Mareeba – das Tor zu den Tablelands

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Mareeba, Mareeba, Mareeba… so oder so Ähnlich sang Santana in den 90ern. Okay – zugegeben, völlig anderer Text und Inhalt und eigentlich hat es auch überhaupt nichts mit dem Artikel zu tun, dennoch ein netter Start in ebensolchen. 🙂

Aber jetzt mal Butter bei die Fische, wer gerade an der Ostküste ist und sich von deren Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel dem Great Barrier Reef erholen möchte, oder einfach mal ein bisschen mehr der Diversität Australiens erleben möchte, dem bietet sich ein Abstecher in die Tablelands an. Tropisches Klima, Urwald, Wallabys, Unmengen an Obstplantagen, Wanderrouten, Nationalparks etc. pp..

Wir starteten unseren Trip in Cairns und entschieden uns dann in die Tablelands aufzubrechen, über HelpX fanden wir einen Host in Mareeba, der uns für zwei Wochen aufnahm – im Gegenzug zur Mithilfe in Haushalt und bei gartenbaulichen Projekten.

Mareeba liegt ungefähr 60km von Cairns aus gesehen landein- also westwärts und bietet den perfekten Startpunkt um die oberen Tablelands zu erkunden. Mareeba ist ungefähr 7.000 Einwohner groß, und besitzt einen „Einkaufsboulevard“ auf dem sich allerlei Geschäfte tummeln, in denen man sich als Backpacker und Reisender eindecken kann.

Coles, Target, Reject, Baumärkte, Autowerkstätten, Post, Banken, KfC und McD`s – das Übliche, aber manchmal auch Nützliche.

Ansonsten ist ausser dem fast schon obligatorischem Denkmal an die Gefallenen des 1.und 2. Weltkrieges ersteinmal nichts aussergewöhnlich Bemerkenswertes aufgefallen, achja, einen Campingplatz hat es auch noch.

Wer Mareeba von Cairns aus kommend durchquert, kommt kurz nach dem Ortseingang an einem öffentlichen Parkplatz vorbei, auf dem auch öffentliche Barbequestationen aufgebaut sind (Holzkohle), hier kann man auch mal eine Nacht stehen. Auf dem Weg von Cairns nach Mareeba lohnt es sich auch, ca. auf halber Strecke einen Stopp in Kuranda zu machen. Ein Dorf, das in den letzten Dekaden durch Hippies geprägt und von Künstlern entwickelt wurde, die dort ihre und/oder indigene Kunst vertreiben, nebenbei aber natürlich auch eine Menge touristisches.

Besonderes in Mareeba (neben den 300 Sonnentagen im Jahr):

  • Domingos Kaffeerösterei in einer Seitenstraße des Boulevards, regionaler Kaffee, selbst geröstet.
  • Die Lifeline und Vivid Shops, wohltätige Gebrauchtwarenläden, in denen man als Backpacker einen Schnapp machen kann.
  • An jedem zweiten Samstag im Monat (bei 5 Samstagen auch der Fünfte) gibt es einen Erzeugermarkt, auf welchem regionale Kleinbauern/Privatleute ihre Ernten anbieten, das Angebot variiert natürlich saisonal, ist dafür aber absolut frisch und meistens auch noch günstiger als im Supermarkt.
  • Und wen man schon den Markt besucht – kann man gleich einen Abstecher in das örtliche Museum machen, ist kostenlos, gibt einen Einblick in die Geschichte und ist gleichzeitig die Tourist-Information, die euch mit regionalen Infos versorgt.
  • Wer auf Rodeo steht, sollte sich um einen Aufenthalt im Juli bemühen. Da verdoppelt sich die Bevölkerungszahl aufgrund des alljährlichen Rodeospektakels.
  • Ein super Ausgangspunkt für Wanderungen und Erkundungen. Nachfolgend unsere Wanderung zu den Emerald Falls und unseren Bushwalk als kleinen Geheimtipp.

