DIY – Die Feuerbüchse

Wer in der Wildnis unterwegs ist hat nicht immer einen Gaskocher parat, oftmals nichteinmal genügend “richtiges” Feuerholz um ein Feuer zum Kochen zu erhitzen – oder manchmal auch einfach keine Lust ein riesiges Feuer anzuschüren nur um sich einen Tee oder Kaffee zu kochen, oder eine Suppe aufzuheizen.
Manchmal ist es auch einfach zu windig, zu regnerisch oder der Untergrund ist zu nass…und so weiter, da kommt ein Gaskocher – oder besser, unsere Feuerbüchse wie gerufen.

Wenn man jedoch noch zwei leere Konservendosen, einen alten Kleiderbügel (oder ähnliches), etwas rudimentäres Werkzeug zu Hand und ca. eine stunde Zeit hat, kann man sich mit etwas, wenigem Zeitaufwand einen wundervollen Helfer bauen der mit wenigen Händen voll Klein(st)holz all diese Sorgen erledigt und einen halben Liter Wasser in ca. 10 Minuten zum Kochen bringen kann. Seinen Morgenespresso sogar schneller.

Ich möchte vorstellen, als erstes DIY Projekt, meine Buscherfindung aus Cammoweal:

Die Feuerbüchse

 

Was ihr haben solltet:

– Einen Dosenöffner um den Inhalt der Dosen loszuwerden

– Eine Zange um den Draht abzulängen und die Dosen zu bearbeiten

– Eine Ahle (dieses spitze Ding am Taschenmesser), oder ähnliches um Löcher in die Dose zu bekommen

– Eine Säge um die Dosen zu teilen (geht sicherlich auch mit der Zange)

– Wenn zur Hand, einen Stift um euch Hilfsmarkierungen zu zeichnen…geht aber natürlich auch ohne

Was ihr braucht:

– Eine große Dose (bei uns eine Ananasdose)

– Eine kleine Dose (bei uns eine Diced Tomatoes Dose)

Wichtig ist, dass die eine Dose in die andere hineinpasst und von einem Dosenrand zum anderen ca. 10mm Abstand liegen.

– Ein Stück stabiler Draht (bei uns ein Stück eines Kleiderbügels) dessen Gesamtlänge etwas länger ist als der zweifache Durchmesser der größten Dose.

– Ungefähr eine Stunde Zeit und etwas Geschick.

Was ihr tut:

Kleiner Hinweis:
Die Schnittkanten der Dosen sind wahnsinnig scharf – passt auf was ihr tut.
Auch wenn wir versuchen so viel als möglich vom Material zu verwenden, es wird immer etwas übrig bleiben, bitte werft euren Müll nicht einfach unachtsam in die Umwelt sondern entsorgt diesen Sach- und Fachgerecht.

I.: Die größere Dose:

Zuerst, und das sollte sich von selbst verstehen sollte die Dose geöffnet und geleert werden (bitte auch gleich für die kleinere Dose durchführen – den Inhalt bitte verzehren).

Hebt die Deckel der Dosen auf – diese brauchen wir später noch.

Markiert euch nun auf der Hälfte der Höhe der Dosen, im Abstand von 90°, gegenüberliegend insgesamt vier Punkte und durchstecht diese mit der Ahle.

Hier werden später die Drähte durchgeschoben.

Markiert euch ebensfalls vier, im 90° Winkel gegenüberliegende Sektionen am Boden der Dose über ca. 5cm Breite und 2cm Höhe, durchstecht den Rand der Markierung mit der Ahle und trennt die Metallplättchen nun mit der Zange heraus sodass ihr vier “Fenster” erhaltet.

Hier wird später das Stroh zum anfeuern und dann das Brennholz eingeführt, ebenfalls schaffen wir uns so Lufteintritte die den Kamineffekt begünstigen der die Feuerchbüchse schön anheizt.

Glättet die Ausbruchstellen etwas mit der Zange oder dem ultimativen Buschwerkzeug Stein sodass sich niemand verletzt und die Holznachfuhr ohne Problene funktioniert.

II.: Die kleinere Dose:

Geht vom oberen Rand der kleinen Dose um ungefähr 60% herunter und markiert euch auch hier vier um 90° versetzte, gegenüberliegende Punkte. Diese Punkte markieren den Durchstoß des Drahtbügels und sollten so liegen,
dass der obere Dosenrand der kleinen Dose, mit dem der großen Dose abschliesst.

Markiert euch ebenfalls auf ~40% und ~20% der Höhe zum Dosenrand in 45° Schritten um den Dosenumfang herum Punkte zum durchstoßen. Diese sollen der inneren Ventilation dienen.

Auf ca. 70% der Höhe der kleinen Dose wird diese abgelängt, ich habe hierfür die Säge meines Taschenmessers verwendet, mit etwas Gefühl funktioniert das beim Weissblech ganz gut.

Glättet die Kanten der schnitt- und Durchstoßstellen und schneidet euch nicht.

III.: Der Draht:

Macht aus dem gewundenen und gebogenen Draht ein gerades Stück, hier hat sich noch immer die Zange am besten bewährt, mit etwas Fingerspitzengefühl sollte das aber auch ohne Probleme funktionieren.

