Roadtrip durchs Northern Territory – von Cammoweal nach Alice Springs

Wir hatten unsere ersten Tage im Outback von Queensland während der ersten Hälfte unserer Reise auf dem Weg nach Alice Springs im Northern Territory überlebt und sind in Cammoweal, kurz vor der Grenze ins Nördliche Territorium auch das erste mal so richtig zur Ruhe gekommen. doch unser Roadtrip war noch nicht beendet.

Einfach mal ein paar Tage nichts machen, ein paar Zeilen für den Blog schreiben, chillen, Vögel gucken, sich Gedanken machen was man leckeres von seinen knappen Vorräten kochen kann (Nudeln mit Tomatensauce sind unser Renner 🙂 ) und einfach mal chillen.

Unser Wasser hätte sicherlich noch für eins zwei Tage gereicht, jedoch begann am letzten Tag unseres Aufenthaltes in Cammoweal ein kontinuierlich und damit auch nerviger Wind.

Da wir allerdings als Ziel unseres Roadtrips nicht Cammoweal, sondern Alice Springs ins Auge gefasst hatten, hatten wir wenigstens einen Grund uns wieder gemächlich auf die Reise zu machen und die zwischen uns und Alice liegenden weiteren 1.000 Kilometer zu überwinden.

 

Circa 50 Kilometer nach Cammoweal gelegen befindet sich die Grenze ins Northern Territory, da wir nicht vorhatten in Cammoweal für 1,78$ zu tanken haben wir die 20L unseres Reservekanister schon hier in den Tank unseres Challengers gekippt, ihn damit wieder randvoll gemacht und hofften damitbis nach Tennant Creek zu kommen welches sich auf halber Strecke zwischen Cammoweal und Alice befindet und die nächst größere Stadt mit ca. 6.000 Einwohnern markierte.

In Mount Isa wurden wir vorgewarnt, dass es zu Lebensmittelkontrollen an der Grenze von QLD nach NT kommen würde um gewisse Quarantänerestriktionen zu kontrollieren die der Ausbreitung von Schädlingen und Pilzen / Viren betreffen die für Ernteausfälle sorgen würden. Wir hatten uns also informiert was geht und was nicht und waren, noch durch den Grenzübertritt von Kanada in die USA geprägt als man unseren Kühlschrank durchsuchte und eine Tomate konfiszierte, auf das schlimmste vorbereitet. Wir hatten schliessliche alles, was nicht irgendwie gekocht oder in Dosen konserviert war gegessen…doch irgendwie…viel Lärm um nichts.

Keine Kontrolle, keine Spürhunde, stundenlange Verhöre, Fingerabdrücke – naja, sind ja auch in OZ und nicht in den US.

Nach den ersten 230km hatten wir am Barkley Roadhouse unseren ersten Stopp eingelegt und ein Sandwich mit Käse und Barbequesauce gegessen, das durfte man einführen – ist das Brot in Australien doch eher nährstoffloser Toast, der Käse – 1kg Cheddar ausm Woolys für 6$ – hat wahrscheinlich nie eine echte Kuh gesehen und die Barbequesauce…ist halt so da.

Aber, es solte ein Glückstag sein, habe ich im Auto doch 2,20$ von unseren Vorbesitzern gefunden. YEAH!
Sprit kostete hier 1,89$/L, für uns gab es weiter nichts zu holen, weder Dusche noch Schlafmöglichkeit, also weiter…

Wikicamps hat uns dann nach weiteren ~70km auf einen Rastplatz am Highway in Frewna gelotst.

Nichts besonderes, keine Toiletten, viele Fliegen (Ob das zusammenhing? – Ich beschloss nicht weiter darüber nachzudenken.),
Sand, Staub, das übliche.

Bett gebaut, etwas gelesen, Essen gekocht und so lansam ins Schlafgemach umgezogen.

 

Ziel dieses Tages war Tennant Creek, mit seinen rund 6.000 Einwohnern zuständiger Verwaltungsbezirk für eine Fläche der Größe Grossbritanniens (!) versprach es uns Größe, Zivilisation, Stolz und was man sich so alles vorstellt
nachdem man Tagelang kein Strom und fliessend Wasser hatte und seltenst in einer größeren Gruppe als 2 Menschen auf einmal war.

Kurz vor Tennant Creek liegt noch das 3 Ways Roadhouse welches die Einmündung des Stuart Highway und den Barkley Highway mit Essen, Rast und Bier versorgt. Und Sprit für 1,89L – obwohl unser Tankinhalt schon zur Neige ging ließen wir es darauf ankommen und fuhren die nächsten 20km noch in die Stadt, erfahrungsgemäß ist es hier immer günstiger und auf so einem Roadtrip muss man ja sehen wo man bleibt.

Auch diesmal, das Gute an Tennant Creek und es ist nicht wirklich viel gewesen da mich diese Stadt eher an ein Südafrikanisches Township erinnerte war, dass der Sprit hier tatsächlich “nur” 1,59L kostete, also Tanken (mal wieder)!
Das Brot hingegen – 5$ (!! für ne 650gr Packung Toast !!), also ersteinmal keine Sandwiches mehr.

Kurz vor Tennant Creek befinden sich die Pebbles, runde Steinobjekte die von den indegenious People als heillig betrachtet werden, sehr schöne Landschaft, sehr schöne Steine und was für uns noch schöner ist, ein angeschlossener Campingplatz mit Toiletten, wir sind hier also geblieben und haben eine kleine Wanderung eingelegt, einen herrlichen Sonnenuntergang gesehen der etwas von der Magie des Ortes mit uns teilte und uns etwas von der Reise erholt.

