From Atherton to Cammoweal – Roadtrip durch Queensland

Nachdem wir nun lange Zeit doch eher statisch waren und uns mehrere Wochen an den gleichen Orten aufgehalten hatten mussten wir nach unserem letzten HelpX Aufenthalt in Wondecla auf der „Three Horse Home“ Farm in Wondecla endlich mal raus auf die Straße und unseren Roadtrip fortsetzen.

Da es in Wondecla „Winter“ war und es Nachts durchaus kalt werden konnte, sogar mit nächtlichem Frost, mussten wir raus aus den Tablelands um die Küstenregion von Queensland zu verlassen und machten uns – wie es wohl auch der Plan einiger „Grey Nomads“ war auf in Richtung Norden, nach Karumba, wo mit besserem Wetter zu rechnen war.

 

Von Atherton, wo wir einige Erledigungen bewerkstelligten, machten wir uns gegen
Nachmittag auf dem „Kennedy Highway 1“ auf in Richtung Karumba,
gelegen am „Gulf of Carpentaria“.

Unser Roadtrip führte uns bei den Inno Hot Springs vorbei, wir hatten schon in
Kanada Hot Springs besucht und waren voller Vorfreude, angekommen stellten wir fest, dass
es sich leider um die Trockenzeit handeln musste und von dem Badevergnügen versprechendem
Bach nur einige wenige Tümpel übrig waren – und diese waren leider teilweise so heiss, dass
man dort mit ziemlicher Sicherheit und etwas Gedult ein Ei kochen konnte.

Da es schon relativ spät war und wir unser bisher fast unerproptes Setup nochmals
überprüfen und optimieren wollten hatten wir uns für diesen ersten Tag nicht allzuviel
vorgenommen. Unser erster Tag des Roadtrips endete auf einer „Gravel Pit“, einem
Wende-, Wechsel-, und Rastplatz für Trucker und deren bekannten Road Trains
kurz nach Mount Garnet, eines der typischen verschlafenen Nestchen die mit
einer Einwohnerzahl unter 1.000 Einwohnern glänzen die entlang der Highways liegen.
Wir konnten sogar den Luxus genießen dort eine saubere Toilette und fliessend Wasser
vorzufinden. Dies half uns nicht nur bei der Abend- und Morgentoilette, es erlaubte
uns sogar ein paar Nudeln zu kochen ohne an unsere Wasservorräte
gehen zu müssen. Auch wenn wir im Auto immer 20L Wasser zum Kochen und Waschen mitführen,
ist es gut die Reserven, Reserven sein zu lassen bis man diese dann tatsächlich braucht.

Unser Abendmahl wurde von Scharen an Kookaburras verfolgt die hofften einen
Happen ergattern zu können und waren dabei, leider, garnichtmal so scheu und versuchten Tina
ständig die Zutaten zu stibitzen.

Die Nacht war kalt, wir mussten unsere Fleecejacken und Jogginghosen anziehen und
vergruben unsere Köpfe tief im Schlafsack, jeder wärmeraubende Luftzug wurde verflucht.
Die LKWs hatten uns weniger gestört, wahrscheinlich ist dies das große Plus wenn man
seine Kindeheit in der Stadt verbracht hatte. Da kann man dann Stille tatsächlich als
beunruhigend empfinden.

Nachdem wir die Nacht unseres Roadtrips überlebt hatten, was garnicht mal so ein schlechter Start war, und uns mit einem Müsli und Kaffee für den Tag fitgemacht hatten machten wir uns an unsere zweite Etappe die uns nach Georgetown führen sollte. Georgetown entschädigte uns für das ausgebliebene Bad am Vortag in den Hot Springs mit einem kostenfreien Besuch des örtlichen Pools der das komplette Gegenteil der natürlichen Hot Springs war – nicht nur in Anbetracht dessen, dass es sich um einen von Menschenhand angelegten Pool handelte – das Wasser war, trotz 30°C Aussentemperatur, Schweinekalt. „Was nix koscht isch guat“ sagte der Schwabe in uns und
freute sich auf die anschliessende Dusche.
Frisch gesäubert haben wir den angeschlossenen Park (mit seinen kostenfreien Barbeque Grills) zur
Brotzeit genutzt und haben uns nach einem Tankstopp wieder auf den Weg gemacht.
Der Sprit lag hier mit 1,48Au$ dem Liter unleaded Petrol ungefähr auf Athertonniveau –
sollte also genutz werden.

