Housesitter in Melbourne

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Melbourne war unsere erste Erfahrung als „Housesitter“ und Erholungsort über die Feiertage um den Jahreswechsel.

Auch wenn das Leben auf der Straße noch so schön ist, irgendwann wünscht man sich doch wieder etwas Luxus.
Ja – mit dem Geräusch von Meer und Vögeln und Auge in Auge mit Wallabies einzuschlafen ist ein enorm großer Luxus,
für den wir extrem dankbar sind und uns wirklich oft vor Augen halten wie gut es uns doch geht, aber eine richtige Dusche, oder eine saubere Toilette, beziehungsweise überhaupt eine Toilette zu haben, eine richtige Küche – zumindest über Weihnachten, ja das ist nun Luxus für uns.
So wird Grundsätzliches, so wird Alltag zum Luxus – so verschieben sich Perspektiven.

Über „Trusted Housesitters“ haben wir einen Einsatz als Housesitter in East Doncaster gefunden, schon damals auf der Farm und so haben sich die letzten drei Monate immer wieder darum gedreht unsere Planung so zu stricken um zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort – sprich East Doncaster zu sein und vor allem darum, welches Menü wir uns für die Feiertage ausdenken.

Oscar Clause

East Doncaster ist nicht wirklich spanned, eine typische Vorstadt, oder „Suburb“ der gehobenen Mittelklasse, Einkaufszentren in allen Himmelsrichtungen und einige Parks, eine Handvoll Restaurants das wars dann auch schon.
Genau das richtige um unseren neuen vierpfotigen Freund „Oscar“, ein kleiner Schnauzer zweimal täglich auszführen und so ideal um den Alltag als Dog- und Housesitter kennenzulernen.

In die City ging es mit Bus oder Bahn die fast direkt vor der Tür abfuhren.
40 Minuten und zack – waren wir mitten in Melbourne. Der Public Transport war wirklich gut organisiert und zu verträglichen Preisen noch dazu. Eine „MyKik“ Karte musste für 6$ gekauft und mit einem Geldbetrag aufgeladen werden.
Für 3,90$ konnte man 90 Minuten mit den „Öffis“ in ganz Melbourne fahren, danach werden nochmal dreineunzig fällig, das war dann auch der Tageshöchstbetrag. Fährt man ab 18:00 wird dieser Betrag nur einmal abgebucht.
An den Weihnachtsfeiertagen und New Years Eve ist der „öffentliche Personennahverkehr“ (ein tolles deutsches Wort) sogar kostenlos weil man die Stadt von einem Verkehrschaos verschonen möchte und vielleicht weil die Australier generell einfach ein netteres Wesen haben, so scheint es oft – da könnten sich so einige deutsche (Transportunternehmen) mal eine Scheibe bei abschneiden.
Oft haben wir uns selbst während unserer Reise dabei ertappt „wie deutsch“ wir sind und ermahnt einfach etwas weniger perfektionistisch, etwas geduldiger und etwas freundlicher zu sein.

Unser Entdeckungsdrang war leider etwas gestillt als wir in Melbourne ankamen – Travelbournout? Vielleicht ein
bisschen. So haben wir es genossen ein klimatisiertes Haus, Internet und Netflix zu haben und viel Zeit „zu Hause“
verbracht, aber auch weil es Hochsommer war und zum Teil 40°C, so haben wir das, was wir sonst in vier, fünf Tagen
in einer Stadt durchziehen auf drei Wochen gestreckt – waren ja auch schwer beschäftigt mit unserem Dasein als Housesitter. 😉

Weihnachten war total Surreal. 40°C, Familie und Freunde weit weg, Glühwein wurde gegen Gin and Tonic getauscht und irgendwie wollte keine richtige Weihnachtsstimmung aufkommen. Auch wenn der Nachbar mit seinem etwas übertrieben geschmückten Haus dagegen hat ankämpfen wollen, Aldi „Edelmarzipanstollen“ für 9,90$ im Angebot hatte und der Krustenbraten Unterstützung geleistet hat.
Nein, Weihnachten auf dieser Seite der Welt ist komisch.

Happy New Year

Silvester hingegen war ziemlich cool, ziemlich entspannt. Es war wrklich schön sich in somerlicher Kleidung im Freien aufhalten zu dürfen und nicht zu frieren. In Melbourne ist die komplette Innenstadt für den New Years Eve gesperrt und zur alkoholfreien Zone, Bars und Restaurants natürlich ausgenommen, erklärt worden. Hört sich erstmal komisch an, hinzu kommt ein generelles Verbot für private Feuerwerke in ganz Australien, ist es aber nicht denn genau DAS in Kombination sorgt für eine wahnsinnig relaxte Atmosphäre.
Wer an Silvester schon mal in Berlin war, der wird erstaunt sein wie entspannt Silvester in einer Großstsadt gefeiert werden kann. Ganz ohne Kriegsgebietsängste.
Von den größeren Hochhäusern Melbournes schossen die flammenden Sterne minutenlang in den Himmel und erfüllten die am Ufer des „Yarra“ versammelte Menge in ihrem Lichtschein mit staunenden „Aaaah`s“ und „Ooooh`s“.
Das „Crown Plaza“ sorgte für Unterhaltung in dem es seine „Flammenwerfer“ an der Esplanade in den Minuten vor und nach dem Feuerwerk in den Himmel schiessen ließ.
Danach ging es mit der kostenfreien Tram wieder nach Hause, ohne besoffene Randalierer, ohne Zugverspätungen.
Trotz geschätzter 600.000(!) Besucher des Neujahrspektakels.
Da können „wir Deutsche“ uns mal (wieder) eine Scheibe abschneiden.

