Motorcycle Diaries reicher.

Ungefähr 70.000 Einwohner zählt die Stadt, der man noch stark die französische Kolonialzeit ansieht.
Der Blick über den Mekong lässt auch hier einen Blick nach Thailand zu.
Ein nettes Städtchen mit Möglichkeiten am Abend noch das ein oder andere zu unternehmen.

Thakhek ist umgeben von Karsk Gebirgen, die einige verschiedene Höhlen zur Besichtigung bereithalten.
Gerne verkaufen örtliche Tourenanbieter hier ihr Portfolio an den jungen Tourismus, leider nicht zum Schnäppchenpreis und so entschieden wir uns, die Höhlen der Umgebung auf eigene Faust zu erkunden und starteten dieses Abenteuer am Folgetag.

Zumindest wollten wir das …meine Maschine ließ sich partout nicht mehr starten.
Der Tank war voll doch nichts ging.
Ankickern, eStarter …schieben …schieben …schieben …nichts.

Verdammte Scheisse.
Den nächsten Schrauberling aufgesucht, von denen es (zu Recht) fast so viele gibt wie Tankstellen – und Tankstellen gibt es in Laos wie in Deutschland Bäcker.
Zündkerze rausgeschraubt …schwarz …Kopfschütteln …hält mir unter die Nase …deutet wieder aufs Schwarze …schüttelt wieder mit dem Kopf.
Ich biete eine Zigarette an …er lässt sich die Packung zeigen …lehnt ab.
Zieht sich eine Eigene aus seiner Box.
Baut eine neue Zündkerze ein.
Öffnet den Vergaser, entfernt eine ganze Menge Metallspäne (what the fuck..?!) ich trete den Kicker …das Ding läuft wieder.
3US$ und weiter gehts.



Über 50 Kilometer in den Osten verteilt, lagen unsere Ziele.
Ein kleines Höhlchen mit einigen Statuetten.
Nicht besonders erwähnenswert …aber der Weg dorthin hatte es in sich und war sogar für die Erfahrenen unter uns eine echte Herausforderung.
Schlaglöcher, Geröll, Sand …verdammter scheiss Sand, der das Lenken nahezu unmöglich macht.
Man hat nur zwei Optionen, gerade schnell genug sein, um noch Lenkbar darüber hinweg zu gleiten …oder …gerade nicht mehr schnell genug zu sein und die Kontrolle zu verlieren und zu stürzen. Was wurde geflucht …das war die erste Feuertaufe.
So haben wir für dieses Streckelchen dann doch zwei Stunden gebraucht.
Fahrtzeit 1:51 – Fahrt in Bewegung 1:19 sagt der Tracker …der Rest war Zeit die mit Fluchen verbracht wurde.
Wir fanden aber noch eine weitere Höhle.
Oder …sie fand uns.
Wir wussten zwar wo wir ungefähr suchen wollten, aber der wirkliche Eingang war uns nicht bewusst.
Mit einem Male stand „Mogli“ vor uns.
Ein Junge von vielleicht 8 Jahren, der uns deutete „Cave“ zu zeigen.
Er führte uns einen Pfad durch das Unterholz und kraxelte mit uns über Felsen – hinein in ein Loch.
Schuhe aus, zeigte er und dann auf Wasser …hier mussten wir wohl durch.
Abenteuer pur.

Wir wuschen uns mit kaltem Höhlenwasser den Staub aus den Gesichtern und fanden uns in einer wundervollen Höhle.
Am anderen Ende hörten wir jemanden mit der Gitarre spielen und singen und wir wateten durch das erfrischend kalte Wasser.
Nach einiger Zeit der Erkundung trieb es uns zurück auf unsere Feuerstühle, Mogli bekam ein paar Kip in die Hand gedrückt (wohl zu wenig wie er meinte) und wir machten uns wieder auf den Weg.
Noch zu einer anderen Höhle – stark mit Neon illuminiert und sehr weitläufig und dann weiter, um einen Schlafplatz zu finden.
In der Nähe von „Mahaxay“ kehrten wir die Nacht über ein.
Ein „Feriendorf“ mit einigen Hütten und einer lauten (sehr leuten) Dorfdisko.
Junge Mädchen und Buben kamen – tanzten und gingen.
Kicherten, wenn sie uns Farangs sahen und winkten.
Wir aßen (Nudelsuppe), tranken ein paar Bier unterhielten uns mit einem niederländischen Pärchen und gingen im Dunkel der Nacht ins Bett.

Mahaxay Mofagang
Mahaxay Mofagang

 

Am nächsten Tag trennten sollten sich auch unsere Wege wieder trennen.
Für Tina und mich ging es weiter nach Osten, nach „Bualpha„, wir wollten uns dort eine weitere Höhle ansehen, die erst 2013 entdeckt worden war und die nur mit Kanu zu erkunden gewesen wäre. Diese Führung hätte uns in Thakhek 150US$ gekostet.
Von Bualpha aus wollten wir dann auf den laotischen Teil des „Ho Chi Minh“ Pfades springen.
Die anderen wollten wieder in Richtung Savannakhet und scheuten vielleicht auch die rougher werdende Straße …wir waren (noch) voller Abenteuerlust.

