Volunteering: WWOOF – HelpX – Housesitter

Spätestens ab 30 wird es mit dem Work und Travel schwieriger, nicht nur weil die Knochen so langsam anfangen zu klappern sondern auch weil die Meisten Work und Travel Visa an diese magische 30 geknüpft sind.

So heisst es fast ausnahmslos:

„Älter als 30?! Keine Arbeitserlaubnis!“

Es gibt allerdings Alternativen für diejenigen die nicht „Schwarz arbeiten“ oder ihr gesamtes Erspartes aufbrauchen wollen.
Reich wird man nicht, aber man kann eine ganze Menge Geld sparen und gewinnen – an Erfahrung.

Volunteering: WWOOF – HelpX – Housesitter

Denn Volunteering, also unbezahlte Freiwilligenarbeit, ist mit einem normalen Touristenvisa möglich.

Wer kein Problem damit hat für Kost und Logis oder auch „Food and Accommodation“ und im besten Falle etwas Taschengeld zu arbeiten dem stehen diese verschiedenen Programme zur Verfügung.

Wir sind mit „HelpX – Help Exchange“ und „Trusted Housesitters“ durch Australien gekommen, haben viele tolle Erlebnisse machen dürfen und werden unsere weitere Weltreise auch weiterhin mit den Pfeilern der Freiwilligenarbeit unterstützen, aber der Reihe nach.

Die (zeitlich limitierte) Mitgliedschaft in diesen Programmen ist in der Regel kostenpflichtig, die „Schutzgebühr“ zur Teilnahme variiert.
Ist man als offizielles Mitglied registriert bekommt man Zugang zum Netzwerk des Programms, das heisst: Kontaktadressen.

Das bekannteste dieser Programme dürfte „WWOOF“ sein, übersetzt:
„World Wide Opportunity on Organic Farms“.

Dieses Programm ist auf, wie der Name schon sagt, Biologische Landwirtschaft beschränkt.
Wer also in Land- Forst- und Seebetrieben auf der ganzen Welt arbeiten möchte sollte sich einmal nach diesem Programm umsehen.
Wir selbst sind keine Mitglieder bei „WWOOF“ weshalb wir nicht viel darüber berichten können.

Ausser dem Grundsätzlichen:
Der „Mitgliedsbeitrag“ beträgt 70Australische $ (+ Versand). Hierfür gibt es ein Büchlein in dem Kontaktadressen und Beschreibungen der potentiellen Arbeitgeber, der WWOOF Hosts angegeben werden.
Das Buch kann natürlich unlimitiert verwendet werden, wer den aktuellsten Stand haben möchte muss jedes Jahr ein neues kaufen.
Will man das Buch schon in Deutschland haben kommt man um einen Versand und etwas Wartezeit nicht umher, in z.B. Australien kann man diese Büchlein in vielen Hostels und Reiseagenturen kaufen und Bar bezahlen.
In der Mitgliedsgebühr ist eine Arbeitsunfallversicherung inbegriffen.

Zur offiziellen Webseite von WWOOF Australien geht es hier: http://www.wwoof.com.au/

Nicht ganz so bekannt allerdings ebenso weltumfassend ist „HelpX“ also „Help Exchange“.

Der Titel gibt den Inhalt des Programmes wieder, Hilfsaustausch.
Der Mitgliedsbeitrag beträgt 20€, gilt für 2 Jahre und wird mittels Kreditkarte bezahlt.
eine Unfallversicherung ist nicht inbegriffen – aber die hat sowieso jeder im Gepäck. Hoffentlich.
Für die 20€ bekommt der Helfer die Möglichkeit via Internet Profile verschiedener Gastgeber weltweit einzusehen.
Auf der Karte können über Länder – Regionen – Städte – einzelne Hosts ausgewählt und deren Profile angezeigt werden.

Die Profile der Hosts zeigen oft Bilder der Unterkunft und des Geländes, geben eine Beschreibung der Gastgeber, der zu verichtenden Arbeiten, deren Umfang und die Gegenleistungen wieder – meistens.

Der Unterschied zum WWOOF Programm, besteht darin, dass es sich bei den Hosts nicht ausschliesslich um Bio-Farmer handeln muss was einem mehr Möglichkeiten bietet neues auszuprobieren.
Es werden ebenso Babysitter Jobs angeboten wie Möglichkeiten im Hotel-/Homestead Bereich, als Haushaltshilfe, Gärtner…sogar ein Goldsucher bat mal um Unterstützung…leider waren wir da schon zu weit entfernt.

Damit der Host jedoch weiss wer DU bist, muss auch der Nutzer ein Profil anlegen – ein zwei Bilder, Beschreibung der Person, Fertigkeiten, Erfahrungen etc..

