Autokauf in British Columbia – Roadtrip durch Kanada

Wer sein Working Holiday in Kanada startet, wird sicherlich auch einen ausgedehnten Roadtrip inkl. Autokauf auf seiner Liste stehen haben: Sei es von Westkanada nach Ostkanada, den Trans-Canada-Highway entlang, in den Yukon und weiter nach Alaska, durch die Rocky Mountains oder einen Abstecher in die USA – Die schier endlosen Weiten des Kontinents schreien schließlich danach erkundet zu werden.

Autokauf Bc _ Roadtrip durch Kanada

Aber wie läuft das eigentlich in der fernen Fremde mit dem Autokauf?
Wo muss ich hin?
Was wird benötigt?
Was kostet der Spaß?

Weil uns diese Fragen rund um den Autokauf während unserer Vorbereitung ebenfalls sehr gequält haben und wir allerlei verschiedenste Quellen befragen mussten, haben wir unsere Erfahrung hier dokumentiert, in der Hoffnung, die einen oder anderen Fragenzeichen bei kommenden Reisenden etwas kleiner aufleuchten zu lassen.

Grundsätzliches beim Autokauf in Kanada

Der Gebrauchtwagenmarkt in Kanada ist gnadenlos übersättigt. Autos, für die man bei uns das drei bis vierfache zahlen würde, bekommt man hier für einen nahezu Spottpreis.

Jeder Bundesstaat in Kanada kocht irgendwie sein eigenes Süppchen.
So sind die Kosten für die Versicherung und Steuer, die pro Bundesstaat geregelt wird, in ihrer Höhe verschieden.
Auch kann man nicht einfach ein Fahrzeug, zum Beispiel aus British Columbia in Ontario zulassen.
Hier wird zunächst ein Interstate Transfer fällig, der ein Out of Province Check nach sich zieht, ähnlich unserem deutschen TÜV. Dieser ist wiederum mit Kosten für die Untersuchung verbunden und natürlich die Behebung etwaiger festgestellter Mängel, um das Auto auf die Straße zu bekommen.

Man überlege sich also gut, ein Wagen aus einem “fremden” Bundesstaat zuzulassen. Wenn doch, sollte der Verkäufer die Kosten des Out of Province Checks übernehmen.

Im Preis für die Zulassung kommt auch immer noch ein Anteil der Kaufsumme als Steuer. Diese richtet sich nach dem auf dem Kaufvertrag vermerkten Kaufpreis. In BC liegt die GST (Goods & Servie Tax = Mehrwertsteuer) bei 12%.

Den Kaufvertrag gibt es als offiziellen Vordruck; dieser ist bei der Zulassung vollständig ausgefüllt und von allen Parteien unterschrieben abzugeben. Ohne den geht nichts. Für den Kaufvertrag benötigt ihr auch eine Postadresse in Kanada; hier reicht die vom Hostel oder wo ihr gerade seid.

 

Welches Auto will ich?

Das ist natürlich eine Entscheidung, die von den individuellen Anforderungen des Reisenden abhängt. Die können wir euch nicht abnehmen, aber lasst euch doch vielleicht folgende Punkte durch den Kopf gehen, bevor ihr euch durch den Gebrauchtwagenmarkt wühlt:

– Wieviele Leute seid ihr? Je mehr, desto größer das Auto.
– Wollt ihr im Auto schlafen oder im Zelt?
– Fahrt ihr nur auf dem Highway oder auch im Gelände?
– Seid ihr nur 2 oder 12 Monate unterwegs?
– Welches Budget habt ihr? Ihr solltet zwischen 2000 – 3500 Dollar einplanen, je nach Ausstattung und Zustand.
– Wollt ihr das Auto weiterverkaufen?
– Der Verbrauch auf 100KM?
– Wartungszustand und Ausstattung?
– us/can/asiatisches Auto oder ein “europäisches”? Die Kosten für Reparaturen sind bei europäischen Modellen um ein vielfaches höher.