130 Kilometer sollte uns dieser 17.03. weit bringen.
Die Fahrt war für unsere bisherigen Erlebnisse relativ entspannt, es war nicht übermäßig heiss und es passierte auch nichts nennenswertes. Die Natur wurde wieder reizvoller, die Straßenverhältnisse waren eher „mäßig“.

In Bualpha kehrten wir in ein Hotel ein, welches tatsächlich auch diese Bezeichnung verdiente.
Sauber, Flat TV, Internet …westlicher Standard.
Überraschend…
Wie immer suchten wir etwas zu Essen – fanden jemanden, bestellten das Übliche …Reis …Huhn …Suppe …und machten einen großen Fehler.
Fragten nicht nach dem Preis.
Als es verspeist war und ans Zahlen gehen sollte, wollte man 8US$(!!!!) von uns.
Eine ungeheure Summe.
Soviel kostet das Hotel für eine Nacht …oder zwei Tankfüllungen.
Aber was wollten wir machen – es war vergessen und der Fehler lag auf unserer Seite.
Wir hatten nicht gefragt.

Tina ging noch schnell in einen Laden, um eine Besorgung zu machen – die Inhaberin rief bei ihrem Anblick „Farang Farang“ und ihr kleines Mädchen begann sofort zu schreien und zu weinen.
Irgendwie schien uns dieser Ort nicht zu mögen…
Der Sonnenuntergang hingegen war wundervoll.
Vor unserem Hotel trafen wir dann noch ein chinesisches Pärchen, die ebenfalls mit Motorrad unterwegs waren.
Mit einem richtigen …einer echten Crossmaschine.
Unsere Win sah so lost aus…
…vor allem, wenn man sich Tinas Bremshebel ansah, den ich mit einem Kleiderbügel fixen musste.

Eieieiei …was machen wir hier eigentlich?

Wir schliefen …einmal mehr wirklich wirklich erschöpft ein und sehr gut durch.
Der traumlose Schlaf vollkommener körperlicher Auslastung.
Wundervoll.

Eigentlich wolten wir ja zu der Höhle, und wir nahmen auch Kurs zu ihr auf, aber mit einem Male standen wir nach einer eher komplizierteren Anfahrt vor einer Flussquerung. Nie vorher hatten wir das mit Motorrädern machen müssen. In Australien mit unserem Geländewagen ja ..aber DAS war etwas anderes.
Gepäck hinten drauf, das erste Mal, die Tiefsanderfahrung noch im Gedächtnis …wir beschlossen, auf die Höhle zu verzichten und machten kehrt.
Bei der Rückfahrt kamen wir an einem Berg ins Stocken und wurden von Jungs auf einer dieser Honda Wave überholt und das beobachteten wir immer und immer wieder, fast schon magisch über die Pisten Asiens schossen als wäre das eine sauber ausgebaute deutsche Straße.
Die Jungs hielten neben uns, einer sprach englisch und empfahl uns doch, nochmal kehrt zu machen und uns die Höhle anzusehen.
Wir plauderten und es stellte sich heraus, dass er nicht nur Fremdenführer war, sondern auch auf dem Weg zu einer deutschen Entwicklungshilfeorganisation.
Er verabschiedete sich und wir …machten nicht noch einmal kehrt.
Im nachhinein schade …aber irgendwie …waren wir gerade nicht so super drauf.
Wir fuhren zurück ins Dorf.
Ließen an unseren Maschinen einen Ölwechsel machen und tankten noch einmal voll.

Fachwerkstatt
Fachwerkstatt

 

An einer dieser „Tankstellen“, die aus aus einer Holzbude bestanden, in der ein Fass stand aus dem per Handpumpe der Sprit herausbefördert wurde.
Scheine wurden gewechselt, gelächelt, gewunken und losgeknattert.

Ab Bualpha kam die von schrecklichem Leid geplagte Vergangeheit dieses Landes immer weiter heraus.
Vor vielen Häusern standen entschärfte Blindgänger der Bomben, die die Amerikaner während des Vietnamkrieges hier in millionenfacher Tonnage abwarfen.
Das Verlassen der Wege ist ab hier wirklich lebensgefährlich.
Allerdings sind schon die „Straßen“ so schlecht und aufreibend, dass wir wirklich keine Lust auf eine Bushwalking Erfahrung hatten.

Wir fuhren etwas in den Tag hinein und hielten an einem Bretterbüdchen und tranken zuckersüßen Kaffee und aßen zuckersüße Törtchen bevor es weiter ging.
Die Straßen waren wirklich schlecht und so legten wir am heutigen Tag lediglich 60 Kilometer zurück.
Allerdings tat das auch mal gut.
Wie immer – Schlafplatz suchen, Auspacken, Duschen, Essen suchen, Schlafen.
Auf dem Weg nach Ban Boung kamen uns immer mal wieder Männer mit Metalldetektoren auf den Straßen entgegen.
Hilfsorganisationen suchen hier nach Blindgängern…
…Rohstoffe wurden in den Wäldern gefunden und wer fördern will, muss aufräumen.
Und so graben sich Amis, die EU und natürlich die Chinesen durch die Wälder und räumen weg, was sie vorher dorthin geworfen haben,
um dieses Land noch weiter auszubeuten.
Nur diesmal „legal“.