Nachdem wir so Kernerfrischt aus dem Pool gestiegen waren, haben wir uns dann auch nichtmehr
allzuviel vorgenommen uns bei Wikicamps einen Rastplatz in der
Nähe ausgeschaut und haben ca. 70 Kilometer hinter der Stadt unser Lager aufgeschlagen.

Dies war diesmal zwar ein offizieller Stellplatz für Camper um die Nacht
herumzubringen, allerdings sind wir als Reisende ohne Wohnwagen im Schlepp, oder ohne ein
Wohmobil unser Eigen zu nennen wohl eher eine Seltenheit. Auf Toiletten oder gar Duschen mussten
wir diesmal ganz verzichten, zum Glück hatten wir den Stopp im Schwimmbad von Georgetown eingelegt ein echter Roadtrip fordert eben auch den Verzicht von Annehmlichkeiten ein.

Insgesamt war der Platz gut besucht und sehr staubig, wir hatten einen herrlichen Sonnenuntergang
und eine sternklare Nacht die vom Neumond beleuchtet wurde. Aus der Erfahrung der letzten Nacht heraus
hatten wir uns sehr sehr dick eingepackt…was gottseidank absolut überflüssig war, diese Nacht war
von den Temperaturen her absolut angenehm, nur, irgendwie war das liegen im Wagen, trotz Matratze
und umgelegter Rückbank noch nicht wirklich komfortabel da sich keine hundertprotzentig ebene
Liegefläche bildete, hierfür musste eine Lösung her.

Wir folgten unserem Morgenritual machten uns Kaffe und aßen Müsli aus einem Topf
um Geschirr zu sparen, vollzogen eine Katzenwäsche an unserem Wasserkanister im Heck des Wagens,
räumten auf und um und warfen die Maschine an um uns weiter in Richtung Norden, dem Meer zu
wagen.

Auf dieser Strecke machten wir nun auch zum ersten mal während unseres Roadtrips die Erfahrung was es bedeuten kann auf einem australischen „Highway“ unterwegs zu sein.

Teilweise Einspurig und diese eine Spur muss man sich unter Umständen auch noch mit
entgegenkommenden Fahrzeugen teilen. Dies bedeutet das jeder der beiden Parteien mit einem Rad pro Achse
auf dem Asphalt der Straße und mit den anderen beiden Rädern im Sand und Schotter des Outbacks pflügt.
Sollte einem ein Road Train entgegenkommen bedeutet dies allerdings eine Abwandlung der
Spielregeln dahingehend, dass man sich mit einem male und 80 Sachen die Stunde mit allen vier Rädern
im Staub des roten Kontinentens vergräbt.

Da man keine andere Wahl hat gilt es jedes mal schnell die Fenster zu schliessen und dann heisst es
Augen zu und durch. Hat man sich aber ersteinmal an dieses prozedere Gewöhnt macht es fast sogar ein bisschen Spaß. 🙂

Man könnte sagen man führe nurnoch Nachts um dem Verkehr auszuweichen (der wirklich spärlich ist),
allerdings ist hier die Gefahr des Wildschlages riesig, es wird einem dringend davon
abgeraten in der Nacht, oder in der Dämmerung mit dem Auto durch das Outback zu fahren.
Zählt man die toten Tiere am Straßenrand – und ds haben wir aus Langeweile von Normanton nach Karumba
kommt man im Schnitt auf alle 5 Kilometer ein totes Tier, meistens Wallabys oder Kängurus.

Eigentlich stand ja als nächste Etappe des Roadtrips Normanton auf unserem Plan, am Ende des Highway 1
zur Kreuzung auf die Burke Development Road, nur…dort gab es nüscht – rein – jaaar – nüscht.
Okay, einen Pub (den obligatorischen), absolut überteuerte Grocerie Stores bei denen
man auch Tanken konnte (1,78Au$ L Petrol). Da es in oder vor der Stadt auch keinen kostenfreien Platz
zur Übernachtung gab suchten wir die Tourist Information auf um uns für den nach der Stadt gelegenen kostenfreien Campingplatz eine Permit zu holen, leider ist diese auf zehn Besucher am Tag begrenzt…und eben diese zehn Permits waren nun leider schon vergeben worden. Es sollte noch einen Platz, ca. 30 Kilometer weiter ausserhalb der Stadt geben, dieser wurde aber kürzlich leider geschlossen da die Besucher dort zuviel Unrat hinterließen – danke ! 🙂

Also weiter nach Karumba, bekannt als DIE Fischerstadt, DIE einzige Stadt am Gulf mit Sandstrand, DIE
puuuh… ziemlich öde und ausgestorbene Stadt am Meer? Eine Handvoll Häuser, Hotels, Pubs und Campingplätze und grey Nomads…eine ganze Menge.
Wer es liebt zu angeln ist hier definitiv richtig aufgehoben – wer damit nicht allzuviel zu tun hat kann sich die Stadt eigentlich sparen, obgleich der Sandstrand und das Wasser herrlich sind und zum baden einladen.