Mareeba findet ihr auf der Landkarte hier:

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Je nachdem wie viel Zeit man hat, bieten sich die Emerald Creek Falls als Tages-, Halbtages-, Übernachtungs- oder nur als Erfrischungspicknicksausflugsziel an. Vom Zentrum Mareebas sind die Emerald Falls ungefähr 15km entfernt gelegen. Die Hälfte der Strecke ist als „Dirt Road“ ausgeschildert, Caravans sind verboten, wir würden, vor allem bei schlechten Wetterbedingungen dazu raten mit einem Allradwagen dorthin zu fahren, da es doch ein zwei kritische Steigungen auf dem Weg dorthin zu überwinden gibt und die Straße teilweise nicht wirklich gut ausgebaut ist. Wer es aber ersteinmal dorthin geschafft hat, wird von einer gut angelegten Day Rest Area mit sauberen Toiletten empfangen.

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Spätestens dann auf dem Parkplatz kann man durch die Büsche das Ufer und den Emerald Creek entdecken, der zur ersten Abkühlung einlädt. Folgt man nun den ausgeschriebenen, gut ausgebauten 1,8km bis nach oben zur Aussichtsplattform kann man einen herrlichen Ausblick auf den Wasserfall und auf die Tablelands erhaschen.

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Auf dem Weg nach oben führen linkerhand immer wieder kleine Trampelpfade die Böschung herab, macht man sich die Mühe diesen unbefestigten Wegen vorsichtig zu folgen, kann man mit etwas Glück ein herrliches, abgelegenes, wundervoll erholsames Plätzchen finden auf dem man sein Handtuch ausbreiten und in das kalte Wasser des Baches springen kann.

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Ist man auf der Aussichtsplattform, aber noch nicht am Ende seiner Kräfte und des Entdeckerdranges angekommen, kann man den weiterführenden Weg auch einfach noch verlängern in dem man auf eigene Faust den Gipfel stürmt.

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Obacht. Auch wenn es kein langer Weg ist, er ist steil, unbefestigt und teilweise wirklich rutschig. Ohne festes Schuhwerk und etwas artistischem Geschick raten wir unbedingt davon ab diesen Weg zu gehen. Ein Sturz kann böse enden.

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Oben angekommen wartet natürlich ein noch wunderbareres Panorama auf Wasserfälle und Tablelands auf euch. Der Weg ist steil, aber es lohnt sich.

Die Emerald Creek Falls findet ihr hier:

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Aufgrund der Schwierigkeit der Anreise und der teilweise unbefestigten, oder nicht vorhandenen Wege bekommt dieses Ausflugsziel 5 Rollkoefferchen. „Nur“ 5, weil es wirklich eine kurze Strecke ist auf der man wandelt.

5 10

Ein Bushwalk ist im Prinzip ersteinmal nichts anderes als eine Wanderung durch den Busch, allerdings abseits der angelegten Wege. Hierhin hat uns unser ortskundiger Gastgeber mitgenommen, da es neben der Ortskenntnis und wie man von Mareeba aus dorthin gelangt doch einiges zu Wissen gibt, wenn man heil wieder zurückkehren möchte.

Preparation is everything:

  • Schaut euch eventuell stattgefundene Bushbrände und Feuergefahr wie die Wettervorschau an. Empfehlungen zu Apps und Webseiten in dem dazu geschriebenen Bericht hier.
  • Passt eure Kleidung dem Wetter an, ein großzügiger Hut schadet nie und eine lange Hose schützt eure Beine vor Gräsern und Büschen, festes, geeignetes Schuwerk ist vorausgesetzt.
  • Sonnencreme, Sonnencreme, Sonnencreme.
  • Ein Wanderstock, auch gut zur Verteidigung, wenn euch mal ein wilder Hund oder Dingo begegnet oder Wassertiefen ausgecheckt werden müssen.
  • Kartenmaterial, zumindest solltet ihr euch digital darauf vorbereiten, welchen Weg ihr gehen wollt und Wegmarken abspeichern.
  • Geht bei Zeiten los, um nicht von der Dunkelheit überrascht zu werden.
  • Wasser – es ist heiß…TRINKT!
  • Habt ihr die nötige Kondition für diesen Spaziergang? Wirklich?
  • Und, ist der Rucksack auch richtig gepackt?