Der nächste Tag brachte uns nach „Xepon“ – Xepon ist ein Schlüsselort unserer Reise und verdiente sich mehrere Einträge in unseren Motorcycle Diaries.

Wir fanden hier ein echt hübsches Zimmerchen, nie habe ich solch weisse Laken gesehen.
Und wir Schmutzfinken dazwischen.
Wir spazierten in der Hitze des Tages etwas umher.
Sahen uns auch dieses eher schmucklose Städtchen an.
Wer durch Xepon fährt, dem fällt schnell auf – viele Gartenzäune bestehen aus Munitionsbehältern oder Bombenhüllen oder Splitterbombenbehältern.
Xepon war einer der Städte, die von der amerikanischen Aktion „Rolling Thunder“ in die Steinzeit zurück bombardiert werden sollte…
…zurück in die Steinzeit. Ein Land das selbst heute kaum Strom oder eine sichere Wasserversorgung hat.
Wir waren von nun an mitten drin im Vietnamkrieg.
Von Xepon – von dem Damaligen blieb nichts übrig und so steht das heutige Städtchen etwas versetzt zu dem Ursprungsort.

Die Brücken über den Fluss tragen russische Inschriften und bezeichnen die Freundschaften der beiden Länder,
Warnschilder auf laotisch und englisch warnen die Wege zu verlassen,
ausgebrannte Bunker stehen am Straßenrand und zeugen von Kämpfen.
Ein Tempel, mitten im Wald, das einzige was von „Old Xepon“ übrig blieb.
Die Mauern, zur Warnung belassen, mit Spuren der Einschlägen der Granatsplitter übersäht belassen.
Mönche bemalen die Klostermauer und nicken bei der Frage, ob fotografieren OK ist, beziehungsweise dem Deuten auf meine Kamera und dem charakteristisch nachahmenden Geräusch des „Klick“ … „Klick“ … des Auslösers.
Im Garten, und um das Kloster noch immer Bombenkrater …40 Jahre später ist das Land noch immer tief gezeichnet.
Zurück in die Steinzeit …Kriegsgeile Menschheit.

Ich knattere los.

Einige Kilometer weiter südwestlich gibt es eine alte Brücke, der Franzosen aus dem ersten Indochina Krieg zu sehen und eine Siegessäule, die die vietnamesisch – laotische Freundschaft beschwört.
Hoch eingezäunt, tront diese über einem abgeschossenen amerikanischen Hubschrauber.

Franzosenbrücke
Franzosenbrücke

 

Die Menschen nehmen mich wahr.

Ein weisser Tourist auf einem Motorrad mit Kamera …sie schauen argwöhnisch.
Ich halte mich nicht allzulange auf und drehe um.
Tina ist noch im Hotel, ich mag wieder zurück.
Rasten.
Duschen – Essen – Schlafen.

Es ist der 19.03.2016, bisher ist alles gut gelaufen.

Wir stellen fest – wir haben kein Geld mehr in der Tasche.
Beziehungsweise – es reicht für eine Nacht – eine Tankfüllung (beide Maschinen sind annähernd leer) oder zwei Mahlzeiten.
Der Geldautomat …der Einzige weit und breit.
Akzeptiert keine Visa (das ist tatsächlich auf der ganzen Reise nur hier [!!!] passiert), das Western Union Büdchen macht erst am Montag wieder auf …es ist Samstag Abend.
Wir brauchen eine Lösung.
In die nächste Stadt 50km westlich fahren und den letzten Sprit verbrauchen und hoffen hier einen Automaten zu finden?
Oder 50 Kiometer an die vietnamesische Grenze in die Orte fahren und hoffen hier einen ATM zu finden … .


Wir haben uns entschieden die Grenze anzusteuern und damit wir ein Backup haben, falls es hier nichts gibt – fährt nur einer.
Tina fährt … .
… ein komisches Gefühl, seinen Partner auf so eine Expedition zu schicken.
Irgendwann kam sie zurück und …hatte Erfolg.
Wir waren wieder flüssig!!
Ohne Geld und ohne Sprachkenntniss und ohne irgendwas am ARSCH DER WELT zu sein ist wirklich, wirklich kein gutes Gefühl.

Wir blieben noch die eine Nacht und machten uns dann weiter.

Cica 30 Kilometer in Richtung Vietnam auf der Bundesstraße 9E findet sich „Dong“ dieses Städtchen hat nicht viel zu bieten, aber ein bemerkenswertes Sammelsurium während einer der schwersten Gefechte des Vietnamkrieges zurückgelassenem Kriegsgerät der Amerikaner und Südvietnamesen.
Abgeschossene Flugzeuge, Panzer, Helikopter, Haubitzen angeschlossen findet sich ein kleines Museum das die Geschichte dieser Schlacht (auf laotisch und vietnamesisch) erzählt.