Schiebt den Draht durch die große Dose und lasst an einem Ende ca. 10mm überstehen, an der gegenüberliegenden Seite schneidet ihr den Draht ab – ebenfalls ungefähr 10mm länger als notwendig.

Dieses Spiel wiederholt ihr nun mit dem übrigen Stück Draht auf der anderen Seite, für diese Operation ist eine Zange notwendig.

IV.: Die Fügung:

Fügt die beiden Dosen so ineinander, dass die “50 & 60% Löcher” fluchten und schiebt den Draht durch.
Der Draht soll die Dosen arretieren und halten, der Überstand wird mit der Zange so gebogen, dass der Draht
sicher und fest sitzt.

V.: Der Aufstand:

Das von der kleinen Dose übrige Unterteil wird mit dem Dosenöffner vom Deckel befreit und mit der Zange der
Länge nach aufgetrennt, plattiert es und teilt es der Länge nach in vier gleich große Teile.

Diese Teile werden getrennt.

Macht euch der Breite nach in 25% Schritten eine Markierung.
Der Länge nach markiert ihr das Stück Blech so, dass ihr von 50% aus nach links und rechts einen Einschnitt vornehmen könnt der genau der Breite des Abstandes der kleinen zur großen Dose entspricht.
Die Tiefe des Einschnittes sollte ebenfalls ca. 25% betragen.
Faltet diesen Einschnitt mit der Zange um 90° nach innen.
Faltet die Markierung in der Länge ebenfalls um je 90° mit der Zange, so dass ihr nun vier Brücken erhaltet die ihr oben auf die Dose stecken könnt worauf ihr dann Topf oder Teekanne stellen könnt ohne das Feuer zu ersticken.

Um Flüssigbrennstoff zu verwenden bedarf es natürlich eines geeigneten Zubehörs, dieses ist auch relativ einfach geschaffen, ihr benötigt lediglich eine Dose die vom Druchmesser und der Höhe kleiner ist als die kleinere.
Ideal war für mich hier eine Tunfischkonserve, im 45° Abstand am oberen Dosenrand noch einige Löcher gestochen
um für eine optimale Lüftung zu sorgen und fertig.

Dieser Einsatz kann nun auf das Drahtkreuz gestellt werden welches der Drahtbügel bildet und mit Benzin, Spiritus oderwas auch immer ihr gerade zur Verfügung habt gefüllt werden.

Zur Verwendung von Festbrennstoff wie zum Beispiel “Esbit” oder eines Grillanzünders brauchen wir noch ein Schälchen (wenn wir nicht schon das Behältnis aus der Tunfischdose gebaut haben).

Wir zeichnen uns ein Rechteck auf dem Dosenstück des Deckels und biegen mit der Zange das Blechteil welches diagonal zur Markierung liegt um 90° um so dass es nach oben steht. Dies wird für die restlichen drei “Ecken” wiederholt.
Achtung: Das Blech ist scharf!
Nun werden die angezeichneten Kanten ebenfalls umgebogen umd die entstehenden “Zipfel” umgefaltet.
Verflüssigt sich nun der Festbrennstoff beim Verbrennungsvorgang kann ieser nicht davonlaufen oder tropfen,
die Brennzeit wird hierdurch extrem verlängert und das Abbrennverhalten verbessert.

Einen halben Liter Wasser habe ich mit ca. einem halben Block Esbit zum Kochen gebracht.

Stellt dieses Schälchen auf das Drahtkreuz, bestückt es mit eurem Brennstoff und entzündet es vorsichtig.

Um ein gutes brennen zu ermöglichen braucht ihr für ein Feuer zwei Dinge:

Trockenes Feuermaterial und Sauerstoff.

Stopft eure Feuerbüchse also nicht allzuvoll, das Feuer muss atmen.

Durch die unteren Öffnungen wird eine Handvoll trockenes Stroh oder anderes, schnell brennbares Material gesteckt.
Durch die obere, innere Öffnung werden einige sehr dünne Ästchen und Hölzer gesteckt, am besten irgendetwas trockenes, harziges das sich schnell entzündet. In Australien ist Eukalyptusholz mein Favorit.
Zum einen weil es einfach überall wächst, zum anderen weil es mit ätherischen Ölen nur so vollgepumpt ist, Nadelhölzer sollten dafür aber ebenso geeignet sein.

Steckt eure Brücken auf.

Entzündet das Stroh, hofft, dass es auf die Hölzchen überschlägt und füttert das Feuer mit etwas größeren Hölzern.
Wenn das Feuer stabil brennt und das Stroh zu Asche geworden ist wird es Zeit durch die unteren Öffnungen etwas daumendickes Holz nachzuschieben. Füttert immer schön von oben nach und wenn ihr seht, dass alles gleichmäßig brennt.

Stellt das Wasser auf.

Anfänglich kann die Feuerbüchse etwas wild qualmen, eventuell ist ein dichtbesetzter Campingplatz nicht das Richtige für einen Versuch, aber das müsst ihr für euch entscheiden, je trockener das Brennmaterial, desto besser das Brennverhalten.

Stellt das Ganze bitte unbedingt auf eine feuerfeste Unterlage im freien und achtet darauf, dass sich keine leicht brennbaren Materialien im Umkreis von mindestens einem halben Meter befinden.
Je nach Windverhältnissen und Brennmaterial kann das Ding zur richtigen Luzie werden.


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