Da diese Stadt leider etwas Backpackerunfreundlich ist und es auch hier keine Möglichkeit gab über Nacht irgendwo kostenlos zu stehen ohne weggescheucht zu werden (so sagte uns die Touristeninformation), blieb uns zum ersten mal auf unserer Reise seit unserer Ankunft in Cairns nichts anderes übrig als für eine Übernachtung zu zahlen, die Touristeninformation schickte uns zum günstigsten.

28 Dollar per Night?! So much?! empörte sich Tina noch in der Rezeption des Campingplatzes was die gute Frau dazu veranlasste mit dem Preis auf 20Aus$, also rund 13€ herunter zu gehen.
Damit konnten wir noch gut leben, hatten wir so doch WiFi, einen Pool, Duschen (die wir sogar zweimal nutzten), und eine Campkitchen in der wir kochen konnten.

Thanks Tina – deine 4 Jahre in Stuttgart waren tatsächlich zu etwas gut…auch wenn Du noch keine Kehrwoche eingeführt hast, der Schwabe lebt schon in Dir. 🙂 :* <3

Die Nacht war angenehm warm und ruhig, das Problem mit der Liegefläche war zwar noch nicht gelöst, aber:
„Kommt Zeit, kommt Rat“ und unser Roadtrip soll ja noch etwas andauern.

Da es in Karumba für uns nicht allzuviel zu holen gab und wir auch kein Geld auf Campingplätzen verschwenden mochten haben wir uns wieder auf die Straße gemacht (Kaffee, Müsli, Um- und Einräumen).

Unser Ziel, Alice Springs gibt uns die Richtung für den Roadtrip vor, in Karumba getankt (1,58L Petrol)
und als Etappenziel das Burke & Wills Roadhouse in ungefähr 300km Entfernung gesetzt.
Burke & Wills waren im übrigen die ersten Europäer die es so weit landeinwärts geschafft hatten, Denkmäler gibt es hier einige.

Unser Weg führte uns über viele Kilometer Outbackstraße bis zu unserem Ziel. Nach ca. vier Stunden Fahrt erreichten wir hungrig und müde das Roadhouse. Das Roadhouse bot zwei Möglichkeiten der Übernachtung, entweder auf deren Stellplatz mit Annhemlichkeiten wie einer Dusche und Strom oder auf der gegenüberliegenden Straßenseite zwischen Bäumen mit etwas mehr Privatsphäre und Abgeschiedenheit – gut es gibt keine Toiletten, aber wer braucht die schon im Busch? 😉

Wir schlugen unser Lager, das heisst, unsere Stühle, den Tisch und den Gaskocher auf, legten die Rückbank um und entfalteten unsere Matratze.

Da Tag 4 gleichzeitig den Eintritt in mein 34 Lebensjahr markierte sammelten wir Holz für ein wunderbares Lagerfeuer, kochten herrliche Tunfischnudeln und machten uns einige Wodka-Lemon mit meinen noch aus Deutschland stammenden Wodkavorräten die ich meinen ehemaligen Kollegen zu verdanken habe. Danke.

Zur Krönung des Abends gab es dann sogar noch Marshmellows die wir über dem Feuer rösteten und sahen den Truckern zu wie diese mitten in der Nacht stoppten, die Maschinen checkten und weiter fuhren.

Nachdem einige Wodkas getrunken und Marshmellows gegessen waren beschlossen wir den sternklaren Abend in unserem Bett.

So wenig kann so viel so schön machen.

Wir hatten wieder eine angenehme Nacht, tagsüber mittlerweile so um die 30°C, Nachts um die 20°C, so lässt es sich als Autoreisende während eines Roadtrips sehr gut leben.
Am Roadhouse haben wir noch geduscht und für ein paar $$$ Sprit gefasst und haben uns dann wieder auf die Straße gemacht.