Einen Abriss über die Geschichte dieser Region findet sich auch hier:

http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Laos/nixon.html

Nach Kriegsende forderte man das zurückgelassene Kriegsmaterial zurück – die Laoten antworteten zynische; „Wenn einem daran etwas gelegen hätte, hätte man es eben nicht zurück lassen dürfen.“
Und behielten es um diesen harten und bitteren Sieg bis in alle Zeiten zu feiern.

Wir waren jetzt mitten drauf.

Der Hoc Chi Minh Pfad, der legendäre, hatte uns die Ehre erwiesen.
Aber es musste für uns noch tiefer ins Geschehen gehen.
Die 9E war schliesslich gut ausgebaut und so trieb es uns voller Tatendrang weiter.
Wir verließen die 9E auf die 909 und fuhren in Richtung Süden weiter.
Tiefer ins Herz Laos´.

Wir überquerten eine alte Bambusbrücke, die ganz schön wackelig wurde und ließen uns weiter treiben vom Brummen der Motoren unter uns.
10 Kilometer hinter der Stadt formte sich die Straße wieder zum alt gewohnten Bild.
Schlagöcher, Schotter, rumpeldipumpel – holterdiepolter.

Wir kamen an einem etwa einem Kilometer langen Stück des originalen, ersten Hoc Chi Minh Pfades vorbei.
Das Kopfsteinpflaster war noch gut zu sehen …wie viele Füße mussten hier schon schwerstes Kriegsgerät gezogen und getragen haben?
Verrückt.
Absurd dies als Tourist aus dem Westen zu betrachten …wer von denen, die hier je liefen, hätte das mal für möglich halten können?
Wir fuhren weiter.

Muong Nong – 20 Kilometer in etwa hiess die nächste äh …“Stadt“, eine belgische Hilfsorganisation gab es hier.
Eine Schule.
Hüttchen.
Jede Menge entschärfte Blindgänger und ein echt schäbiges Hotel.
Wir tranken an einem Büdchen viel – viel Wasser und fuhren weiter.
„Ta Oy“ sollte etwa 80 Kilometer von hier liegen.
Wir beschlossen das noch durchzuziehen.
Die Straßen waren zwar nicht mehr so optimal.
Aber hier gab es einfach nichts was uns hielt.
Nicht einmal die Aussicht auf eine Nudelsuppe.

Also fuhren wir weiter …dem größten Abenteuer auf unserer gesamten Reise.

Wir gingen auf dem Ho Chi Minh Pfad verloren, wurden in einem Dorf über Nacht aufgenommen und durften auf einem Brett zwischen Schweinchen und Hühnchen schlafen…

Dem haben wir HIER einen eigenen Bericht gewidmet.

 

Wahnsinn …wie froh wir waren hier wieder raus gekommen zu sein.

Unser hardcore Abenteuerdurst war gestillt.

(Und unser Durst nach Wasser dank Chlortabletten auch…)

Und wir hatten DEN Eintrag in unsere Motorcycle Diaries hinzugefügt.

Unsere Reisebegleitung der ersten Tage waren mittlerweile in Savannakhet.
Das war die komplette 9 die wir in Richtung E bis fast an die Vietnamesische Grenze folgten, zurück durch Laos in Richtung W.
Wieder an den Mekong mit Blick nach Thailand.
Nun würden wir Laos auch von E nach W und umgekehrt durchquert haben.
Wenn wir ankommen würden.
Nach den Erlebnissen der letzten Tage mussten wir doch unseren Mut zusammennehmen, um wieder auf unsere Knatterkisten zu steigen.
Aber natürlich taten wir es.

Die komplette 9 von W nach E ist vorzüglich ausgebaut.
Man kann diese Straße mit einer Landstraße in DE vergleichen.
Zweispurig, geteert teilweise so neu, dass wir wohl die ersten Fahrzeuge sein mussten, die über diese Straßen knatterten.
Was für ein Kontrast.
Vom Ho Chi Minh Pfad auf eine deutsche Straße – würde mich wundern, wenn die Gelder für diese Straße nicht aus einem Subventionsfonds kämen.
Schliesslich …ist da ja die Geschichte mit den Rohstoffen und, es ist eine Transitstraße.

Egal.
Wir wollen nicht meckern, es war eine herrliche Strecke, es war fast schon erholsam.
Für die 200 Kilometer haben wir uns 7 Stunden genommen.
Ganz gechillt.
Bis auf …einen Zwischenfall.
Der tägliche Gau.

Tina machte irgendwann auf der Bundesstraße eine hastige Bremsung, fuhr rechts ran, fluchte und schrie irgendwas während sie ihren Helm vom Kopf riss.
Allem Anschein nach war sie gestochen worden, ins Bein.
Sie sprang die Böschung herunter, zog sich die Hose aus und kippte sich Wasser in Schwällen über die Innenseite des Oberschenkels.
Sie beschrieb das Viech als große rote Wespe.