Während wir in Australien mit einem Geländewagen durch das Outback gecruist sind, den wir zum Schlafen immer umbauen mussten und durch Südostasien auf zwei klapprigen chinesischen Motorrädern von Guesthose zu Guesthouse knatterten, haben wir uns auf dieser Etappe für einen Minivan Honda Odysee entschieden.
Genug Platz, um ein (richtiges) Bett aufzubauen, alles zu verstauen und ganz gechillt die Highways und leichtes Gelände zu durchfahren. Und das bei einem Verbauch von nicht einmal 9 Litern auf 100 Kilometern. Beliebte Minivans bei Backpackern in Kanada sind z.B. Dodge Caravan, Ford Winstar, Honda Odysee, … .

Autokauf BC _ Roadtrip durch Kanada
Unser Minivan BÖHME

Aber es gibt auch Kombis, Geländewägen aller größen, Vans, Wohnmobile und für ganz hartgesottene auch Fahrräder … aber das wäre eine andere Kategorie des Reisens.

 

Wo finde ich mein Auto?

Die Wege an seinen Traumwagen in Kanada zu gelangen, sind vielfältig.
Es muss nicht immer der Händler sein; dieser bietet zwar oft den Vorteil eine halbjährliche Garantie mitzubekommen,aber ganz ehrlich, wenn man 2000 Kilometer entfernt liegen bleibt, weil die Karre verreckt ist, bringt einem das auch nichts. Oft haben Händler eine angeschlossene Autowerkstatt, weshalb man davon ausgehen kann, dass die Wägen zumindest einigermassen in Schuss sind.
Glauben kann man man natürlich nichts – beim Geld hört die Freundschaft auf.
Der Nachteil eines Händlerkaufes sind die höheren Gebühren; neben der Steuer, die von Staat zu Staat verschieden ist, muss auch oft noch eine “Document Fee” entrichtet werden.

Von Privat ist die wahrscheinlich gebräuchlichste Alternative, um an ein Schnäppchen zu kommen.
Quellen gibt es einige und eigentlich sind das auch die Gleichen, die man bei uns auch abklappern würde – soviel ist über diesen Weg zum Glück nichts anders.

Zur Wahl stehen unter anderem:
1. www.craigslist.ca und www.Kijiji.ca
2. Facebook: Gruppen für Backpacker, Buy & Sell Facebook Gruppen und ähnliche.
3. Auf der Straße. Oft hängen Schilder an Autos: For Sale.

Also, Angebot sichten, vorbei gehen, checken, kaufen. Ganz easy. 🙂

Wichtig zu checken – ich könnte als (vor langer Zeit) gelernter KfZler nun einen haufen Tipps geben, auf was zu Achten sei und wie man das prüft. Da das aber auch schon andere vor mir gemacht haben: Hier findet ihr die Checkliste vom ADAC zum Thema Gebrauchtwagenkauf: https://www.adac.de/_mmm/pdf/Gebrauchtwagenkauf%20Checkliste%202015_27705.pdf

Lasst euch nichts aufschwatzen, wenn ihr kein gutes Gefühl habt, dann lasst es einfach.
Niemals unter Druck etwas kaufen, der nächste Wagen kommt garantiert.

 

Nach dem Autokauf

Wie schon gesagt, die Fahrzeugversicherung ist in BC verstaatlicht und läuft über den gleichen Broker wie die Zulassung auch.
Das gute: Es nimmt die Qual der Wahl.
Das schlechte: Es nimmt den Wettbewerb, die Beiträge sind sehr sehr teuer.
Ein halbes Jahr Versicherung, mit der allergünstigsten Option “Basic Autoplan”, die nur Schäden an des Gegners Leib abdeckt, kostet in BC etwa 1000 kanadische $ (!)!