Sprit im Outback zu der Zeit ca. 1,73Au$. Es lohnt sich in großen Stätden, wenn der Preis um die 1,50/1,60 liegt definitiv den Tank vollzumachen, gegebenenfalls sogar die Reservekanister.

Müsli, Kaffe, Ein- und Umpacken, viele Kilometer Straße, viele Roadkills, Road Trains, Staub, Hitze, das übliche.

Am Barkly / Flindus Highway gelegen haben wir uns in Richtung Cloncurry aufgemacht, die nächste größere Stadt, mit Woolworths, Pool (zu der Zeit leider geschlossen), günstigerem Sprit (1,53$) und Public Library, nicht dass wir uns um eine Mitgliedschaft bemühen wollten, allerdings haben Bücherreien in Australien, zumindest in Queensland, immer kostenloses WiFi (und nebenbei auch eine Toilette um etwas Wasser nachzufüllen oder abzulassen), so können wir uns immer mal wieder mit der „zivilisierten“ Welt verbinden ohne dabei Geld ausgeben zu müssen.

Da der Pool geschlossen hatte und wir unsere anderen Erledigungen im Woolys und der Bibliothek abgeschlossen hatten ging es wieder weiter zur nächsten Übernachtungsmöglichkeit.

Ein Park/Rastplatz Namens „Fountain Springs“, auch wenn der Name eine kühlende Erfrischung in einer Quelle verspricht – bis auf eine Toilette mit Waschbecken und einer ganzen Menge Staub gab es dort eigentlich nichts erwähnenswertes, wir ergatterten einen der wenigen letzten Stellplätze und stiegen aus unserem Wagen aus um das mittlerweile einstudierte Prozedere ablaufen zu lassen – als:

„G´day, how are you doing?“ vom Nachbarplatz schallte.
„Äh, yeah, fine thanks, and you?“
„Yeaah – hard day?“
Wir gingen also rüber, lernten Bob und Mary, „echte Grey Nomads“ kennen die seit vier Jahren in ihrem Wohnwagen durch Australien ziehen und wurden zu saaaagenhaft leckeren Käsecrackern eingeladen und bekamen dazu köstlichen Rotwein serviert (Wolf Blass – Eagle Hawk) der Hitze wegen sogar mit Eiswürfeln, welch Luxus! Es entwickelte sich während den zwei Flaschen Wein die wir uns zu dritt teilten ein wirklich netter Abend. Am Rande der Autobahn im Staube des Rastplatzes.

Wir kochten später in aller Dunkelheit unser Abendessen und legten uns satt und leicht beschwippst schlafen.

Der nächste Stopp auf unserer Route sollte mal wieder eine größere Stadt werden. Mount Isa.
Mount Isa markiert mit seinen rund 20tsd Einwohnern das Zentrum des Bergbaus in Queensland.
Riesige, qualmende Schornsteine kündigen schon von weitem von der „Zivilisation“, von Menschen die sich unter Tage graben um der Erde ihre Kostbarkeiten abzutrotzen die wir alle tagtäglich in unserem Leben verbrauchen.
Zinn, Eisenerz, Kupfer wird hier abgebaut, eine rauhe staubige Stadt mit Einwohnern den man das harte Leben ansieht.
Oder manchmal auch…das fehlen von frischem Blut im Laufe der letzten Jahre. 😀

Wie immer führte uns unser Weg ersteinmal zur Touristeninformation schließlich gibt es hier die „latest News“ der Stadt, oft free WiFi, kostenfreie Karten der Stadt und Toiletten.
Diese Touristeninformation hatte sogar Duschen, diese sollten zwar zwei Dollar pro Nutzung kosten, in Anbetracht der Tatsache, dass wir keine andere Wahl hatten, haben wir uns diese Möglichkeit aber schonmal für den nächsten Tag gemerkt.

Im Visitorcenter sind wir auf eine Veranstaltung des „Queensland Music Festivals – Mount Isa Celebrates“ aufmerksam geworden.
Um den Einwohnern einen etwas breiteren Zugang zur Kultur zu gewähren wurde von der Stadt und verschiedenen Musikern ein Kostenloses Konzert ins Leben gerufen „The Symphony of Inland Sea“.

Musik? Umsonst! – Na klar. Sind wir dabei.