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In der Nähe der Pebbles, kurz vorm Ortseigang gab es noch den Lake Mary Ann, ein künstlich angelegter Stau- und Badesee mit kostenfreien “heißen” Duschen. Da die Nacht nicht sonderlich warm war und es noch dazu schrecklich windete konnten wir das mit dem Duscen vergessen – heiß waren die auch nicht, ich glaube ich habe noch nie so “heiss” geduscht.

Scheisse war DAS kalt!” Aber was sollten wir machen?
Wir müssen schliesslich das letzte bisschen Selbstachtung beibehalten. 🙂

Gründlich erfrischt und aufgeweckt machten wir uns auf unsere vorletzte Etappe.
Wir ließen uns diesmal etwas mehr Zeit und machten halt bei zwei Sehenswürdigkeiten.

Die eine waren die Devils Marbles, noch größere, von der Erosion rundgewaschene und wie durch Geisterhand aufeinandergetürmte Steine die ebenfalls als heillig gelten und in der Zeit vor der Eroberung durch den weißen Mann als Startpunkt eines Prozessionsritus des ortsansässigen Stammes zu den Pebbles genutzt wurde an welchen wir die Nacht zuvor verbrachten.
Auch hier wieder ein Campingplatz mit Toiletten in herrlicher Umgebung, für dessen Benutzung diesmal eine Spende von 3,30$/Person erbeten wurde – da wir aber noch ein paar Kilometer machen wollten haben wir uns noch kurz ins kostenlose WiFi eingeloggt, Dinge gemacht die man eben so macht und sind weiter gefahren zur zweiten Attraktion auf welche ich mich schon von Deutschland aus freute (aber mich nicht sonderlich informierte 🙂 ), Wycliffe Well,
während des zweiten Weltkrieges wurde im Outback nach Wasser gebohrt und dort wo man welches fand wurden Farmen errichtet um Obst und Gemüse für die Streitmacht zu ziehen – der Rote Sand ist nämlich ziemlic fruchtbar, wenn man eben Wasser hat.
So auch in Wycliffe Well, der Krieg ist vorbei, das Wasser leer, alles was von menschlicher Besiedlung zeugt ist noch ein Roadhouse (Sprit 1,99$), dass sich, um irgendwelche Menschen vom Highway zu ziehen ein Alienmotto
überlegt hat – naja, um ehrlich zu sein handelt es sich bei dem Roadhouse um das UFO Capital Australiens,
regelmäßige UFO Sichtungen belegen das natürlich.

Ja…bestimmt, leider sind die Glanzzeiten des Roadhouses, der Einrichtung und des angrenzenden Campingplatzes wohl schon etwas länger vergangen – so zogen wir nach einemkurzen, schmunzelnden Besuch auch wieder unsere Bahnen und verschwanden.

Taylor Creek wurde uns von Wikicamps empfohlen und haben uns auf diesem Platz niedergelassen, ein weiteres
Heim an einem weiteren Tag unseres Roadtrips durchs NT. Es gab Toiletten, einen Wassertank, Feuerstellen und überall waren diese herrlichen Papageien, grauer Körper, rosa Bauch und haben sich gejagt.

Herrlich diese Natur.

Auf Wikicamps wurde noch von Dingos erzählt, leider hatten wir keinen zu Gesicht bekommen.

Bettbauen, Kochen, Feuermachen, Schlafen – die Abendroutine.

Die Nacht in Taylor Creek war fürchterlich kalt, daran würden wir uns gewöhnen müssen. Ist ja schliesslich auch Winter.
Eine komische Erkenntnis wenn man gerade Sonnenbrand hat.

Ja – Die Dingos gibt es doch!

Verfroren die Türen geöffnet und … ??!! … warum ist der Spülschwamm zerfetzt und warum liegen Tinas Schuhe zerstreut in der Gegend herum? Da hatte wohl jemand Hunger. Alles zusammengesammelt und aufgeräumt und festgestellt, dass das Biest doch tatsächlich die Spitze von Tinas Schuh abgebissen hatte, verrückte Tierwelt.

Kopfschüttelnd über die Dingos und uns haben wir gefrühstückt unsere Sachen gepackt und haben uns unserem Ziel Alice bis auf wenige Kilometer genähert. Auf unserem Weg haben wir kurz am Ti Tree Roadhouse gestoppt, nichts besonderes entdeckt (Sprit 1,78$) und sind bis zum nächsten Roadhouse, das weitergefahren das als Rastplatz unseres Roadtrips diente, Sprit 1,99$ allerdings gibt es hier riesige, überlebensgroße Statuen der Ureinwohner des Anmatjiee Stammes, die angeschlossene Art Gallery war zu dem Zeitpunkt leider geschlossen. Fotos gemacht, Toilette benutzt und ab auf die Straße.

Ungefähr 100 Kilometer vor Alice schlugen wir unser Lager für die Nacht auf und freuten uns schon die erste “echte” Stadt seit Mount Isa zehn Tage zuvor zu erreichen. Der Platz war OK, aber so viele Fliegen, so unglaublich viele Fliegen.

Wir haben den kompletten Nachmittag im Wagen verbracht bis die Sonne untergegangen war und die Fliegen schliefen.

Der nächste Tag wurde mit freudiger Spannung begonnen, bringt uns unser Roadtrip endlich nach Alice!

 

Über Alice Springs werden wir in einem gesonderten Beitrag berichten, bleiben wir doch zehn Tage hier bis es uns
auf die Glen Helen Lodge verschlägt auf der wir unseren nächsten HelpX Einsatz haben.


Wenn ihr wissen wollt wo wir gerade stecken, könnt ihr euch auch hier über unsere Route informieren.

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