Wir versuchten zu Kühlen, Ruhe zu bewahren und …naj a…wir mussten ja auch weiter.
Also tief durchatmen und weiter.

22.03.2016 wir hatten das größte Abenteuer unseres Lebens erlebt und waren wieder zurück in Sicherheit.
Befriedigt.
Bei Menschen, die man kannte.
In einem wirklich netten Städtchen.

Savannakhet ist die Hipsterhauptstadt Laos´, hier gibt es einen Marktplatz direkt an der Katholischen Kirche; hier hat es einen Pickup, auf dem Burger gebraten werden; einen Waffelstand, der Waffeln mit Eis serviert; eine Frittenbude; Smoothiestand und alles von jungen, feschen Leuten.
Hier haben wir uns die Bäuche vollgeschlagen.
Burger, Fritten, Cola, Smoothies …geil.
Endlich mal keine Nudelsuppe, endlich mal kein „Flai Lai“ (Fried Rice).
Unsere Mägen waren das aber irgendwie nicht mehr gewöhnt, das Fett, das viele…puh. Als hätten wir Steine geschluckt.
Aber geil.

Unser Zimmer war wirklich Basic und …voller Mitbewohner.
Bevor wir dort einziehen konnten, mussten wir erst einmal 200.000 Mücken töten, ich weiss nciht woher die kamen – aber wir hofften, dass
in der Zeit, in der wir unterwegs waren keine mehr nachkamen.
Es kamen keine mehr nach.
Wir konnten satt und erschöpft schlafen.
Zwei Tage erholten wir uns in Savannakhet, besuchten die Statue von Ho Chi Minh, die auf Thailand blickend aufgestellt war und gingen natürlich allabendlich auf den Hipstermarkt mit den stylischen jungen Leuten, die westliches Essen kochten und …es gab sogar einen Vespaverleih.
Aber wir staunten wundernd, dass die Laoten überhaupt Geschäfte führen können.
Das hört sich doof an aber …“die“ sind nicht in der Lage zwei Dinge auf einmal zu verarbeiten.
bestellst du „eine Cola und eine Fanta“ ist es höchstwahrscheinlich, dass du irgendetwas anderes bekommst.
Warum auch immer – wir haben es nie herausgefunden, aber das war etwas, das sich durch ganz Laos gezogen hatte.
Jeder musste einzeln bestellen, und zwar einzeln.
Wenn nicht aufgeschrieben wurde, ging etwas daneben.
Immer.
Wirklich immer…

Irgendwie waren die Straßen gut, und die Maschinen rollten, mein eStarter hatte sich zwar mittlerweile verabschieded und der Leerlauf war etwas instabil aber, der Kicker ging und wenn die Gute lief, dann lief sie zuverlässig und Tinas Maschine „the black Sheep“ machte einen Lärm als wollte sie eine Harley sein.
Ich glaube, das war das erste transgender Mopped, das je gebaut wurde.
Ein schickes Teil.
Beide.
Charaktermoppeds.
Auch meine „An“.

Und weil das schwarze Schaf und An so gut rollten, rollten wir zwei Tage später weiter nach Pakse.
250 Kilometer in den Süden.
Hier sollten wir ein letztes Mal auf unsere Begleiter treffen, mit denen wir zwei weitere Tage verbringen sollten.

Der Weg war relativ gut nur irgendwann fiel mir auf, (wieder einmal) dass Tina nicht mehr hinter mir war.
Tina fuhr in der Regel hinter mir, weil mir ihre Maschine zu laut war und ich generell so ein kleines „Problem“ mit Kolonnenfahren habe.
Ich bin zu ungeduldig und will fahren, schlängeln, beschleunigen, rumalbern.
Ich winke den Menschen am Straßenrand, die Menschen winken zurück.
Liefere mir kleine Rennen mit Pritschenwagen und versuche mir die Zeit unter der 37°C brennenden Sonne so gut als möglich zu vertreiben.

Aber wo war sie denn jetzt schon wieder hin?
Ich drehte um und fuhr ein gutes Stück zurück …ein gutes Stück.
Ich muss sie schon lange nicht mehr gesehen haben viel mir auf.
Nach 5 Minuten sah ich sie.
Schieben.
Oh wei …was war denn jetzt schon wieder?
Tank leer.
Scheisse.
Bei mir war noch ein Schwupps drin, aber nicht genug zum Teilen, aber ich hatte eine kleine, private Zapfsäule am Straßenrand gesehen.
Nicht weit.
Wir trafen uns dort.
Der Liter Benzin kostete hier mit 20.000 Kip fast doppelt so viel wie sonst (11.000) aber was sollte es.
Jeder von uns tankte für 50.000 um nicht Gefahr zu laufen, leer zu laufen.
Die Überlegung war, dort wo Sprit so teuer verkauft wird, würde es keine Tankstelle geben.
Wir fuhren los während der Tankwart das Geschäft des Tages gemacht hatte und sich die Hände rieb.