Hat man einen interessannten Gastgeber gefunden, oder man selbst wurde gefunden, schreibt man ihn einfach an (oder wird angeschrieben), stellt seine Fragen, lernt sich kurz kennen und wirft einen Blick in dessen Bewertungen.
Vorangegangene Helfer haben die Möglichkeit eine Bewertung zu hinterlassen – zu loben oder zu kritisieren.
Natürlich können die Hosts auch eure Bewertungen einsehen.
So funktioniert ein selbstlaufender Qualitätsmanagementprozess, eine Admitätigkeit haben wir hier noch nicht feststellen können.
Hosts oder Freiwillige mit schlechter Bewertung haben natürlich deutlich schlechter Chancen auf eine Zusage als diejenigen mit einem guten Resümee. Ähnlich des „eBay – Prinzipes“.
Die Dauer eines „stays“ – eines Aufenthaltes variiert individuell und muss ausgemacht werden. Von wenigen Tagen bis mehreren Wochen oder Monaten ist alles möglich.

7(!) HelpX Einsätze haben wir bis hier absolviert und uns so zu „Veteranen“ in Australien gemausert. Mal sehen was und wo noch so kommt – die Welt ist klein. 🙂

Zur offiziellen Webseite von HelpX Weltweit geht es hier: http://www.helpx.net/

Das Arbeitspensum und die Gegenleistungen variieren von Host (Gastgeber) zu Host mitunter stark, um Missverständnisse zu vermeiden sollte man vorher die Rahmenbedingungen abklären.

Fair ist alles was ihr für gut erachtet.

Das Standardgerüst eines Einsatzes als Volunteer sieht normalerweise wie folgt aus:

Vier Stunden Arbeit an 5 Tagen die Woche.
(Dies kann aber variieren. Wir hatten schon 35 und 10 Stunden in der Woche).
Eine Unterkunft.
Drei Mahlzeiten und Getränke.

Internet und auch andere Annehmlichkeiten sind oft inbegriffen – wer aber im Outback oder im Djungel lebt sollte auch auf diese Dinge verzichten können.

Wir wurden fast immer in die Familie des Gastgebers integriert, hatten Grillabende, Wanderungen, Tagesausflüge in die Region oder einfach „nur“ ein Bier am Lagerfeuer zusammen. Zweimal (!) wurden wir zu Champagner eingeladen, hatten Kanus und Mountainbikes zur Verfügung, wurden in Restaurants ausgeführt, haben nach Opalen graben können und so vieles mehr.
Ein großer Teil dieser Programme dreht sich um den Austausch, um Balance, um geben und nehmen, um gegenseitiges lernen, man ist kein richtiger Angestellter – man ist Volunteer.
Das sollte sich wiederspiegeln.

In Asien und an manchen „besonderen“ Plätzen scheint es sogar Gang und Gäbe zu sein für seine Freiwillgenarbeit Geld an den Host zu zahlen – hiervon sollte Abstand genommen werden, denn das führt das System ad absurdum.

Wichtig ist wie immer im Leben eine offene Kommunikation, seid ihr euch mit übertragenen Aufgaben unsicher, fühlt ihr euch nicht wohl, egal was ist – sprecht mit eurem Gastgeber darüber.

 

Wir haben als HelpXer Traktor-, Baggerfahren und Blockhausbauen sowie Bananenbrotbacken gelernt, uns um Babykängurus gekümmert deren Mütter dem Verkehr zum Opfer fielen, in einem Homestead oder
als Gärtner gearbeitet, gelernt Fenster einzusetzen und einen Bootsponton zu reparieren. Beeindruckende Menschen kennengelernt, Ecken eines Landes gesehen die man als Tourist übersieht, unser englisch stark verbessert und viel über Flora, Fauna und Geschichte gelernt, wir „mussten“ auf Babykatzen aufpassen…
mussten…wir hätten das mit Freuden auch einfach so gemacht.

Ich mein…wer will soetwas nicht freiwillig machen?

 

Manchmal war die Arbeit aber auch hart, manchmal hat sie keinen Spaß gemacht und manchmal haben wir das Leben im Outback verflucht aber im Rückblick haben wir so vieles fürs Leben gelernt.
Dinge die man in seiner heimischen „Komfortzone“ niemals mit auf den Weg bekommt und wie kann man ein Land besser und ehrlicher kennenlernen wenn nicht durch zusammenleben und Austausch mit den Einheimischen?!

So sind wir von den Tablelands in Queensland, über das Outback wie Glen Helen und Coober Pedy bis in die Hauptstadt Canberra und Sydney gekommen, wir möchten diese Erfahrungen nicht mehr missen.

Man muss sich aber im Klaren sein, dass auf (gewerblichen)Farmen oft ein rauhes Lüftchen herrscht – hier werden Arbeiter gesucht, wer gerne lange schläft
oder Angst vor schmutzigen Händen hat ist definitiv fehl am Platze auch kann es im Outback sehr schnell sehr einsam werden wenn man weit von der nächsten Stadt
und womöglich auch vom nächsten Telefonanschluss entfernt ist – man sollte unter solchen Umständen mit sich selbst klarkommen.