Wenn man seinen deutschen Führerschein schon in einen kanadischen umgetauscht hat, sollte man diesen mit zur Zulassungsstelle nehmen. Dies senkt den Beitrag etwas.
Sollte man in Deutschland schon ein Auto besessen haben und hier mit einigen schadensfreien Jahren glänzen können, sollte man sich dies von der ehemaligen Versicherung bestätigen lassen – natürlich in englischer Sprache. Dies senkt den Beitrag ebenfalls etwas.
-> hatten wir leider beides nicht. 😀

Man wird gefragt, ob es sich um ein Alltagsfahrzeug handelt (Fahrten zur Arbeit, Einkaufen etc.) oder ob es für die Freizeit ist. Also ein “Pleasure Mobil” – da es sich bei unserem Auto ganz eindeutig um ein Pleasure Mobil handelt und hier auch die geringeren Kosten zu tragen sind, haben wir das angegeben.
Wie oben erwähnt, die Höhe, der zu entrichtenden Mehrwertssteuer richtet sich nach der Höhe des im Vertrag niedergeschriebenen Kaufpreises.
Wenn das Fahrzeug sehr günstig erworben wird, kann die Frage gestellt werden, weshalb es so günstig war – eine Antwort zum Beispiel ist: weil etwas Arbeit daran zu verrichten ist.
Natürlich – solltet ihr eine Unfallschaden-, Diebstahl- oder Brandversicherung dazukaufen, und der Broker wird versuchen euch alles mögliche zu verkaufen, bekommt ihr im Schadensfall auch nur die Kosten zurückerstattet, die im Vertrag vermerkt sind.

Der Name der Versicherungs- und Zulassungsstelle in British Columbia lautet Autoplan, ICBC, Insurance Corporation British Columbia und befindet sich quasi an jeder Ecke, in fast jeder Mall, auf Hauptstraßen – zumindest in Großststädten. Aber zur Not einfach googlen oder auf dieser Seite könnt ihr den nächsten ICBC Autoplan finden: http://www.icbc.com/autoplan/basic/Pages/Default.aspx

Nehmt zur Zulassung folgendes mit:

– Reisepass (Identitätsfeststellung 1)
Kreditkarte (Identitätsfeststellung 2)
– Geld oder Kredit- oder Debitkarte (Bezahlung der Versicherung)
Führerschein (internationaler + deutscher oder kanadischer)
– Unbedingt und wichtig: Den komplett ausgefüllten Kaufvertrag (am besten auch den verkäufer)
– Der Nachweis über die bestehende Registrierung des Autos
– Die alten Kennzeichen
– Eine kanadische Telefonnummer (Oder in der Not eine ausländische, unter der ihr im Notfall erreichbar seid)

Als Adresse gebt ihr die an, die ihr Kaufvertrag genannt habt. Post wird dorthin nicht gesendet und der Wohnort wird allem Anschein nach auch nicht nach Meldung geprüft.

Uns hat das ganze Prozedere bei Autoplan etwa 10 Minuten und einen sündhaft teuren Betrag gekostet. Wir sind mit unseren Kennzeichen und unseren Zulassungspapieren aus dem Büro von Autoplan herausmarschiert und konnten unser Roadtrip-Abenteuer starten.

 

Fahrzeugeinrichtung

Natürlich muss ein Backpackerfahrzeug für seinen Roadtrip noch eingerichtet werden, schaut also mal bei Craigslist oder Kijiji nach Matratzen (die sonst sehr teuer sind), Küchenzeug und Gaskochern. Wir hatten Glück und haben unseren Gaskocher sehr günstig bei Walmart bekommen. Die Campingabteilungdort kann echt was. Zweiflammiger Kocher mit Windschutz für ~50$ … DAS war wenigstens wesentlich günstiger als in Australien. 🙂

Und wer es noch günstiger will, der macht es sich selbst! Do-It-Yourself Erfindungen von Hotze findet ihr hier:

  1. DIY – Die Buschdusche
  2. DIY – Der Steckdosenadapter
  3. DIY – Die Feuerbüchse

Autokauf in BC _ Bett im Auto

Genug geschrieben – die Laundry ist fertig und es ist wieder Zeit auf die Straße zurückzukehren.

Safe Travels & Viel Spaß bei eurem Roadtrip und wenn ihr Erfahungen aus anderen Bundesstaaten mit uns teilen möchtet – nur zu! Hinterlasst uns einfach einen Kommentar. Wir freuen uns!

 

Ihr wollt euren Wagen verkaufen? Lest das hier!

Auf was ihr NACH dem Autoverkauf zu achten habt erfahrt ihr hie, es gits nämlich Geld zurück!


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