Kurzer Stopp in Alice Springs

Ja, Alice Springs, hier waren wir nun!

Unser Roadtrip quer durch Queensland und das halbe Northern Territory hat uns sicher in diese Stadt der verheissungsvollen Zivilisation gebracht. Seit unserem Start in Cairns war Mount Isa auf unserem Roadtrip die einzige „richtige“ Stadt in der wir seitdem waren und, so schön das Outback und die Reinigung des Verstanden durch Entsagung zivilisatorischer Errungenschaften und das Erden des Seins durch Reduktion der betäubenden Ablenkungen um einen herum auch war…okay, wir haben auch viele Kilometer zwischen uns und unseren Startpunkt gebracht, haben wir uns gefreut einfach mal ein paar Tage an einem Ort bleiben zu können und hoffentlich nicht von Fliegen genervt oder von Dingos unserer Schuhe entledigt zu werden.

Wir haben in der App des auswärtigen Amtes (ja die gibt es und ja diese ist unbedingt empfehlenswert für alle Reisende) gelesen, dass einige Teile von Alice Springs am besten und besonders in der Nacht gemieden werden sollten und waren schon auf abenteuerliches vorbereitet – vor allem da wir erst vor kurzem durch Tennant Creek gekommen waren was ja nicht so der Brüller war.

Unser Campingplatz

Über Wikicamps haben wir uns in Alice Springs schon mal einen, den günstigsten, Campingplatz ausgeschaut auf welchem wir unsere Tage verbringen wollten – 11 australische Dollar, pro Nacht, pro Fahrzeug, das waren zu diesem Zeitpunkt ungefähr 7,50€, viel haben wir nicht erwartet, aber es war ein Zaun drum herum und es sollte im Preis inbegriffene heisse Duschen geben – und Strom und eine Campkitchen die wir nutzen und unser eigenes Gas sparen konnten und es war ein Zaun drumherum.

Da dieser Preis so lächerlich gering war und es zu Fuß gerade einmal 30 Minuten in das Stadtzentrum von Alice Springs waren haben wir diesen Campingplatz natürlich angesteuert.

Wir haben nicht viel erwartet, und das war auch gut so, aber es war in jedem Fall besser als alles was wir seit dem Campingplatz in Karumba hatten. Es gab heisses Wasser, Toiletten, Kochgelegenheiten und einen dringenden Renovierungsbedarf. Aber hey, was solls wir waren schlimmeres gewöhnt, 11$ die Nacht und ebenso wichtig wie toll: Waschmaschinen für 3$ die Nutzung und die haben auch einiges an Wäsche geschluckt.

Dieser „Campingplatz“ gehört zum „Gap View Hotel“ und der gute Mensch war irgendwie auch irgendwie über unseren Zahlungswillen verwundert, unser Geld hat er trotzdem angenommen, für sieben Nächte 77$, alles paletti.

Das schöne hier an dem Campingplatz ist das fehlen von Grey Nomads (zumindest in größeren Scharen) oder anderen „Spiessgesellen“, mich erinnert die Atmosphäre hier eher an ein besetztes Gelände, ein altes vom Eigentümer nicht mehr bewirtschaftetes Haus in dem irgendwer lebt und immer ein kommen und gehen herrscht
und obgleich jeder macht was er möchte herrscht Ruhe und Frieden, es gibt kein Wachpersonal – aber ich habe z.B. nie laute Musik gehört die mich vom Schlafen abhielt oder betrunkene grölende Freaks oder dergleichen aus den Hippiebussen oder den Rockerlagerfeuerrunden strömen sehen.

Es ist eher wie eine WG.

Gut, manchmal duftet es nach exotischem Gewürz oder es liegt eine Bierdose rum oder…das Geschirr in der Küche könnte nach einigen Tagen aufs spülen warten doch mal gespült werden, aber thats it.

Nette Menschen, nette chats – ne gute Zeit hier auf dem Gap View Campingplatz.
Wenn ihr hier in Alice Springs seid und keine allzugroßen Ansprüche habt und mit einem nullsterne Ambiente zurechtkommt, schaut rein, ist wirklich nice.

Und als netten Bonus hat das Hotel auch noch seinen eigenen Bottleshop – der auch noch der günstigste in Alice war. Oh – und ganz wichtig zu erwähnen, das Essen im Hotel ist verhältnismäßig günstig und die Portionen sind auch gut, besonders erwähnenswert ist der Sonntagsbraten für n schlappen Zehner!