Vor dem Civic Center stand es groß angeschlagen, auch das man Karten vorher reservieren soll, also, in die Library die glücklicherweise direkt nebenan war und ins WiFi geloggt. Leider keine Karten mehr übig…Mist!
Wie auch immer, Wasser nachgefüllt und ins Civic Center marschiert und siehe da – wir hatten Glück!
Es gab doch noch Karten. Also haben wir uns gleich mal zwei besorgt.

Nachdem wir Essen gekauft und die Stadt erkundet hatten und ja, Mount Isa darf sich wirklich Stadt nennen, haben wir unseren Wagen auf den Parkplatz des Civic Centres / der Library gefahren und dort unser Abendessen zubereitet – Chicken Nuggets aus der Pfanne.

Nachdem wir endlich satt waren haben wir uns etwas zurecht gemacht und haben einen herrlichen Abend verbracht.
James Morrison, Ian Cooper, Emma Pask zauberten einen wundervollen Abend zwischen Swing, Jazz, Klassik.

Für Mount Isa ein echtes Novum, die Besucher waren fast durchweg in Abendgarderobe – da fielen wir doch etwas aus der Reihe.

In der Dunkelheit der Nacht nach Ende des Konzertes sind wir noch zum City Lookout und haben uns das Stadt / Minenpanorama angesehen und uns noch kurz an einer (leider) erfolglosen Katzensuche einer Einwohnerin beteiligt.

Wie so oft in den letzten Tagen verbrachten wir unsere Nacht auf einem Parkplatz vor den Toren der Stadt wo wir uns das Dunkel mit den LKWs und dem Staub teilten. Ein echter Roadtrip eben.

Am nächsten Morgen ging es ersteinmal zurück zur Touristeninformation die uns mit ihrer Dusche lockte.
2Aus$ pro Dusche? Hm – das MUSS doch auch günstiger gehen! Gedacht getan, eine Dusche geteilt und Tina wurde ins Männerklo mitgeschleift. 🙂 Man muss ja sehen wo man bleibt.

Da wir nicht länger in Mount Isa bleiben wollten, was hauptsächlich der Schlafsituation geschuldet war, sind wir ersteinmal in die Bücherei, Akkus aller Geräte laden, unsere Bilder auf einen Webserver laden um sie digital zu sichern und den Blog pflegen – natürlich auch Kontakte in der Heimat pflegen.
Zu unserer Zufriedenheit kann man in Mont Isas Bibliothek wirklich schnelles Internet finden.

Tanken (1,47$/L Petrol) und einen Kanister (Jerry Can) vollgemacht und ab auf die Straße in Richtung Grenze zum „Northern Territory“ doch vorher wollen wir noch einen letzten Stopp in Cammoweal einlegen um unsere Vorräte an frischem Obst und Gemüse zu verbrauchen, denn diese dürfen in ein anderes Bundesland nicht eingeführt werden sagte uns die Tourist Information. Soll wohl der Ausbreitung von Seuchen einen Riegel vorschieben.

Da wir in den letzten Tagen nicht wirklich zum Entspannen gekommen sind kommt uns das gerade recht.

Man glaubt garnicht wie anstrengend es ist, jede Nacht an einem anderen Ort – einem anderen Parkplatz,
zu schlafen, tagsüber nach Toiletten, Wasser, Essen, Internet zu suchen, sein Lager aufzuschlagen und weiter zu ziehen. Wir fühlen uns wie richtige Nomaden und nun verstehe ich auch weshalb der Mensch sesshaft geworden ist.
Das kann ja so nicht weitergehen…

Wie eingangs schon geschrieben sind wir mittlerweile 1.900 Kilometer seit Cairns mit unserem Wagen durch Australien gefahren.

Bis auf einige Merkwürdigkeiten – auf einmal geht der Tempomat trotz Aktivierung nicht mehr,
die Sicherung für die Zentralverriegelung fällt aus weil ich eine Glühbirne im Innenraum wechsle und schaltet die Verriegelung aus, wir verlieren etwas Öl weil irgendjemand den Ventildeckel nicht festgeschraubt hat?
Was zu einer „leichten“ Rauchentwicklung führt weil das Öl auf die Krümmer tropft, die zusätzlichen Spotlights an der Bullbar waren schon beim Vorbesitzer abgerissen.
Gibt es nichts zu beanstanden.
Glücklicherweise sind alle Fehler (bis auf das Ding mit dem Tempomat) Wartungsarbeiten und Ungereimtheiten bisher durch mich selbst und mit Bushtechnik zu reparieren gewesen. Zum Glück habe ich irgendwanneinmal den Beruf des KfZ-Mechatronikers gelernt, nichts im Leben ist umsonst. 🙂
Durch extremes Spritsparen haben wir den Verbrauch auf ca. 11 L/100Km runtergedrückt was für so einen Klopps von Auto, nicht schlecht ist. Umgerechnet fahren wir also für ca. 11€ pro 100Km.