Wir fuhren etwas ausserhalb Mareebas und stateten unsere Wanderung mitten im Nirgendwo, zumindest empfanden wir das auf den ersten Eindruck so. Unsere 8km lange Route führte uns über mehrere Stunden über Stock und Stein, wir kraxelten, wanderten, hielten inne und bewunderten Vögel, Pflanzen, erdgeschichtliche Besonderheiten…und den fantastischen Ausblick in die Tablelands. An diesem Tage war eine Sicht bis zu den Emerald Creek Falls möglich. Wir begegneten allerlei Getier wie Wallabys, einer Schlange, Vögeln..leider war mein Finger am Auslöser fast immer zu langsam. Den werde ich aber noch etwas trainieren.

Unsere Strecke, die in der Nähe von „Paddys Green“ startete, hatte ich während der Wanderung mit meiner GPS Uhr aufgezeichnet.

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Folgend ein paar Bilder dieser Tour.

Da so eine Tour ohne gute Vorbereitung, ortskundigen Führer und aufgrund des doch eher anspruchsvollen Geländes auch schnell in die Hose gehen kann, bekommt diese Tour eine Wertung, die dem Anspruch gerecht wird.

6 10

Um unseren Wagen und vor allem unsere Ausrüstung auf Campingtauglichkeit zu testen und um die Tablelands zu erkunden gab es nur eine Möglichkeit:

Test unter Realbedingungen in der Wildnis.

SAMSUNG CSCAlso Raus in die „Wildnis“! Doch wohin, irgendwie ist alles wild, und wild wild wollten wir dann doch nicht. Warum sollten wir nicht einfach mal an den „Lake Tinaroo“ fahren? Der Lake Tinaroo befindet sich in der Nähe von Atherton und ist Teil des Danbulla Nationalparkes.

SAMSUNG CSCDer Lake Tinaroo bietet hervorragende Möglichkeiten seine Campingausrüstung zu erproben. Ist das Ufer doch umfassend, im wahrsten Sinne des Wortes, mit Campingplätzen gesegnet. Allesamt sind gut ausgebaut sowie gepflegt und bieten neben einer Day Rest Area, Grills, Feuerstellen an den Plätzen und Toiletten (leider keine Duschen) ein wundervolles Panorama auf den Lake Tinaroo. Es handelt sich um kleine Campingareale, zum Teil auch mit Bootrampen (sucht euch am besten einen Platz ohne Bootsrampe – dann ist das Risiko auf Lärm durch Wasserski und Jetski geringer).

Diese Campingplätze befinden sich unter Nationalparkverwaltung und sind Staatseigentum. Gebucht wird der Stellplatz im Vorraus übers Internet. Hier sind 5,75Au$ pro Kopf und Nacht fällig, die maximale Anzahl der Übernachtungen ist auf 21 begrenzt. Am gesamten See ist Angeln erlaubt, allerdings nur mit Permit. Diese kostet für eine Woche 7Au$ und für das ganze Jahr 35Au$ so steht es auf dem Schild am Ufer geschrieben.

Zur Nationalparkverwaltung Danbulla HIER klicken.

Zur Buchung eines Stellplatzes einfach HIER klicken.

Zum Antrag einer Fishing Permit und zu den Gebieten in denen es erlaubt ist einfach HIER klicken.

Leider hatte sich das Wetter, kaum hatten wir unser Lager aufgeschlagen, erlaubt seine Stimmung zu wechseln. Die Sonne verschwand und über Nacht wurde es auch nass, da wir allerdings ein Feuer brennen, einen Wodka Lemon im Becherchen (Achtung: Alkoholgenuss in der Öffentlichkeit ist in Australien verboten.) und eine Suppe im Topf hatten, war das nicht allzu schlimm. Wir konnten allerlei uns (un)bekannte Vögel beobachten und hatten eine gute Zeit.