Alice Springs

Alice Springs bietet alles was man von einer 26tsd. Einwohner Stadt erwartet – Mc´s, Hungry Jacks, Schwimmbad (6$ drei Stunden schwimmen, 2$ Duschen), Kino, Woolys und Coles, free WiFi im Stadtzentrum, Tourist Information und in der Bücherei und einige Sehenswürdigkeiten von denen ein paar sogar kostenfrei zu besichtigen sind.

Wer rechtzeitig, unter der Woche um 09:00 am Wochenende um 09:30 an der Touristeninformation ist hat sogar die Möglichkeit sich zu einer kostenfreien Stadtführung einzutragen und bekommt so, alles sehenswerte im Stadtzentrum gezeigt und erklärt, was ja auch eine super Sache ist.

Der erste Weltkrieg gilt hier in Australien als eine Art Mannwerdungsritual und als eine Art emazipatorischen Aktes, kurz zuvor wurde die Unabhängigkeit vom englischen Mutterhaus erklärt und nun konnte man Great Britain dabei helfen nicht von den Germanen überrannt zu werden.
ANZAC: Australian Newzealand Army Corps unterstützte dann auch so tatkräftig, dass es den Deutschen nicht gelang und das gleich zweimal und der Tradition folgend auch in einigen anderen Kriegen. Der ANZAC Hill ist Gedänkstätte der Gefallenen, Aufklärungsort über die einzelnen Kriege in denen Australier fielen, erklärt die Geschichte der Stadt und bietet noch dazu einen großartigen Ausblick über die gesamte Stadt da er den höchste Punkt des Stadzentrums markiert.

Nicht zu vergessen ist der Olive Pink Botanic Garden, wie in Cairns wird auch hier die örtliche Flora erklärt, der Eintritt ist kostenfrei – das gelernte nicht umsonst.

In der Nähe des Friedhofes, der leider nicht so „aufregend“ wie der Cairns´ist liegt noch das Australia Aviation Centre, hier kann man sich kostenfrei einige restaurierte Flugzeuge ansehen und sich über die Geschichte der zentralaustralischen Fliegerei aufklären lassen.

Wen im speziellen der Royal Flying Doctor Service interessiert der kann auch diesen besuchen – dies kostet  allerdings, generell gibt es in Alice noch einige weitere kostenpflichtige Angebote wie z.B. den Desert Park, da wir allerdings „arme“ Backpacker sind wollten wir die 25$ Eintrit hierfür nicht aufbringen. 🙂

Wer auf der Suche nach einer öffentlichen Duschmöglichkeit ist findet diese entweder wie schon erwähnt im Schwimmbad, oder im Civic Centre.

Die Bücherei ist mit Büchern, Magazinen und CD´s bzw. Filmen reich und an Auswahl gut bestückt und das WiFi ist auch akzeptabel schnell.

Die Fußgängerzone Alice Springs´ ist nicht übermäßig groß angelegt aber es finden sich hier einige Cafés, Bars, Kunstgalerien und Outdoorläden und free WiFi und ist sauber und ordentlich. Ein Highlite, weil noch nie zuvor gesehen: Öffentliche Steckdosen in Hülle und Fülle.

Ansonsten ist Alice der Ausgangsort für Trips zum Uluru, die Olgas, Simpsons Gap, Kings Canyon und so weiter…
All das, wofür Australien so berühmt ist kann von hier aus in ein oder kleineren Mehrtagestouren mit dem eigenen oder einem geliehenen Fahrzeug erkundet werden.
Natürlich können auch Touren aller Art gegen teures Geld gebucht werden.

Nachts wurde es hier zwar etwas kalt, bis zu -1°C aber dennoch haben Wir in Alice zehn gute Tage verbracht bevor wir unseren Wagen mit dem günstigsten Sprit befüllt haben den wir in gesamt Australien bisher gefunden hatten. Bei 1,34$ (was zu der Zeit rund 0,90€ waren) haben wir auch gleich unsere beiden Ersatzkanister befüllt und sind weiter in Richtung Glen Helen Homestead wo wir uns ersteinmal für zwei Wochen niederlassen um dort etwas zu arbeiten und das Outback etwas näher zu erkunden.

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Wenn ihr wissen wollt wo wir gerade stecken, könnt ihr euch auch hier über unsere Route informieren.

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