Wem der Sinn nicht so recht nach Freiwilligenarbeit per se steht, aber doch mal etwas anderes als ein Hostel, Zelt oder Camper von innen sehen möchte weil er mal eine Auszeit vom Reiseleben braucht dem sei noch eine andere Alternative der Freiwilligenarbeit empfohlen:

Housesitting!

Beim „Housesitting“ geht es, wie der Name schon vermuten lässt darum auf ein Haus (und auf ein…oder mehrere Tier(e)) aufzupassen während die Frauchen und Herrchen in Urlaub sind. Die Daten des „wanns“ und „wie lange“ sind damit also fest definiert.

Auch hier gibt es verschiedene Anbieter, lokale und internationale. Da wir international reisen haben wir uns für „Trusted Housesitters“ entschieden.

Der Mitgliedsbeitrag bei „Trusted Housesitters“ ist hier deutlich höher als bei z.B. „HelpX“ und liegt bei rund 90€ für ein Jahr.
Jedoch hat man Zugriff auf eine große, internationale Community und viele Auswahlmöglichkeiten. Im Umkehrschluss muss man entsprechend schnell sein um einen gewünschten Stay zu ergattern.

Da die Urlauber ihr gesamtes Hab und Gut, einschliesslich ihrer geliebten Tiere in euren Händen zurücklassen sind diese natürlich immer etwas skeptisch, gerade wenn man noch „jung“ ist.
Oft werden Empfehlungsschreiben oder polizieiliche Führungszeugnisse angefordert. Ich denke das darf man unter diesen Umständen nicht falsch verstehen.

Die Zielgruppe scheint hier doch eher die Person / das Pärchen ab den frühen 40ern zu sein.

Für dieses Programm werden nicht nur absolute Zuverlässigkeit, sondern ein auch vertrauter und versierter Umgang mit Tieren gefordert, ein Hundehasser sollte sich also nicht auf einen Stay in einem Hundehaushalt bewerben. Die Zeit kann sehr lang werden. Für beide.

Das Auswahlverfahren ist auch hier ein Textfilter oder eine Karte auf der Länder und Städte gesucht werden können um den Ort des zukünftigen Housesits zu finden. Per eMail wird man über neue, zur Verfügung stehende Housesits informiert – wenn man will.

Housesitter und Host stellen ein Profil mit Bildern bereit sodass eine Vorabbeschau stattfinden kann.

Man schreibt sich an – lernt sich eventuell über Skype kennen und bekommt eine Zusage, oder auch nicht.

Auch hier ist es ein selbstlaufender Qualitätsmanagementprozess nach dem Bewertungsprinzip.

Zur offiziellen Webseite von Trusted Housesitters geht es hier:Trustedhousesitters

Unsere Erfahrung ist nach vielen Versuchen einen Stay zu bekommen folgende:

Da das Datum wann ein potentieller Host im Urlaub ist von vornherein fest definiert ist, ist es als Reisender schwer sich festzulegen wenn man die Spontanität seiner Reise nicht verlieren möchte. Will man seinen nächsten Urlaub von zu Hause aus kostengünstig organisieren, kann dies eine sehr gute Möglichkeit darstellen.

Die Zielgruppe richtet sich, wie erwähnt, eher an ältere und man bekommt oft schon aus Altersgründen (so unser Gefühl) eine Absage.
Ohne eine positive Bewertung oder einem Empfehlungsschreiben kann der Einstieg schwer werden, ein langer Atem kann erforderlich sein seine erste Zusage zu erhalten. Man muss schnell sein, verdammt schnell, viele scheinen auf einen potentiellen Stay zu lauern.

Dennoch, hat man es ersteinmal zu einer Zusage geschafft, kann man eine schöne Zeit in einem richtigen Heim mit Tier genießen.

Uns hat „Housesitters“ eine tolle Homebase im australischen Melbourne über die Weihnachts- und Silvesterfeiertage und die Bekanntschaft von Schnautzer Oscar und seinen wunderbaren Herrchen beschert. Wir bleiben auch diesem Programm weiter treu. Schliesslich rechnet es sich schon nach der ersten oder zweiten Nacht die man in einem Hostel oder Hotel spart.

Wir hoffen euch mit diesem Einblick in die Möglichkeiten der weltweiten Freiwilligenarbeit einen guten Dienst erwiesen zu haben, der euch nicht nur hilft Geld zu sparen, sondern auch neue Wege neues Wissen und neue Freunde zu finden. Sei es im Programm von HelpX, WWOOF oder Houssitter .

Wenn ihr Geheimtipps zur Freiwilligenarbeit für uns habt, oder Erfahrungen zu WWOOF, HelpX etc. machen konntet freuen wir uns natürlich davon zu hören!


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