Ein Kilometer weiter kam die erste Tankstelle (12.000Kip).
Einen weiteren Kilometer weiter kam die nächste Tankstelle (11.000Kip)
und dann kam tatsächlich noch eine mit 10.000.
Wir hatten also die teuerste Tankstelle ganz Laos´erwischt.
Das war auch eine Kunst.
Typisch für unser Glück.

Wir erreichten Pakse aber ohne weitere Zwischenfälle und fanden auch ziemlich schnell einen Schlafplatz und etwas zu essen.
Unsere Begleitung, die vor uns Savannakhet verließ, war noch nicht in Pakse.
Drei Reifenplatzer und eine Mitfahrt auf einem Melonenlaster plus Essenseinladung im „Off“ bei der Lasterfamilie hat sie der Weg „gekostet“.
Abenteuer lauern eben an jeder Ecke.
Nichts ist planbar.

Was für eine anstrengende, aber gute Zeit wir doch hatten.
Schliesslich besaßen wir noch immer beide Arme und Beine …und alle Zähne! 🙂

Tinas Schaf brachten wir zum Doktor, die Steuerkette musste mal erneuert werden und Öl brauchten wir auch.
Kette schmieren, Luft checken …ein paar Streicheleinheiten für die Moppeds, schließlich hatten wir noch etwas vor uns.

In Pakse waren wir sehr gemütlich unterwegs.
Irgendwann schwindet die Explorationslust.
Man kehrt immer in das gleiche Restaurant – wo man weiss was man bekommt.
Hängt nur noch rum.
Man kann das alles kaum noch verarbeiten.
Pakse ist wie Luang Prabang eine Backpacker Hauptstadt.
Viele wechseln hier aus, oder nach Thailand.
Wer also ein Mopped kaufen oder verkaufen will ist hier richtig.

Unsere Begleitung zog weiter in den Süden, in Richtung Mekong Delta.
Für uns ging es von hier in Richtung Vietnam.
Wir wollten zwar nach Kambodscha, aber ein direkter Wechsel sollte wohl schwierig sein und so ging es ersteinmal wieder Richtung Osten.

50 Kilometer östlich Pakse´s begann das Boloven Plateau.
Hier wird vorzüglicher Kaffee angebaut.
Große Kaffeefabriken verströmen den betörenden Geruch und kleine Büdchen trocknen die Bohnen auf der Straße und locken mit Kaffee.
Und so blieben wir in Pakson auf 1200 Metern stehen und tranken den wohl stärksten Kaffee, den wir jemals tranken, puh hat der geballert.
Frisch energetisiert ging es für uns weiter. Wir müssen wohl irgendwo falsch abgebogen sein und sind über Sekong nach Attapeu gefahren.
In Sekong hätten wir schon vor Tagen sein wollen, aber wir sind ja schon einmal verloren gegangen.
Es musste am Ho Chi Minh Pfad liegen, in dessen Nähe wir schon wieder waren.


Sakong und das Boloven Plateau waren während des Vietnamkrieges eine der hauptumkämpften Gebiete, Tonnen an Clusterbomben, Napalm und Agent Orange regneten hier vom Himmel. God bless Amerika!

Was für eine wunderschöne Natur.
Herrliche Serpentinen, Urwald und Bäume, winkende Menschen – der Duft von Kaffee in der Luft.
Unsere letzten Stunden in Laos hatten geschlagen.
Wir suchten uns eine Unterkunft in Attapeu nach insgesamt 220 Kilometern an diesem Tag.
In Attapeu haben wir wie so oft Nichts besonderes gesehen.
Vielleicht hatten wir mittlerweile auch keine Augen mehr dafür.
Ich weiss es nicht.

Ich war auch ziemlich aufgeregt, denn heute, heute am 27.03.2016 hatten wir die erste Grenzquerung vor.
Von Laos nach Vietnam – mit Motorrad.
Wir hatten Schauergeschichten gelesen.
Zöllner, die die Motorräder nicht rüberlassen wollten.
Dass Vietnamesen allesamt Abzocker und Gangster wären.
So viel Schlechtes, dass wir uns wirklich arg überlegten überhaupt einen Fuß nach Vietnam zu setzen.

Aber wir mussten, wollten wir nach Kambodscha und wenn wir unsere eigenen Erfahrungen machen wollten, dann gleich noch einmal.

…und Angkor Wat lockte. Seitdem wir uns auf Koh Tao das erste Mal intensiv damit beschäftigten.

Nunja, wir hatten schon Schlimmeres erlebt, was soll passieren.
Wir kamen nach einer kurzen Fahrt an der Grenze an.
Wir stellten unsere Moppeds ab, gingen durch den Checkpoint, zeigten unsere Pässe, stiegen wieder auf und hielten nochmal kurz an einem kleinen Büdchen und fragten ob wir einen Stempel oder sowas bekommen.
Nein bekommen wir hier nicht …okayyyy. ..komisch …sicher nicht? …nein, sicher nicht.
Naja okay.
Der uniformierte Büdcheneinsitzer frug, ob er meinen Bart betasten durfte …äh ..natürlich, wenn es sonst nichts war ..ich nickte und lachte ob der absurden Situation.
Seine Hand streckte sich auch schon aus dem Plexiglasloch und fühlte mein Kinn und meine Wangen.
Der eben noch versteinert ernste Grenzer fing an zu kichern wie ein kleiner Bub.
Ein weiterer unbezahlbarer Moment.