SAMSUNG CSCUm den gesamten Lake Tinaroo gibt es hervorragende Wanderwege, die zu erkunden sind und der See lädt zum Baden ein. Die Straße, welche um den See herum führt, ist jedoch auch mit einem Camper zu meiden und mit einem „normalen“ Wagen mit Vorsicht zu genießen. Auch hier handelt es sich um eine „Dirt Road“ also um eine unbefestigte Straße mit mehr Schlaglöchern (und ich meine LÖCHER) als Straße.

Wer auf der Durchreise ist und die 5,75Au$ für einen Stopp am Lake Tinaroo investieren möchte, der wird sicherlich nicht enttäuscht werden und eine schöne Zeit haben.

Kurze Geschichte des Sees:
1958 wurde der Barron River hier gestaut, um das Wasser der örtlichen Landwirtschaft zur Bewässerung anbieten zu können, seitdem wird das hier gestaute Wasser über weite Teile der Tablelands in Känalen verteilt.

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Panorama vom Barron River Dam

 

Den Lake Tinaroo findet ihr hier:

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SAMSUNG CSCUngefähr 20 Kilometer vor, oder nach Mareeba, je nachdem ob man aus Cairns kommt oder nach Cairns fährt befinden sich die Davies Creek Falls mit angeschlossenen, abgelegenen und wundervollen Campingplätzen und Day Rest Areas, allesamt mit Toiletten ausgestattet. Duschen werden hier keine angeboten – das klare Wasser des Davies Creeks der sich rauschend über die Granitfelsen stürzt, schreit aber förmlich nach einem Bad.

SAMSUNG CSCZu den Wasserfällen des Davies Creeks kann man ohne Weiteres mit einem normalen Wagen auffahren. Auf genügend Bodenfreiheit
ist dennoch zu achten, da sich dann und wann mal eine Bodenwelle auftut. Ab den Falls, die mit Parkplatz, Aussichtsplattform und Rundwanderweg (800m) ausgestattet sind, sollte man dann je nach Wetterlage einen 4×4 mitbringen, um zu den Campingplätzen zu gelangen. Die Einfahrten zu den einzelnen Plätzen sind hier sehr gut ausgeschildert, ein Vorausbuchen wird vorausgesetzt. Die Einfahrten sind steil und schlecht ausgebaut. Ab hier in jedem Fall ein Allrad.

Da sich die Campingplätze im Nationalpark Davies Creek befinden, muss für deren Benutzung eine Gebühr entrichtet werden, die dem Unterhalt der Plätze und der Infrastruktur dient, diese beträgt wie üblich in den Nationalparks von Queensland, 5,75Au$ pro Kopf und Nacht.

Hier geht es zur entsprechenden Webseite der Nationalparkverwaltung.

Belohnt wird man mit wundervoll einsamen an Bachläufen gelegenen Campingplätzen und einem herrlichen Ausblick über die Ebene.

Den Davies Creek findet ihr hier:

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Wer tatsächlich einen Allradgetriebenen Wagen sein Eigen nennen kann, der sollte auch noch einen Abstecher zum Clohesy River Fig Tree (Rainforest) machen. Der Weg ist teilweise zwar schlecht ausgebaut und es gibt auch einige Bachläufe zu durchqueren, doch wenn man ersteinmal angekommen ist und diese abenteuerliche Anfahrt überstanden hat, wird man mit einem ca. 0,2km langen Rundweg durch den Busch belohnt, der einem auf einem beplankten Weg durch den Regenwald führt und wissenswertes über Flora und Fauna teilt.

Den Clohesy River Fig Tree findet ihr ca. 25km nach oder vor Mareeba aus Richtung Cairns.

Weitere Daten zum Clohesy River Fig Tree findet ihr hier.

Den Clohesy River Fig Tree findet ihr hier:

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Wenn ihr wissen wollt wo wir gerade stecken, könnt ihr euch auch hier über unsere Route informieren.

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