SchwalbofonMit Freuden haben wir eine Ausstellung zur Deutschen Subkultur in den 70ern & 80ern in Berlin besucht.
Wer hätte gedacht, dass wir während unserer Weltreise in Melbourne stehend mit den „Einstürzenden Neubauten“, „Abwärts“ und so vielen anderen bekannten aus unserem Plattenregal konfrontiert werden?!
Und wer hätte gedacht, dass man aus dem Auspuff einer „Simson Schwalbe“ eine Art „Saxofon“ bauen kann?
Ich nicht! (Wird aber sicherlich nochmal ausprobiert.:))

 

Viele Tiere haben wir in Australien schon gesehen die man als Deutscher allenfalls im Zoo oder im TV sieht, Kängurus, Wallabies, Kamele, Emus und die exotischsten Vögel…aber Pinguine?! Damit hätten wir nicht gerechnet, am Pier in „St. Kilda“ kann man mit etwas Glück und Geduld bei Sonnenuntergang einer Kolonie von

Zwergpinguinen

dabei zuschauen wie diese aus dem Wasser in ihre Felshölen tapsen. Cute little fellows…wer hätte das gedacht?!

Leider war es zu dieser Zeit schon zu dunkel um gute Bilder von ihnen zu machen – und ein Blitzlichtgewitter will man ihnen ja schliesslich ersparen.

Wer mehr über diese kleinen Tierchen wissen möchte klicke auf diesen Link.

Unweit der Pinguine ist der „Luna Park“ zu finden. Ein Vergnügungspark dessen Wurzeln zurück in die 20er Jahre gehen, zumindest ist die von Hand eingebremste Achterbahn (angeblich) aus diesem Jahr. Der Vergnügungspark hatte definitiv schon bessere Zeiten, wenn man aber Freitags nach 18:00 kommt kann man zwei „Unlimited ride“ Pässe zum Preis von einem erstehen. Das macht das ganze schon wieder interessant, schonmal auf dem Kopf stehend einen Sonnenuntergang über dem Meer gesehen? Nein? There you go!
Erwartet nicht zu viel – solltet ihr älter als 12 sein werdet ihr euch sicherlich öfters langweilen, aber wie gesagt,
25$ pro Nase ist das ganze definitiv wert. Aber nicht mehr.

Melbourne die Hauptstadt Australiens in früheren Tagen, bevor es dann Canberra wurde, hat viel zu bieten, Gassen
voller Grafitti und Street Art, viele kleine Cafés auf denen sich der Ruhm über den besten Kaffee in Australien
ausbreitet, das Hauptquartier von „Sea Shepherd“ in Süd Australien und Ankerplatz der Schiffe für die Kampagnen
in der Arktis, Ausgangsort für die Tasmanienerkundung da hier die „Spirit of Tasmania“ ablegt, Anfangs- oder Endpunkt für die „Great Ocean Road“ oder den „90 Mile Beach“, viele Museen wie das „Australian Museum of Moving Images“, das alte „Parliament House“ und die „State Libary“, Chinatown, der „Victoria Market“ auf dem man sehr günstige Souveniers und Obst / Gemüse einkaufen kann, das „Museum of contemporary Art“ und so weiter.

Drei Wochen waren wir in East Doncaster, zwei Wochen in der Funktion als House- und Dogsitter und eine Woche als Gast einer wirklich wunderbaren fünfköpfigen Familie die uns und die wir sofort ins Herz geschlossen haben.
Wir haben unsere Akkus aufgeladen, etwas am Blog gebastelt, es uns gut gehen lassen und beschlossen nach dieser ersten, aber durchaus positiven Erfahrung als Housesitter auch zukünftig nach Housesits Ausschau zu halten, ist eine nette Abwechslung zu HelpX und Co..

Und weil wir schonmal in Melbourne waren haben wir uns auch gleich ein Fährticket nach Tasmanien gekauft von dem
ausnahmslos alle Australier- und schonmal dortgewesenen in den höchsten Tönen schwärmen.
Die Erwartungen waren hoch, schliesslich hat uns das Fährticket für Hin- und Rückfahrt etwas über 600$ gekostet.
Wir sind gespannt…Stay tuned. 🙂

 


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