Ebenso schnell wie er kicherte, stoppte er auch wieder seine Heiterkeit und machte das was ein sozialistischer Grenzer am besten kann:
Ernst gucken.
Wir verabschiedeten uns.
Verwirrt über das Fehlen des Ausreisestempels und der Barttasterei fuhren wir weiter.

Wir realisierten noch immer im Grenzgebiet zu sein, stoppten am Denkmal der laotisch vietnamesischen Freundschaft welches über den Sieg über die amerikanischen Aggressoren erinnerte, machten Bilder und fuhren weiter.

Da war er.
Der vietnamesische Checkpoint.

Nach rund 2.000Kilometern quer durch Laos waren wir soweit Laos Good Bye zu sagen.

Laos bedeutete sicherlich kein Erholungsurlaub für uns – aber es wa das größte Abenteuer unseres Lebens.

Bitte Motorräder hier abstellen.
Okay ..machen wir.
Abgestellt, Pässe rausgeholt, reinmarschiert, angestellt, abgestempelt worden Xin Chao und Com Un (Hallo und Danke) gesagt und das wars.
DAS wars.
Wir hatten ein 15 Tage Durchreisevisum für Vietnam in unserem Ausweis kleben.
Ganz einfach.
Die Grenze Malaysia / Thailand war dagegen das Tor der Hölle.

Der heutige Tag brachte uns auf die vietnamesische Seite – nach Plei Can und wir merkten eines sofort.
In Vietnam wird gehupt.
Immer – egal ob es eine Bedrohung gibt oder nicht.
Es wird gehupt – weil man es kann.

Irritierend, der Verkehr, es geht kreuz und quer …und es ist lauter, logisch.
Aber hupen können wir auch.
Vietnam, wir sind da und trinken erst einmal Kaffee.

DAS war eine Offenbarung.

Vietnamesischer Kaffee ist der beste Kaffee der Welt!

Vietkaffee
Vietkaffee

Wirklich.
Hierzu gibt es auf www.schwarzundheiss.de einen großartigen Artikel.
Alleine wegen dem Kaffee werde ich sicherlich noch einmal wieder kommen.
Aber für den Moment war Vietnam nur ein Transitland, welches wir am nächsten Tag wieder verlassen wollten.

Wollten, so war der Plan, aber irgendwie kam uns da was quer.

Die Straße war gut und so rollten wir bis nach „Mook Den“, zum Grenzübergang durch, 200 Kilometer, anstrengend aber ging.
Die Landschaft war schön und auch das Kind, welches sich von meiner Maschine fast hat überfahren lassen, trübte meine Laune kaum.
Die Grenze war uns vor Augen, Kambodscha nah, all die Hupenden Wahnsinnigen würden wir bald zurück gelassen haben und zur Feier des Tages bekam Tinas Maschinchen am Morgen noch einen neuen Tacho, einen neuen Frontscheinwerfer und ein Bremshebel.
In Laos war handeln immer möglich – die Vietnamesen kannten da relativ wenig Spaß …naja …umgerechnet 15€ bezahlt, noch einen
Kaffee getrunken und die Laune wurde nicht getrübt.