Da wir des Reisens, oder besser des Fahrens überdrüssig geworden sind, hielten wir für ein paar Tage inne. Wikicamps, hat uns einmal mehr einen super Tipp gegeben.

Cammoweal bietet nichts. Sündhaft teures Bezin (1,83$), einige Groceries und Pubs, oder alles in einem.
300 Einwohner hat das Städchen, allerdings kan man gleich am Ortseingang Wasser fassen. Ungechlort – aber zum Kochen und Waschen gut genug.

Am Rande des Georgina River, der zu unserem Besuch leider etwas ausgetrocknet und zu kleineren Seen verkümmert war, legten wir einen Stopp ein und hatten mit etwas Glück einen herrlichen Platz direkt am Ufer ergattern können. Näher als jeder Grey Nomad mit seinem Trailer jemals kommen könnte.

Das Vordach wurde „ausgefahren“, unsere Campingdusche aufgehängt, Tisch und Stühle und Gaskocher aufgebaut, Feuerholz gesammelt und eine Feuerstelle angelegt.

Das sollte unser Lager für die nächsten Tage werden.

…und damit wir nachts besser schlafen hatten wir uns dazu entschieden Teile der Rückbank auszubauen und in der Dachbox zu transportieren. Das erste mal in unserem Wagen zu liegen fühlte sich wie in einem richtigen Bett an!

Es war richtig heiss, Tags und auch in der Nacht kühlte es nicht wirklich ab. Obwohl uns noch Moskitonetze fehlten schliefen wir mit offenen Fenstern. Es mag daran gelegen haben, dass wir um abkühlung hofften, zog mitten in der Nacht ein starker Wind auf der uns veranlasste in der Finsternis alles wieder abzubauen…und das war wohl der Grund weshalb der Mensch nach Sesshaftwerdung anfing massive Häuser zu bauen.
Naja – so wurden wir wenigstens nicht von Moskitos und Fliegen vom Schlafen abgehalten.

Der Wind kühlte herrlich und als wir die Augen aufschlugen konnten wir einen dieser großartigen australischen Sonnenaufgänge bewundern die mit blutroten Strahlen den Beginn eines neuen Tages ankündigen und wie die Vögel Wasser am „See“ für den neuen Tag tankten.

Es ist herrlich so zu erwachen und den Adlern, den Pelikanen, Reiern, Raben, Wigtails und wie sie alle heissen zuzusehen wie sie in den Tag starten.

Und so auch wir.

Kaffee, Müsli…kein einräumen. Wir bleiben. 🙂

Die drei Tage bevor wir weiter ins Northern Territory gezogen sind waren entspannung pur, mit der Sonne sind wir aufgestanden und mit dem Mond in den Wagen geklettert. Wir haben unsere Solarshower ausprobiert und sind nun echte Profis im Marshmellows-über–dem-Lagerfeuer-rösten geworden.
Da aber die Vorräte, im besonderen das Wasser zur Neige gingen mussten wir, und wir wollten auch, wieder weiter – Alice Springs rief uns nämlich, da wir es mit der Eile allerdings nicht mehr so wichtig nahmen haben wir uns dafür einige Tage Zeit gelassen.

Hierzu aber in einem nächsten Eintrag mehr, Queensland endet für uns nun ersteinmal hier, der Roadtrip geht aber weiter – dann aber durch das Northern Territory mit Stopps in Alice Springs und am Ulu´ru.


Wenn ihr wissen wollt wo wir gerade stecken, könnt ihr euch auch hier über unsere Route informieren.

Habt ihr Fragen und Anregungen oder Themenvorschläge?
Dann Lasst es uns wissen!

Hat es gefallen? Dann auch!

Ihr findet uns für die „latest News“ auch auf Facebook unter:
www.facebook.com/rollkoefferchen

Unseren Youtube Kanal findet ihr unter:
www.youtube.com/c/RollkoefferchenDe




Hinterlasse einen Kommentar