Wir hatten kaum Vietnamesische Dong einstecken und auch Dollar hatten wir nicht mehr so viele in der Tasche,
naiver Weise gingen wir davon aus, an der Grenze einen Geldautomaten vorzufinden, um unsere 30US$ pro Person an Visakosten für Kambodscha begleichen zu können.
Für eine Person hätte unser Geld gerade noch gereicht – aber für zwei.
Ne, heute nicht.
Wir hatten getankt, das Mopped reparieren lassen und hatten vielleicht auch etwas zu naiv nicht gründlich genug geplant als
wir – einem Geistesblitz folgend, frugen den Grenzer auf vietnamesischer Seite (bevor wir „auscheckten“), ob es hier einen Geldautomaten gäbe.
Naja frugen…„ATM? Money? Here? Visa? Credit Card?“, Fragezeichen erschienen über seinem Kopf …irgendwann nickte er und sagte „Yes-Yes. OK – OK!“…
„Jaja …ich weiss was das heisst…“ diese Aussage ist weltweit gleich.
Wir beschlossen also, dass einer in den Wartesaal gehen würde und dort auszuchecken, ob es Geld gibt.
Wir wollten tunlichst vermeiden, im Niemandsland zwischen Kambodscha und Vietnam festzuhängen, weil wir da raus waren – und dort nicht rein kamen.
In diesem laotischen Bergdorf hatten wir es nur mit einem Dorfvorsteher zu tun …hier mit „echten“ Behörden.
Militärisch uniformiert, bewaffnet und korrupt.
Mit denen würde ich niemals einen Diskurs über Recht und Ordnung starten oder mich widersetzen…
Dies bedeutete aber …wir mussten umdrehen.
Die letzte Ortschaft hiess „Lang Den“ und war 50 Kilometer zurück.
Hier sollte es auch eine Bank geben.
Hoffentlich würden wir noch pünktlich vor Bankschluss dort ankommen, schliesslich schienen zwei Dinge in Vietnam heillig.
Ho Chi Minh und Mittagspause, beziehungsweise Feierabend.
Wir schafften es, der Automat davor ging nicht (natürlich) und die Frau am Schalter konnte (oder wollte) kein Geld auszahlen – beziehungsweise, hatte keine Dollar. Aber was sollten wir mit Dong in Kambodscha?!
Die Bankfrau gab Tina den Tipp, es beim Juwelier zu versuchen…
Der Juwelier?
Na gut.
Die Straße weiter? …die Straße weiter!
Im stark belebten Stadtzentrum (eine Kreuzung mit allerlei Menschen, die Waren kauften und verkauften) gab es ein Juwelier,
dieser würde sogar Geld in Dollar tauschen, wenn wir ihm Dong dafür geben würden.
Wir, verstaubt, erschöpft, hungrig, total erledigt mussten uns organisieren.
Tina, die beim Juwelier war und die Konditionen ausgehandelt hatte, suchte den nächsten Geldautomaten auf.
Ich blieb bei den Motorrädern, um unsere Sachen und die Drahtesel zu bewachen.
Der nächste Automat nahm natürlich ihre Karte nicht.
… sie kam zurück.
Viel Zeit hatten wir nicht mehr, der Feierabend nahte.
Sie erfrug einen neuen Automaten – es gab tatsächlich einen.
Dieser spuckte Geld aus und sie schaffte es bis kurz vor Feierabend…
Das war mal wieder so ein Glück.

Die Sonne wurde langsam dunkler …die Grenzquerung war für heute nicht mehr zu schaffen.
No way …egal.
Wir hatten andere Bedürfnisse.
Wir suchten gefühlte Ewigkeiten nach einem Hotel und irgendwann fanden wir eins, das nicht total heruntergekommen war.
Das war sogar neu – und es gab ein Eröffnungsangebot.
Da checkten wir ein.
Die Empfangsmädchen sprachen kein Wort und waren unglaublich schüchtern, ich glaube die wären am liebsten weggelaufen,
obwohl wir es in der Regel so hielten, dass Tina mit Mädchen sprach und ich mit Jungs …aber wir sahen aus.
Zwei weisse Teufel aus dem Sand gekrochen.

Irgendwann, nach ungefähr einer viertel Stunde schafften wir es, ihnen mitzuteilen, dass wir eine Nacht bleiben wollten.
Glaubten wir.
Sie riefen den Manager an.
Wir sollten warten, er würde kommen.
Wir warteten.
Nach einer Viertelstunde betrat Tina wieder die Lobby – das Spiel ging von vorne los.
Irgendwann ging es dann aber doch …wir bekamen ein Zimmer.
Westlicher Standard.
Es war himmlisch. Hier konnten wir die Nacht über bleiben!!!

Vietnam Window
Vietnam Window

 

Irgendwo um fünf Ecken fanden wir auch noch einen Nudelsuppenstand.
Der war lecker ..und günstig!
Generell merkten wir, dass Vietnam das bisher günstigste Land auf unserer Reise war.
Und auch bleiben sollte.
Und das, obwohl deutlich weiter entwickelt als Laos oder Kambodscha und durchaus mit Malaysia vergleichbar.

Wir schliefen wie Steine.

Am nächsten Morgen würden wir sicherlich nach Laos kommen.

Als wir am 29.03.2016 dabei waren unsere Motorräder zu satteln, machte der Hotelboy noch schnell ein Selfie mit uns.
Dann schob er mich zur Seite und ließ sich noch schnell mit diesem weißen, „großen“ rothaarigen Mädchen ablichten.

Gut eine Stunde später standen wir wieder an der Grenze.

Wie cool, dass ich diese gesamte Strecke mit meiner GPS Laufuhr aufzeichnen konnte!
B01K9W5EJ0

 

Wir stellten unsere Motorräder ab, mussten unsere Rucksäcke abnehmen, gingen hinein, holten uns den Ausreisestempel ab und querten Metalldetektoren, die definitiv nicht eingeschaltet waren. Egal.
Wir waren draussen …irgendwo zwischen Laos und Vietnam.
Nun lag unser Leben wieder in des Schicksals Hände.

Wir standen vor einem Bretterzaun, die Einfahrt für Autos gesperrt, eine Tür für Fußgänger offen.
Wir stoppten die Motoren unserer Maschinen, nahmen die Helme wieder ab und schoben die Maschinen hindurch, stellten die Motoorräder auf die Ständer und betraten die Veranda des aus unbehandeltem Holz erbautem Häuschen mit der Aufschrift „Kingdom of Cambodia“.


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